Uni-Tübingen

Coronakrise - Informationen und Maßnahmen für Menschen mit Familienpflichten

Mehr Kinderkrankentage 2021 nicht nur bei Krankheit sondern auch bei Ausfall der Betreuung/Schule

Im Rahmen des am 22. April 2021 im Bundesrat verabschiedeten Vierten Bevölkerungsschutzgesetz (Bundes-Notbremse) wird der Anspruch auf  Kinderkrankengeld für Elternteile, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, je gesetzlich krankenversichertes Kind auf 30 statt bisher 20 Arbeitstage Kinderkrankengeld nochmals erhöht. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 40 jetzt auf 60 Arbeitstage pro Kind. Diese Regelung trat rückwirkend ab 5. Januar 2021 in Kraft.

Mit der neuen Regelung erhalten Eltern im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld, wenn ihr Kind nicht krank ist, aber zu Hause betreut werden muss, weil eine Einrichtung zur Betreuung von Kindern (Kindertageseinrichtung, Hort oder Kindertagespflegestelle), Schule oder eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen geschlossen ist oder eingeschränkten Zugang hat.

Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten (könnten), haben bei entsprechendem Kinderbetreuungsbedarf die Möglichkeit, stattdessen Kinderkrankengeld zu beantragen.

Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

Eltern können Kinderkrankengeld bei ihrer Krankenkasse beantragen.

Auf den Seiten des BMFSFJ finden Sie weiterführende Informationen dazu

Beamt*innen können, falls die Schule oder die Kita schließt oder das Kind in Quarantäne muss, Sonderurlaub mit Bezügen erhalten. Voraussetzung ist dass das Kind unter 12 Jahren oder eine Behinderung hat und eine weitere Betreuungsperson nicht vorhanden ist. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 31.03.2021; seit dem 30.05.2020 bereits gewährte Sonderurlaubstage aus dem gleichen Grund, werden angerechnet.

Notbetreuung für Kinder (auch von Studierenden)

Die Corona-Verordnung sieht, laut "Orientierungshilfen zur Notbetreuung an den Kindertageseinrichtungen vom 06. Januar 2021" als Voraussetzung für eine Notbetreuung vor, dass beide Erziehungsberechtigten - bzw. bei Alleinerziehenden nur diese selbst - durch ihre berufliche Tätigkeit oder ein Studium an der Betreuung gehindert sind und auch keine andere Betreuungsperson zur Verfügung steht. Dabei ist es unerheblich, ob die berufliche oder studentische Tätigkeit in Präsenz außerhalb der Wohnung oder im Homeoffice verrichtet wird.

Laut Informationen des Landes Baden-Württemberg gibt es keine Formvorschriften für die Beantragung oder den Nachweis der Voraussetzungen für die Aufnahme in die Notbetreuung. Erforderlich ist lediglich eine Erklärung der Erziehungsberechtigten gegenüber dem Träger der Kindertageseinrichtung oder der Kindertagespflegestelle. Diese kann mündlich, fernmündlich, elektronisch aber auch schriftlich abgegeben werden.

Es ist also keine Bescheinigung der Universität notwendig, sondern nur eine Erklärung der Erziehungsberechtigten selbst.

Weitere Informationen finden Sie in der "Orientierungshilfe Notbetreuung Kitas" und auf der offiziellen Internetseite des Landes Baden-Württenberg

Kinderbonus zusätzlich zum Kindergeld für alle

Um Familien in der Corona-Krise zu entlasten, erhalten diese für jedes Kind, für das im Monat September 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, einen Kinderbonus in Höhe von insgesamt 300 Euro, ausgezahlt in 2 Raten – einmalig je 150 Euro im Monat September und im Monat Oktober. Ein Anspruch in Höhe von insgesamt 300 Euro für das Kalenderjahr 2020 besteht auch für ein Kind, für das nicht für den Monat September 2020, jedoch für mindestens einen anderen Kalendermonat im Kalenderjahr 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Hierfür wird § 6 des Bundeskindergeldgesetzes angepasst.

Der Kinderbonus wird versteuert, jedoch nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Dies bedeutet laut Presseerklärung des BMFSFJ vom 12.06.2020, dass die 300 Euro nicht auf Leistungen nach dem SGB II oder auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet und beim Kinderzuschlag und dem Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt werden.

