Uni-Tübingen

Kursangebot Sommersemester 2026

Crashkurs ästhetisch Lesen

Dozentin: Heike Gfrereis 

Beginn: 27.04.26, 18.30 Uhr, online   

Ort: online / https://unistuttgart.webex.com/meet/heike.gfrereis + 1 Tag im Deutschen Literaturarchiv Marbach 

Maximal: 10 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

Eignung:  Anfänger*innen und Fortgeschrittene 

Wie lesen wir einen Text, wenn wir ihn als schöne Kunst wahrnehmen und empfinden? Und wie können wir mit anderen Menschen unsere Wahrnehmungen und Empfindungen teilen? Zur Vorbereitung: Viel lesen, unter anderem „Das Wasserzeichen der Poesie“ von Hans Magnus Enzensberger alias Andreas Thalmayr. 
 
Termine:  
27. April, 18.30 bis 21 Uhr (Vorbesprechung, online) 
5. Juni, 10 bis 17 Uhr (Deutsches Literaturarchiv Marbach) 
8. Juni, 18.30 bis 21 Uhr (online) 
22. Juni, 18.30 bis 21 Uhr (online) 
13. Juli, 18.30 bis 21 Uhr (online) 

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Die ganze Welt ist Text. Abbilden, aufnehmen, unkreatives Schreiben

Dozentin: Nina Lenz  

Di 10-12 Uhr, c.t. 

Beginn: 21.04.26 

Ort: Raum 308 (Melanchthonzimmer), Burse, Bursagasse 1 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen (an Termine anpassen)  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 
 

„Ich meinerseits bin an Gegenwart interessiert.“ Rolf Dieter Brinkmann 

Die Wahrnehmung der Gegenwart ist medial vermittelt und geformt, insofern ist die Literarisierung alltäglichen Erlebens ein spannendes, vielleicht utopisches Verfahren, das unser gewöhnliches Verständnis von Kreativität und Autorschaft hinterfragt. Wir sind umgeben von Texten. Wir bewegen uns in diesem Sommersemester heraus und sammeln, bilden ab, nehmen auf, zeichnen, fotografieren, schreiben…Was schon geschrieben ist, wird kopiert, geklaut, remixed. 

Ziel des Seminars ist eine kleine intertextuelle/intermediale Arbeit. 

Keine Voraussetzungen. Dies ist ein Fortsetzungskurs, jedoch sind neue Teilnehmer:innen genauso willkommen. 

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Drop the mike III

Dozentin: Nancy Hünger  

Di 12-14 Uhr 

Beginn: 21.04.26, c.t. 

Ort: Raum 032, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal 15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Dieses Format widmet sich dem Open Mike (dem wichtigsten literarischen Nachwuchspreis für Literatur). Dabei konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Prosa. 

Wir lesen: Die Texte der Preisträger*innen gemeinsam, studieren und diskutieren. Wir befragen die Texte kritisch. Sind sie gelungen, was macht sie gegenwärtig und preiswürdig. 

Wir schreiben: Welche literarischen Strategien bzw. Kunstgriffe lassen sich übernehmen, wie wird heute erzählt? Welche narrativen Kniffe werden angewandt?  Handlung oder Monolog? Zugleich sind wir dicht am Puls der Zeit, die Texte des Open Mike bieten einen spannenden Einblick in die aktuelle Gegenwartsliteratur und einen Ausblick auf den gegenwärtigen Stand akademischer Literatur-Produktion. 

Es gilt, anhand der Lektüre, Strategien für die eigene Text-Werkstatt zu entwickeln. Wir kopieren, spielen, modifizieren oder übertragen Stile, Formen und Konstruktionen, um die eigenen Texte, die während des Kurses entstehen, auf ihre literarische Anschlussfähigkeit zu überprüfen. Die so entstandenen Texte, die durch die Lektüre der Open Mike Texte inspiriert wurden, werden gemeinsam intensiv besprochen, diskutiert und wenn möglich fortlaufend überarbeitet. Jedes Jahr erscheint anlässlich des Wettbewerbs eine Anthologie, diese bietet die Basis für den Kurs. Die Lektüre ist Voraussetzung für die Teilnahme.

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Long distance runners VIII

Dozentin: Nancy Hünger  

Di 16.00 – 18.00, c.t.  

Beginn: 21.04.26  

Ort:  Raum 137, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50

Maximal: 12 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

Eignung:  Zertifikatsabsolvent*innen und Fortgeschrittene  

 

Du arbeitest bereits an Deinem ersten Roman, ringst mit einem Gedicht-Zyklus oder verzweifelst an einer längeren Erzählung? Du verfolgst seit Monaten oder Jahren selbstständig ein literarisches Projekt und sammelst Entwürfe in der berüchtigten Schublade? Du fragst Dich, ob die Konstruktion wirklich taugt, die Figuren glaubwürdig sind, die Perspektive sitzt?   

