Uni-Tübingen

Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 3/2019: Leute

Juniorprofessor Dr. Jan-Philipp Burde

Juniorprofessur für Didaktik der Physik 
(Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Dr. Jan-Philipp Burde (geb. 1986) wird zum Wintersemester 2019/20 auf eine Juniorprofessur für Didaktik der Physik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen. Burde studierte Gymnasialschullehramt für Physik und Englisch an der Universität Kassel. Er absolvierte sein Referendariat in England und promovierte am Institut für Didaktik der Physik der Goethe-Universität Frankfurt über ein neues Unterrichtskonzept zur Elektrizitätslehre. Durch seine einjährige Tätigkeit als Physiklehrer an einem Frankfurter Gymnasium nach der Promotion konnte er zudem Schulpraxis sammeln. Als Stipendiat der Deutschen Telekom Stiftung forscht er zurzeit am Institut für Didaktik der Physik an der Goethe-Universität Frankfurt.

Burde erhielt von der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik den „GDCP-Nachwuchspreis 2018“ für die beste Dissertation in der Chemie- und Physikdidaktik im deutschsprachigen Raum.  Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes arbeitet Burde daran, das Unterrichtsthema „einfache Stromkreise“ durch einen höheren Alltagsbezug interessanter und verständlicher zu gestalten. Zu seinen Forschungsinteressen gehören die Entwicklung neuer Unterrichtskonzepte und der Einsatz von Computern im Physikunterricht.  

Als Hobby-Projekt entwickelte Burde 2010 die kostenfreie Vokabellernplattform YouVoc. Um Kinder und Jugendliche für die Naturwissenschaften zu begeistern und junge Talente zu fördern, ist er zudem seit Anfang 2016 ehrenamtlich als Juror bei „Jugend forscht“ tätig.

Alisa Koch


Professor Dr. Christian Groß

Professur für Experimentelle Vielteilchen-Quantenphysik
(Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)

Dr. Christian Groß (geb. 1980) wird am 01.09.2019 die Professur für Experimentelle Vielteilchen-Quantenphysik antreten. Groß studierte Physik an der Universität Mainz und promovierte 2010 an der Universität Heidelberg. Für seine Doktorarbeit erforschte er im Bereich Quantenmetrologie, wie nicht-klassische Quantenzustände, sogenannte gequetschte Zustände, hergestellt werden können. Diese Zustände reduzieren das Rauschen im Ausleseprozess eines Messgerätes, so dass präzisere Messungen möglich werden.

2011 wechselte er an das Max-Planck-Institut für Quantenoptik nach Garching und arbeitete dort an der Entwicklung von Mikroskopen für atomare Quantengase. Als Quantengase bezeichnet man eine größere Anzahl von Quantenteilchen, die bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt einen Grundzustand annehmen, in dem sie stark korreliertes, das heißt kollektives Verhalten zeigen. Aufgrund ihres geringen Abstandes lassen sie sich dann nur schwer voneinander unterscheiden und ein Verständnis des Systems basierend auf einzelnen Teilchen wird oft sehr ineffizient und kompliziert. Quantengasmikroskope machen es möglich, die komplexen Zustände von Quantengasen auf der Ebene einzelner Atome zu erforschen. Die Herangehensweise bietet einen neuen experimentellen Zugang zu stark korrelierter Quantenmaterie.

Gefördert durch einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrates setzt Groß in den kommenden Jahren an der Universität Tübingen auch seine Forschung zu Wechselwirkungen zwischen ultrakalten Atomen fort. Durch Kontrolle dieser Wechselwirkungen über größere Reichweiten von mehreren Mikrometern können räumlich getrennte Atome oder Moleküle miteinander in Kontakt gebracht werden. Das ist ein vielversprechender Ansatz für die Entwicklung  besonders effizienter Quanteninformationsverarbeitung in sogenannten Quantencomputern.

Susanne Zahn


Professor Dr. Andreas Peter

Professur für Klinische Chemie und Pathobiochemie
(Medizinische Fakultät)

Dr. Andreas Peter (geb. 1975) wurde im April 2019 auf die Professur für Klinische Chemie und Pathobiochemie an der Medizinischen Fakultät berufen und leitet als Ärztlicher Direktor das neu gegründete Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie.  

Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Identifikation und Etablierung von Biomarkern, die eine frühzeitige Diagnose und prognostische Aussage über den Verlauf einer Krankheit ermöglichen sollen. Ein besonderes Interesse gilt dabei der Diabetes und assoziierten metabolischen Erkrankungen wie Lipidstoffwechselstörungen und deren Folgeerkrankungen.
Im diagnostischen Bereich des Institutes für Klinische Chemie und Pathobiochemie, dem Zentrallabor des Universitätsklinikum Tübingen, werden mit hochmoderner Analytik jährlich etwa 6 Millionen Untersuchungen von Patientenproben durchgeführt. Solche Laboruntersuchungen sind an über 70 % aller klinischen Diagnosen beteiligt.

Andreas Peter studierte Humanmedizin an der Julius-Maximilians Universität Würzburg und absolvierte sein Praktisches Jahr unter anderem in Krankenhäusern in Sydney, Kathmandu und Zürich. Er promovierte an der Medizinischen Poliklinik der Universität Würzburg, Teile der Experimente für seine Arbeit führte er während eines 12-monatigen Forschungsaufenthaltes an der Harvard Medical School in Boston durch. 

Nach seiner klinischen Tätigkeit in der Inneren Medizin des Universitätsklinikums Leipzig wechselte Andreas Peter nach Tübingen, wo er im Jahr 2010 seine Facharztweiterbildung in der Laboratoriumsmedizin abschloss. Seit 2011 ist er Ärztlicher Leiter des Zentrallabors des Universitätsklinikums Tübingen. Dort habilitierte er sich 2012 im Fach Laboratoriumsmedizin. Er leitet zudem das zentrale Studienlabor für multizentrische, klinische Studien des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Seit 2016 hatte er die Professur für personalisierte Diabetestherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen inne, bevor er den aktuellen Ruf annahm. 

Alisa Koch


Professorin Dr. Melanie Philipp

Professur für Pharmakogenomik
(Medizinischen Fakultät)

Professorin Dr. Melanie Philipp (geb. 1974) hat am 25.06.2019 die Professur für Pharmakogenomik an der Medizinischen Fakultät angetreten. Sie studierte an der Universität Würzburg Pharmazie, nach ihrer Approbation als Apothekerin promovierte sie am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg über die Funktion von bestimmten Rezeptoren an der Schnittstelle zwischen Mutter und Embryo, der Plazenta. Die Wissenschaftlerin Philipp fand heraus, dass durch Adrenalin diese Rezeptoren in der Plazenta stimuliert werden müssen, damit sich die Plazenta richtig bildet und den sich entwickelnden Embryo versorgen kann. Fehlt dieser Stimulus kann es zum vorzeitigen Tod des Embryos kommen.

Als Postdoc forschte sie am Zoologischen Institut der Universität Zürich und später im Department of Cell Biology des Duke University Medical Center in Durham (USA), wo sie ihren Forschungsaufenthalt mit Stipendien der Novartis-Stiftung, des Human Frontiers Science Program und einem Marie Curie Outgoing International Fellowship der EU finanzierte. 2010 wechselte sie an die Universität Ulm und habilitierte sich dort 2015, womit sie die Lehrerlaubnis für Biochemie erwarb. In ihren Forschungen beschäftigt sie sich unter anderem mit den molekularen Ursachen für angeborene Herzdefekte. Diese gehören zu den häufigsten Fehlbildungen, mit denen Kinder geboren werden. 

Die Pharmazeutin und habilitierte Biochemikerin ist Mitglied des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler e. V. und der Arbeitsgruppe für die Entwicklung, Anatomie und Pathologie des Herzens der European Society of Cardiology. 

Alisa Koch