In Kooperation mit dem Diözesanmuseum in Rottenburg ist aus dem Seminar auch eine Ausstellung entstanden, auch das Museum Würth in Künzelsau ist daran beteiligt …
Tappen: Als wir das Seminar konzipiert haben, war klar: wir wollen uns nicht nur aus der Theorie heraus mit dem Thema Verhüllung beschäftigen, sondern auch einen praktischen Teil in das Seminar integrieren, in dem die Studierenden etwas Eigenes erschaffen.
Bereits im vergangenen Jahr haben wir beim Diözesanmuseum wegen einer Kooperation für das Seminar angefragt. Das Museumsteam fand die Idee super und hat uns beim Konzept unterstützt. Mittlerweile hatten wir bereits gemeinsame Seminarsitzungen, zum Teil auch im Diözesanmuseum.
Linder: Im Januar – also vor dem offiziellen Beginn des Seminars im Sommersemester – haben wir gemeinsam mit unseren Studierenden die Ausstellung „Verhüllt, verschnürt, gestapelt – Christo und Jeanne-Claude " im Museum Würth in Künzelsau besucht. Die Führung hat dort uns alle sehr beeindruckt. Dabei ist die Idee entstanden, bei der Sammlung Würth Leihgaben für unser Projekt anzufragen – zu unserer eigenen Überraschung mit Erfolg.
Highlight der Ausstellung „Offenbar verhüllt“, die aktuell im Diözesanmuseum als „Intervention“ eingebaut ist, ist die „Verhüllte Violine“ von Christo. Die Exponate sind noch bis 31. Juli zu sehen.
Am 21. Juni gibt es einen Thementag im Diözesanmuseum…
Linder: Die Studierenden werden dort ihre eigenen Ideen und Objekte zum Thema Verhüllung präsentieren und mit den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung ins Gespräch gehen.
Anfang Mai haben wir uns im Seminar zum ersten Mal gegenseitig die Ideen für unsere eigenen Projekte vorgestellt. Dabei ist uns erst richtig bewusst geworden, wie viel an theologisch-theoretischen Überlegungen in der Frage „Was gestalte ich eigentlich als Kunstwerk?“ steckt. Wir sind alle keine „gelernten“ Künstlerinnen und Künstler. Trotzdem saßen wir da und haben uns gegenseitig erzählt, wie wir uns eine Verhüllung vorstellen können, was wir gerne verhüllen wollen und wie wir das machen wollen – es gibt ja dafür unendlich viele Möglichkeiten der praktischen Reflexion, weit über Christo und Jeanne-Claude hinaus.
Tappen: Simon Linder und ich werden bei der Veranstaltung ein paar einleitende Worte sprechen. Das Rahmenprogramm mit Tanz und Figurenspiel für den Tag hat das Diözesanmuseum organisiert.
Was genau am 21. Juni präsentiert wird, wissen wir natürlich noch nicht, das ist Teil des Prozesses. Es lohnt sich auf jeden Fall hinzukommen, sich Christos Kunst und die Ergebnisse unseres Seminars anzuschauen, über die Bedeutung von Verhüllung nachzudenken und in den Dialog zu treten – herzliche Einladung!
Das Interview führte Maximilian von Platen