Dieser Kurs richtet sich an alle, die bereits eigenständig ein literarisches Projekt verfolgen und gemeinsam mit Kolleg*innen Ihre Texte in einem geschützten Raum präsentieren und der kritischen Überprüfung aussetzen wollen. Der Kurs bietet ebenso Raum, um Schwierigkeiten aller Art zu besprechen: Von der Veröffentlichung bis zur Blockade, von theoretischen, ästhetischen bis zu schreibpraktischen Fragestellungen.   

Der Kurs eignet sich besonders für Zertifikatsprojekte. 

Zur Anmeldung für diesen Kurs bitte eine Textprobe (maximal 10 Normseiten als PDF) und falls vorhanden ein Exposé einreichen bei: elisabeth.bohley@uni-tuebingen.de.

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Die Lust am Scheitern, Kurs I und II

Dozenten: Volker Quandt, Harry Kienzler (Theatersportler) 

Kurs I: Di 18.00-20.00 

Beginn: 14.04.26, 18.00 Uhr 

Ort: LTT, Eberhardstr. 6  

Maximal: 16 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Kurs II: Di 20.00-22.00 

Beginn: 14.04.26, 20.00 Uhr 

Ort: LTT, Eberhardstr. 6  

Maximal: 16 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte  

Eignung: Anfänger*innen und Fortgeschrittene    
 

Improvisieren heißt Scheitern. Und zwar immer wieder auf’s Neue. Aber kann man Lust am Scheitern entwickeln? Ja, man kann! Es steckt sogar ein gewisses Suchtpotential im Scheitern, denn man will es mit der Zeit immer öfter und besser tun. Volker Quandt’s IMPRO-Akademie an der Uni Tübingen gibt es seit 2007 und läuft unter dem Thema „Kommunikationskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung" und ist offen für Studierende sämtlicher Fakultäten.   

Am Ende des Kurses gibt es die Impro-Akademie-Werkschau (21.07.26, 19.30 Uhr im LTT). An diesem bunt improvisierten Abend gibt es eine öffentliche Aufführung, welche dem Publikum Einblicke in die im Kurs erlernten Impro-Techniken und -Spielformen gibt, die auch beim allseits bekannten Theatersport (von Volker Quandt 1990 nach Tübingen gebracht) zur Anwendung kommen. Dabei steht das Entwickeln von Geschichten im Mittelpunkt allen Scheiterns, denn man ahnt ja gar nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, eine Geschichte kaputt zu machen. Beispiele? Indem man negativ ist, blockiert oder annulliert, die Geschichte auf eine Seitenspur führt, originell sein will, nur schwafelt, oder sich sich einfach in so genannten „übereingekommenen Aktivitäten“ verheddert. Die Lust am Scheitern. 

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Manchmal spür ik Lyrik

Dozentin: Nancy Hünger  

Mi 10.00 – 12.00, c.t.  

Beginn: 22.04.26 

Ort:  Musikwissenschaftliches Institut, Pfleghof, Raum 1.07 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Zeitgenössische Lyrik ist vielfältig, experimentierfreudig und eng mit gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Fragestellungen verbunden. Oder nicht? Dieses Seminar bietet einen Einblick in die zeitgenössische deutschsprachige Lyrik, dabei kommt auch die eigene poetische Praxis nicht zu kurz. 

Ausgangspunkt bilden Veröffentlichungen aus den letzten fünf Jahren, die einen repräsentativen Querschnitt gegenwärtigen lyrischen Schreibens bieten. Anhand ausgewählter Bände untersuchen wir zentrale Themen, Formen, Stimmen und Schreibweisen der Gegenwartslyrik. Gemeinsam analysieren wir poetische Verfahren, Sprachhaltungen und ästhetische Konzepte. 

Auf dieser Grundlage entwickeln wir eigene Gedichte. In Schreibübungen, Werkstattgesprächen und Feedbackrunden wird das eigene Schreiben erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, sowohl das Verständnis für zeitgenössische Lyrik zu vertiefen als auch die eigene lyrische Ausdrucksfähigkeit zu stärken.

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Kreatives Denken und Schreiben

Dozentinnen: Nancy Hünger und Carolin Führer 

Mi 14.00 – 16.00, c.t. 

Beginn: 22.04.26 
Ort: Raum 415, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Kreatives Denken und Schreiben scheitert & gelingt...in jedem Fall ist dieses zuweilen biografisch einschneidend und findet bei jedem/ jeder Nicht-/ Wenig-/Vielleser*in im Laufe des Lebens statt. 

Kreative Ideen und Texte lassen uns alle zu Literaturliebhaber*in, Gelegenheitsleser*in, "Nichtleser"*in usw. bestimmter Genres, Gattungen usw. werden. Daher haben auf Bitten der Seminarleitung Schriftsteller/Künstler*innen der Gegenwart wie Clemens Setz, Ulrike Draesner, Ingo Schulze, Nils Mohl, uvm. Literaturvermittlungsszenen eine eigene Stimme und Sprache gegeben. Anliegen des Seminars wird es nun sein, die Texte der Autor*innen gemeinsam zu sichten, zu reflektieren, zu systematisieren sowie um eigene Texte zu erweitern. 

