Uni-Tübingen

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22.06.2026

Ausstellung zeigt Schülerinnen und Schülern persönliche Ost- und West-Erinnerungen

Das Projekt „Generationen im Gespräch“ besucht mit einer Videoinstallation Volkshochschulen im Land, ermöglicht Schülerinnen und Schülern Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und evaluiert das didaktische Angebot

Wie veränderten Mauerfall und Wiedervereinigung das Leben junger Menschen in der DDR? Wie wirkten sich diese historischen Ereignisse auf junge Menschen in der Bundesrepublik aus? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet die Videoinstallation „Geteilte Jugend – Erinnerungen aus Ost und West“, die im Rahmen der Wanderausstellung „Generationen im Gespräch“ bis Februar 2027 an den Volkshochschulen Schwäbisch Gmünd, Ludwigsburg, Offenburg und Lahr gezeigt wird. Entstanden ist das Projekt unter Leitung von Dr. Christiane Bertram vom Hector-Institut für empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen.

Im Zentrum der Videoinstallation von Ina Rommee und Stefan Krauss von KRRO Film Berlin stehen neun Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Ost- und Westdeutschland, geboren in den Jahren 1961 und 1975. Als die Berliner Mauer 1989 fiel, waren sie 14 oder 28 Jahre alt – und standen damit an entscheidenden Punkten ihres Lebens. Die einen wuchsen in der sozialistischen DDR auf, die anderen in der kapitalistischen Bundesrepublik: Diktatur und Demokratie, staatliche Kontrolle und individuelle Freiheit – diese Gegensätze prägten Kindheit und Jugend auf beiden Seiten der Mauer. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen in der etwa einstündigen Videoinstallation über ihre Kindheit, Schulerfahrungen und Familie, von Träumen, Ängsten und prägenden Momenten. Auf weiteren Monitoren bieten etwa 20-minütige Einzelvideos die Möglichkeit, sich in die Lebensgeschichten zu vertiefen.

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen besuchen Klassenzimmer

Das Projekt bietet Schulen im Einzugsbereich der beteiligten Volkshochschulen darüber hinaus die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sprechen. „Die Arbeit mit Videos von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bietet die Chance, persönliche Geschichten in den Unterricht zu holen und Geschichte ‚lebendig‘ zu machen. Dadurch ist es einfacher, verschiedene Perspektiven nebeneinander zu stellen. So können die Lernenden verstehen, dass die individuellen Geschichten notwendigerweise perspektivisch und subjektiv sind – und dass sie ein Teil der „großen“ Geschichte sind“, sagt Christiane Bertram.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg haben die Projektverantwortlichen didaktische Materialien zur deutsch-deutschen Geschichte und Oral History erarbeitet, die mit den Einzelvideos kostenfrei zur Verfügung stehen. Im Rahmen von “Generationen im Gespräch” soll zudem untersucht werden, was Lehrende und Lernende an Austausch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen schätzen.

Die Wanderausstellung startet am Dienstag, 23. Juni, an der Gmünder VHS. Um 18 Uhr findet die Eröffnung statt, an der unter anderem Christiane Bertram und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus dem Film und aus der Region  teilnehmen. Finanziert wird die Wanderausstellung durch das Ministerium für Kultus Baden-Württemberg. Weiterführende Informationen, Orte und Termine zur Videoausstellung bietet die Projektseite auf der Website der Universität Tübingen unter uni-tuebingen.de/generationenimgespräch.

Stefan Bentele/Hochschulkommunikation