30.07.2025
von Philipp Sigle
Wie können digitale Tools im Schulunterricht lernwirksam eingesetzt werden? Dieser Frage widmet sich eine Studie unter der Leitung des Co-Directors des Tübingen Center for Digital Education Prof. Dr. Andreas Lachner und Prof. Dr. Thorsten Bohl vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen. Lachner ist Mitglied des LEAD Graduate School & Research Network.
In der Untersuchung wurde technologieunterstützter adaptiver Unterricht in der Sekundarstufe I und II erprobt. Dabei passten Lehrkräfte ihren Unterricht an die individuellen Lernstände der Kinder und Jugendlichen an. Dafür nutzten sie digitale Diagnose- und Kooperationswerkzeuge. Insgesamt nahmen 656 Schüler:innen aus sechs Schulen an der Studie teil.
Das Ergebnis: Im Vergleich zu traditionellem Unterricht zeigte sich vier Wochen nach der sogenannten Intervention, also der Änderung des Unterrichts, ein deutlich nachhaltigerer Lernerfolg. Vor allem im Sprachunterricht profitierten die Lernenden von den adaptiven Elementen, also der Anpassung der Aufgaben und Inhalte an die jeweilige Person und deren Fähigkeiten.
Entscheidend sei, so Lachner gegenüber dem Schwäbischen Tagblatt, nicht die technische Ausstattung, sondern die didaktisch fundierte Integration digitaler Mittel: „Nicht die Anschaffung teurer Geräte entscheidet über die Wirksamkeit adaptiven Unterrichts, sondern der didaktisch sinnvolle Einsatz digitaler Tools im Schulalltag."
Zum Artikel auf swp.de
Sibley, L., Fabian, A., Plicht, C., Pagano, L., Erhard, N., Wellert, L., Bohl, T., & Lachner, A. (2025). Adaptive teaching with technology enhances lasting learning. Learning and Instruction, 99, 102141. https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2025.102141
Rebecca Beiter
pressespam prevention@lead.uni-tuebingen.de