Die Fähigkeit, wissenschaftliche Texte verfassen zu können, ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium bzw. für erfolgreiche Forschungsarbeit. Das Diversitätsorientierte Schreibzentrum hat deshalb die „Toolbox Schreiben“ zusammengestellt. Sie soll alle Mitglieder der Universität Tübingen in ihrem wissenschaftlichen Schreiben zu unterstützen - von ersten Essays oder Hausarbeiten über Bachelor- und Masterarbeiten bis hin zu Dissertationen. Die Toolbox ist über die Lern-Plattform Ilias jederzeit verfügbar und auch für den Einsatz in der Lehre geeignet. Bis zum Jahresende sollen alle Inhalte auch auf Englisch verfügbar sein.
Phasen des Schreibprozesses
Die Toolbox zielt darauf, wissenschaftliches Schreiben als eigene Kompetenz zu erlernen. Die Inhalte sind dabei bewusst modular gestaltet. So müssen die Schreibenden die Inhalte nicht linear durcharbeiten, sondern können jederzeit direkt zu den Lerneinheiten zu springen, die ihnen bei ihrem aktuellen Schreibprojekt weiterhelfen können.
Herzstück der Toolbox sind die umfassenden neun überfachlichen Lerneinheiten, die jeden zentralen Schritt des Schreibprozesses abdecken: von der Suche nach der ersten Idee, der Entwicklung einer Fragestellung oder der Gliederung über das eigentliche Schreiben und den Umgang mit Quellen bis hin zur Überarbeitung des Textes.
Da sich Schreibaufgaben je nach Fachkontext stark unterscheiden können, sind eine selbstgewählte Zusammenstellung der Inhalte aus der Toolbox und ein eigener Lernpfad besonders wichtig. Deswegen werden die Nutzerinnen und Nutzer von der Toolbox immer angeregt, sich mit ihren eigenen Präferenzen auseinanderzusetzen und zu reflektieren, wie sie selbst am produktivsten schreiben können. So kann jede Nutzerin und jeder Nutzer eine passgenaue Hilfe für den eigenen Schreibprozess erhalten.
Moderne Schreibdidaktik für das digitale Zeitalter
Erfolgreiches wissenschaftliches Schreiben hängt von vielen Faktoren ab: Anforderungen der jeweiligen Textsorte und Schreibaufgabe, inhaltliches und methodisches Wissen, individuelle Präferenzen und Schreiberfahrungen bestimmen mit, welche Strategien am Ende zu einem gelungenen Text führen. In der Toolbox Schreiben wird daher bewusst die Vielfalt an Methoden gezeigt, die beim Schreibprozess unterstützen können.
Jede Selbstlerneinheit besteht aus denselben Bausteinen: individuell anpassbare Methoden und Strategien des wissenschaftlichen Schreibens, nützliche Tipps zur Umsetzung sowie praktische Übungen, die direkt auf Schreibprojekte und für alle Arten von wissenschaftlichen Texten angewendet werden können.
Da jeder Schreib- und Lernprozess über individuell unterschiedliche Präferenzen und Strategien verläuft, wird in der Toolbox für die Vermittlung von Inhalten ein breiter Medienmix aus Texten, Videos, Audios, Visualisierungen und interaktiven Elementen eingesetzt. Gleichzeitig werden zu vielen Übungen und Methoden alternative Durchführungsmöglichkeiten und Anwendungsgebiete empfohlen.
Die assoziative Schnellschreibmethode des Freewriting etwa wird üblicherweise händisch mit Stift und Papier angewandt. In der Toolbox wird erklärt, wie man diese Technik aber auch alternativ auf das digitale Schreiben oder als gesprochene Audioaufnahme adaptieren kann.
Auch andere Schreibstrategien, wie das Mehrversionen-Schreiben, das Drauflos-Schreiben oder das Patchwork-Schreiben werden mit ihren Vor- und Nachteilen erklärt. So spricht die Toolbox möglichst viele verschiedene Schreib- und Arbeitspräferenzen an.