Uni-Tübingen

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20.08.2026

1,8 Millionen Euro für neue Ansätze gegen antibiotikaresistente Bakterien

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Phagenforschung von Maik Wolfram-Schauerte an der Universität Tübingen

Dr. Maik Wolfram-Schauerte auf dem Campus Morgenstelle der Universität Tübingen.

Dr. Maik Wolfram-Schauerte von der Arbeitsgruppe Integrative Transkriptomik am Interfakultären Institut für Biomedizinische Informatik (IBMI) der Universität Tübingen erhält im Rahmen des Programms CZS Nexus eine Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Wolfram-Schauerte ist zugleich assoziierter Forscher des Exzellenzclusters „Controlling Microbes to Fight Infections“ (CMFI). Das geförderte Projekt trägt den Titel „Phage-encoded host takeover: from molecular insight to biotechnological innovation“ und läuft von Oktober 2026 bis September 2031.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Bakteriophagen, kurz Phagen. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien infizieren. Während einer Infektion können Phagen tief in die Abläufe der Bakterienzelle eingreifen und so zum Beispiel die Genexpression steuern. Wie diese Übernahme im Detail funktioniert, ist bislang jedoch nur unzureichend verstanden. Wolfram-Schauerte und sein Projektteam wollen bisher unbekannte Mechanismen der Phagen-Wirt-Interaktion aufdecken. Die Erkenntnisse könnten neue Möglichkeiten eröffnen, um antibiotikaresistente Bakterien gezielt zu bekämpfen.

Dafür verbindet das Projekt Methoden aus der Bioinformatik, der Forschung zur Künstlichen Intelligenz und der experimentellen Biologie. Anhand umfangreicher Omics-Daten sollen bislang unbekannte RNA-Moleküle und Proteine von Phagen identifiziert werden. KI-gestützte Modelle helfen dabei, ihre Funktionen vorherzusagen und besonders vielversprechende Mechanismen auszuwählen. Diese werden anschließend im Labor überprüft und auf ihr biotechnologisches Potenzial hin untersucht. Langfristig könnten die Ergebnisse zur Entwicklung neuer antimikrobieller Strategien und zukünftiger Phagentherapien gegen bakterielle Infektionen beitragen.

Maik Wolfram-Schauerte studierte Molekulare Biotechnologie und Biochemie an der Universität Heidelberg. Seine Promotion absolvierte er an der Philipps-Universität Marburg. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie Bakteriophagen ihre Wirtszellen beeinflussen und wie sich diese Prozesse mithilfe von Omics-Daten und computergestützten Methoden untersuchen lassen. 

Über die Carl-Zeiss-Stiftung

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der großen privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.