Informationen für studierende Eltern

Seit 27.04.2020 ist die Satzung zur Erweiterung aller Studien- und Prüfungsordnungen an der Universität Tübingen zum Umgang mit der Corona-Pandemie (Satzung für Lehre und Prüfung SoSe 2020) in Kraft getreten. Hier finden Sie Informationen zu allen Flexibilitätsmöglichkeiten aufgrund der Coronakrise, Prüfungsfristen, Prüfungsformen, Ersatzleistungen, Bearbeitungsfristen, Höchstsemesterfristen, Zulassungsvoraussetzungen und vieles mehr.

Studierende, die eine Prüfungsfristverlängerung benötigen, da Sie aufgrund von Kita- und Schulschließungen ihre Kinder aktuell zuhause betreuen müssen, können einen formlosen Antrag an das jeweilige Prüfungsamt zur Fristverlängerung, inklusive Angabe zum gewünschten Zeitraum stellen. Eine Kopie der Geburtsurkunde des/der Kindes/r ist dem Antrag beizulegen.

Informationen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler

Übergangsregelung zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) wurde aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation um zwei zeitlich begrenzte Übergangsregelungen ergänzt:

Die Höchstbefristungsgrenze für wissenschaftliches Personal in der Qualifizierungsphase, das zu einem Zeitpunkt zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. September 2020 ein nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG (Qualifizierung) befristetes Arbeitsverhältnis hatte, verlängert sich aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen des Hochschul- und Wissenschaftsbetriebs um 12 Monate.

Die Höchstbefristungsgrenze für wissenschaftliches Personal in der Qualifizierungsphase, das zwischen dem 01.Oktober 2020 und 31.März 2021 neu in ein nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG (Qualifizierung) befristetes Arbeitsverhältnis eintritt/eingetreten ist, verlängert sich um 6 Monate.

Achtung: Ein Anspruch auf Verlängerung des bestehenden Arbeitsvertrags oder eine automatische Verlängerung ist mit dieser Regelung nicht verbunden.  Hierfür ist ein Antrag des/der zuständigen Vorgesetzten notwendig. Weitere Informationen zu den Regelungen und dem Verfahren der Vertragsverlängerung finden Sie in den Rundschreiben 2020 Nr.11 und Nr. 16.

Für Verlängerungen der Arbeitsverträge von Beamt*innen auf Zeit gilt;

Mit der Änderung des LHG § 45 Abs 6a am 23.12.2021 wurde die Möglichkeit geschaffen, die Zeitbeamt*innenverhältnisse der Juniorprofessor*innen und der akademischen Rät*innen, die vom 01. März 2020 bis zum 31. März 2021 in einem Beamtenverhältnis standen auf Antrag um bis zu zwölf Monate zu verlängern. Nähere Informationen vergl. Rundschreiben des Kanzlers 2021 Nr.3

 

Corona und pflegende Angehörige, Akuthilfe bis 31.03.2021 verlängert

Die Corona-Krise belastet die Familien von Pflegebedürftigen immer noch schwer. Pflegende Angehörige benötigen weiterhin akute Hilfe und flexible Unterstützungsangebote. Deshalb wurden die Akuthilfen im Rahmen des Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege erneut bis zum 31. März 2021 verlängert.

Dies bedeutet insbesondere: Wer coronabedingt Angehörige pflegt und erwerbstägig ist, erhält auch weiterhin bis zum 31.03.2021 das Recht, bis zu 20 Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben. Auch das Pflegeunterstützungsgeld kann für diesen Zeitraum in Anspruch genommen werden.

Außerdem wird die Möglichkeit der flexibleren Inanspruchnahme von Pflegezeit und Familienpflegezeit in den kommenden Monaten die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für berufstätige, pflegende Angehörige verbessern. Pflegende Angehörige sollen so leichter die Möglichkeit haben, eine Freistellung in Anspruch zu nehmen, sei es vollständig oder verbunden mit einer Teilzeitbeschäftigung. Schließlich wird im Rahmen der Regelungen klargestellt, dass nach Auslaufen der Sonderregelungen verbliebene Restzeiten bis zur jeweiligen Höchstdauer bzw. Gesamtdauer nicht verfallen.

Der Gesetzentwurf regelt im Einzelnen:
1. Fortführung einer längeren Unterstützung in einer akuten Pflegesituation 

Pflegeunterstützungsgeld: Beschäftigte erhalten bis zu 20 Arbeitstage lang Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung. Außerdem wird Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist, den die Angehörigen durch die Pandemie nur selbst auffangen können.
Kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Beschäftige können in einer akut auftretenden Pflegesituation bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben. Denn im Zuge der Corona-Pandemie kann es wieder zu Engpässen bei anderweitigen Unterstützungen in der Pflege kommen.

2. Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen

Beschäftigte mit gleichzeitigen Pflegeaufgaben können die Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen, wenn der Arbeitgeber zustimmt:
Wer die Höchstdauer einer Auszeit für pflegebedürftige nahe Angehörige bisher nicht ausgeschöpft hat, kann sich erneut von der Arbeit freistellen lassen. Während der Pandemie ist eine mehrfache Inanspruchnahme möglich und die Freistellungen müssen weiterhin nicht in unmittelbarem Anschluss genommen werden.
Es genügt, die Familienpflegezeit mindestens zehn Tage vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzukündigen.
Die Ankündigung von Pflegezeit und Familienpflegezeit kann weiterhin in Textform statt in Schriftform erfolgen, eine Ankündigung per E-Mail reicht also aus.
Während einer Familienpflegezeit kann die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden bis zu einen Monat lang unterschritten werden.

3. Berücksichtigung von Einkommenseinbußen bei der Ermittlung der Höhe der zinslosen Darlehen

Zur Abfederung von Einkommensausfällen während der Pflegezeit und Familienpflegezeit kann ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden. Pandemiebedingte Einkommensausfälle können auch weiterhin bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Zudem besteht weiterhin die Möglichkeit, pandemiebedingte Rückzahlungsschwierigkeiten auf Antrag anzuzeigen und die Rückzahlung im Verwaltungsverfahren zu erleichtern 

Mehr Informationen

Für Beamtinnen und Beamte gelten gesonderte Regelungen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Dienstbehörde!

Vergabe von Arbeitsplätzen in der UB

Wenn Sie aufgrund Ihrer familiären Situation (z.B. Sie können nicht ungestört zu Hause arbeiten, da Kinder zuhause betreut werden) auf einen Arbeitsplatz in der UB (Text auf der Seite ganz unten) angewiesen sind, versuchen Sie sich zunächst über das Buchungssystem der UB eine Nutzungszeit zu buchen. Wenn alle Plätze belegt sind, wenden Sie sich bitte mit Begründung per Mail an information@ub.uni-tuebingen.de 

Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch!

 

Finanzielle Hilfen

Zinslose Darlehen

Für Studierende, die aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notsituation geraten sind, hat das Studierendenwerk jetzt ein Corona-Darlehen zur schnellen und unkomplizierten Hilfe mit gelockerten Vergabekriterien aufgelegt.

 

Auch der Hildegardis-Verein vergibt zinslose Darlehen fächerübergreifend und unabhängig von der Nationalität an Frauen. Voraussetzung ist, dass die Studentinnen einer christlichen Konfession angehören. Anlässlich der besonderen Situation in der Corona Krise wurde das bestehende Eilverfahren ausgeweitet. Das vereinfachte Verfahren umfasst eine Förderung bis zu 3.000 Euro. 

 

Corona Notfall KIZ (Kinderzuschlag)

Der Kinderzuschlag unterstützt Alleinerziehende und Familien mit wenig Einkommen. Den Antrag können Sie online stellen. Welche Regelungen bei wegfallendem Einkommen durch die Corona-Pandemie ab dem 1. April gelten, erfahren Sie hier.

 

KfW zinsloses Dahrlehen

Studierende können ab Anfang Mai bei der KfW ein zinsloses Darlehen beantragen. Das zinslose Darlehen hat eine Höhe von bis zu 650 Euro im Monat. Das Darlehen kann unbürokratisch online beantragt werden. Damit können Studierenden eine Überbrückungshilfe rasch in Anspreuch nehmen.

Elterngeld und Corona

Die Corona-Krise hat für viele Eltern Unsicherheiten beim Elterngeld mit sich gebracht. Eltern in systemrelevanten Berufen werden an ihrem Arbeitsplatz dringend benötigt und müssen mehr arbeiten als vorgesehen. Andere wiederum sind freigestellt oder in Kurzarbeit.

Beim Thema Elterngeld soll es für Eltern durch die Cornakrise keine Nachteile geben.

Ausführliche Informationen

Informationen und Hilfsangebote der Stadt Tübingen

Die Stadtverwaltung hat eine Telefonnummer eingerichtet, bei der sich alle melden können, die in der Corona-Krise Hilfe brauchen oder Hilfe anbieten wollen. Besetzt ist das neue Corona-Telefon immer montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Die Telefonnummer lautet 07071 204-1010. Auch per E-Mail kann man sich an den neuen Hilfsdienst wenden. Die Adresse lautet: corona.soziales@tuebingen.de.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier