Im vergangenen Oktober hat Niels Henze die Professur für Medieninformatik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät angetreten. Er studierte Informatik an der Universität Oldenburg. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2006 war er am dortigen OFFIS-Institut für Informationstechnik tätig, bevor er 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Bereich Medieninformatik und Multimedia-Systeme wurde. 2012 wurde er an der Universität Oldenburg mit einer Dissertation über Kamera-basierte Interaktion mit physischen Objekten promoviert. Im Fokus der Arbeit steht das Szenario, mithilfe der Smartphone-Kamera anhand von physischen Objekten zusätzliche Informationen zu erhalten und die technische Realisierung – ein Anwendungsbeispiel sind QR-Codes. 2012 ging Niels Henze zunächst als Post-Doc an die Universität Stuttgart, wo er 2014 eine Junior-Professur und schließlich eine Vertretungsprofessur übernahm. 2018 folgte er dem Ruf auf die Professur für Medieninformatik an der Universität Regensburg, bevor er 2025 die Professur für Medieninformatik an der Universität Tübingen übernahm.
In seiner Forschung interessiert Professor Niels Henze sich insbesondere für die Mensch-Computer-Interaktion und fragt, wie diese sich in Zukunft gestalten lässt. Ein Forschungsfeld ist dabei das der Mixed Reality: In einem DFG-geförderten Projekt analysiert Niels Henze beispielsweise, welche Effekte die virtuelle Umgebung, in der wir uns befinden, und Avatare, durch die wir in der virtuellen Umgebung verkörpert sind, auf uns in Hinblick auf Temperaturwahrnehmung und -regulierung haben. Ein weiteres Forschungsfeld ist das der Latenz bzw. Verzögerung in der Interaktion von Mensch und Computer. Hier forscht Niels Henze sowohl zu den Effekten auf Benutzende als auch zu technischen Lösungen, um Effekte der Latenz mittels Vorhersagen abzumildern. Auch in seiner Lehre steht die Mensch-Computer-Interaktion bzw. User-Experience im Fokus. Über die Wissensvermittlung hinaus, haben praktische Anteile, in denen die Studierenden selbst interaktive Mixed Reality entwickeln und die interaktive Anwendung selbst gestalten einen hohen Stellenwert. Im Zentrum steht die spannende Frage: Was wird das nächste Gerät (nach dem Smartphone), mit dem Menschen interagieren?
Franziska Hammer
Wiebke Langer ist seit April 2025 Juniorprofessorin für Fachdidaktik des Sports an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Sie studierte Lehramt an berufsbildenden Schulen mit der beruflichen Fachrichtung Gesundheitswissenschaften und dem Fach Sport und Sportwissenschaft an der Universität Osnabrück. Nachdem sie ihr Studium 2011 mit dem Master of Education abschloss, war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Osnabrück tätig. Von 2019 bis 2020 arbeitete sie im BMBF-Projekt „Qualifizierung von Sportlehrkräften für einen inklusiven Sportunterricht (QIS)“ mit. Sie promovierte 2020 mit einer Dissertationsschrift zum Thema „Aspekte einer pädagogischen Theorie des Natursports. Kritisch-konstruktive Analysen, Entwicklungen und Perspektiven“. Darin entwirft sie ein didaktisches Konzept, mit dem Natursport als eigenständiges Bildungsfeld systematisch erschlossen und so gestaltet werden kann, dass er zur Gesundheitsförderung sowie zur Entwicklung eines verantwortungsbewussten Mensch-Natur-Verhältnisses beiträgt. Von 2021 bis 2025 war Wiebke Langer als Postdoc im Arbeitsbereich Bewegungs- und Sportpädagogik am Institut für Bewegungswissenschaft an der Universität Hamburg beschäftigt, wo sie 2024 den Hamburger Lehrpreis erhielt. Vertretungsprofessuren führten sie 2023/2024 an die Universität Potsdam und 2024/2025 an die Universität Hildesheim, bevor sie 2025 den Ruf an die Universität Tübingen annahm.
Langers Forschungsinteresse gilt der Frage, was qualitativ hochwertigen Sportunterricht ausmacht und wie Lehrkräfte optimal darauf vorbereitet werden können, und damit Kernthemen der empirischen Professionalisierungs- und Unterrichtsforschung im Fach Sport. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Qualität von Sportunterricht, der Sportlehrkräftebildung sowie der inklusiven Bewegungs- und Sportförderung. Exemplarisch hierfür steht das europäische Erasmus+-Projekt QualiTePE (Quality of Teaching in Physical Education), in dem sie Merkmale von Unterrichtsqualität im Fach Sport empirisch bestimmt und ein digitales Instrument zur formativen Unterrichtsevaluation entwickelt hat. Darüber hinaus untersucht sie gegenwärtig Core Practices, also wiederkehrende und erlernbare Unterrichtspraktiken, die zentrale Tätigkeiten professionellen Unterrichtens bündeln, als Grundlage einer evidenzbasierten Sportlehrkräftebildung. In der Lehre greift sie diese Forschungsthemen unmittelbar auf und lässt sie direkt in die Sportlehrkräftebildung einfließen. Dabei setzt sie auch videobasiertes Lernen ein, das sie im Projekt „IN:VIEW – Inklusion im Blick" an der Tübingen School of Education (TüSE) gemeinsam mit Professor Dr. Marcus Syring und weiteren Kollegeninnen und Kollegen weiterentwickelt.
Franziska Hammer
Seit Dezember 2025 hat Miriam Cortese-Krott die Professur für Pharmakologie, Pharmakotherapie und Klinische Pharmazie inne. Nachdem sie ihr Studium der Pharmazeutischen Biotechnologie 2002 an der Universität Mailand mit der Laurea (italienische Promotion) mit Auszeichnung abgeschlossen hat, ging sie als Doktorandin an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort wurde sie 2007 mit mit einer Dissertation mit dem Titel „Die induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase induziert endotheliale Resistenz gegen oxidativen Stress über einen zinkabhängigen Signalweg" ebenfalls mit Auszeichnung (summa cum laude) promoviert. Im Rahmen dieses Promotionsprojekts entdeckte sie einen neuen Schutzmechanismus: Stickstoffmonoxid schützt Endothelzellen – Zellen, die die innere Wand unserer Gefäße auskleiden – vor oxidativem Stress, indem es über Zink die zelleigene Produktion des Antioxidans Glutathion ankurbelt. Von 2006 bis 2008 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoktorandin am Universitätsklinikum Aachen tätig. Ab 2009 war sie an der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf tätig, wo sie ab 2012 als Arbeitsgruppenleiterin und Laborleiterin forschte. 2014 erfolgte die Habilitation im Fach Molekulare Medizin an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema „Die Rolle der zirkulierenden endothelialen Stickstoffmonoxid-Synthase im kardiovaskulären System". Im Dezember 2016 trat sie die W2-Professur für Experimentelle Herzinfarktforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an und übernahm 2019 die Leitung des Myokardinfarktforschungslabors. Von 2020 bis 2022 war Miriam Cortese-Krott Visiting Professor am Karolinska Institutet in Stockholm, bevor sie 2025 dem Ruf an die Universität Tübingen folgte.
In ihrer Forschung hat sich Miriam Cortese-Krott auf kardiovaskuläre Pharmakologie spezialisiert und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Herzinfarkt, Bluthochdruck und metabolischen Krankheiten wie Adipositas und Diabetes. Im Fokus stehen die Endothelzellen, die das kardiovaskuläre System regulieren und kontrollieren, indem sich die Gefäße erweitern. Dabei spielt Stickstoffmonoxid eine wesentliche Rolle und schützt damit gegen Herzkreislauferkrankungen. In einer ihrer wichtigsten Publikationen hat Miriam Cortese-Krott gemeinsam mit anderen Forschenden zudem nachgewiesen, dass – anders als bis dahin angenommen – nicht nur die Endothelzellen Blutfluss und Blutdruck regulieren, sondern auch die roten Blutkörperchen aktiv zur Regulation beitragen. Sie bilden damit ein Gegengewicht zu den Endothelzellen. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Frage, wie die Verbindung von Stickstoffmonoxid und Schwefelmolekülen auf den systemischen Stoffwechsel wirkt und welche Rolle sie bei der endothelialen Heterogenität – der Vielfalt der Endothelzellen – spielt. Diese Vielfalt ist nicht nur entscheidend für die Aufrechterhaltung von Organfunktionen und die Blutbildung im Knochenmark, sondern auch für die Tumorvaskularisierung – also die Bildung neuer Blutgefäße, die das Tumorwachstum ermöglichen – und stellt damit einen vielversprechenden Angriffspunkt für neue Medikamente dar.
In ihrer Lehre in der Pharmazie legt sie den Schwerpunkt auf klinisch relevante Lehre und Anwendungswissen, dabei ist der enge Austausch Medizinern und Medizinerinnen einerseits und Pharmazeuten und Pharmazeutinnen andererseits für sie grundlegend.
Franziska Hammer