Dabei wird es auch darum gehen, eigenen (Nicht-) Leseerfahrungen kreativ nachzuspüren sowie „Antworten“ und Fragen zu den Texten der Autor*innen zu generieren. Ziel des Seminars ist es, an einer Anthologie mitzuwirken, in der auch die Stimmen der Seminarteilnehmer*innen Ausdruck finden können, sodass ein vielstimmiges Bild von Literaturvermittlung entsteht, das über eine gesellschaftlich funktionalisierte Erwartung von Kreativität und den Gebrauchswert von Literatur hinausgeht. 

Darüber hinaus werden im Seminar Aspekte schulischer wie außerschulischer Kreativitätsförderung und Literaturvermittlung thematisiert. 

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Wie vermisst man eine Literaturlandschaft? Baden-Württemberg zum Beispiel. 

Dozentinnen: Nancy Hünger, Heike Gfrereis, Carolin Callies & Gäste   

Kompaktkurs an 2-3 Wochenenden, Zeiten werden noch besprochen   

Beginn: 24.04. / 10.00 Uhr s.t.   

Maximal: 10 Teilnehmer*innen aus Tübingen                                                                            

Ort: online   

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  
 

Was zeichnet eine Literaturlandschaft aus? Welche Orte, Räume und Atmosphären, Berge, Städte, Dörfer, Flüsse, Seeen, Wälder? Welche Autor*innen, Verlage und Netzwerke, Institutionen und Festivals? Welche Gattungen, Themen, Motive und Stile, welche Metaphern und Materialien, Klänge und Rhythmen?    

Die Erforschung der Literaturlandschaft Baden-Württemberg stand im ersten Teil (Wintersemster) dieses zweisemestrigen Seminars im Mittelpunkt. Im zweiten Teil (Sommersemester) entwerfen wir gemeinsam ein Programm, mit dem sich diese Literaturlandschaft öffentlich auf Buchmessen (wie Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Bad Mergentheim) präsentieren könnte.  Dabei fließen kuratorische, organisatorische und gestalterische Überlegungen ebenso ein wie Fragen der literarischen Repräsentation, Öffentlichkeitsarbeit und kulturellen Positionierung.  

Das Seminar richtet sich an Studierende mit Interesse an Literatur, Kulturarbeit und kuratorischer Praxis. Eigenständige Recherche, Teamarbeit und kreative Konzeption sind wesentliche Bestandteile des Seminars.  

 

Termine 

24.4. digital  

22.5. Marbach  

12.6. digital  

19.6.digital  

10.7. wird noch entschieden 

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Die Universität und die Lust am Text. Ein literarisches Forschungskolloquium

Dozentin: Nina Lenz  

Beginn: 24.04.26 / freitags alle zwei Wochen von 14-16 Uhr. 
Ort: Raum 137, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50,  
Maximal: 7 Teilnehmer*innen (an Termine anpassen)  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 
Eignung:  Zertifikatsabsolvent*innen und Fortgeschrittene   

 

Dass er mich begehrt, der Text, schreibt Roland Barthes. 

Wir wollen untersuchen, was an der Universität – zwischen Anforderungen, Sekundärtexten, Schreibblockaden und Abgaben –  mit unserem Schreiben, unserer eigenen Schreibstimme passiert. Geht die Lust verloren? Wie wäre es, ganz anders zu schreiben? 

Ziel des Forschungskolloquiums ist die Veröffentlichung eines kollektiven Texts, der alles zwischen literarischem Experiment, Essay und wissenschaftlichem Artikel sein darf. 
 

Theater denken. Spielräume des zeitgenössischen Theaters.

Dozent: Stefan Tigges 

Beginn: Donnerstag, 07.05.26, 17.00 Uhr, weitere Termine siehe unten

Maximal 15 Teilnehmer*innen  

Ort: Zimmertheater 

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

„Komischerweise sieht man den Menschen, der spielt, deutlicher, als wenn er nicht spielt.“ 

Jette Steckel 

  

Was bewegt eigentlich aktuell die szenischen Künste und wo liegen deren gesellschaftliche, künstlerische und strukturelle Herausforderungen? Welche Rolle spielt hier das Zimmertheater Tübingen? Wie lassen sich Aufführungen genauer beschreiben und analysieren? Welche Werkzeuge werden dafür benötigt und wie lassen sich diese produktiv einsetzen? Und welche Funktionen und Bedeutungen hat eigentlich Dramaturgie im Theater? 

Um uns diesen Fragen zu nähern, werden wir uns mit ausgewählten Texten auseinandersetzen und uns folgende Inszenierungen im Zimmertheater gemeinsam ansehen: 

 

Suzie Miller, Prima Facie, Donnerstag, 07.05.26, 17-22 Uhr

William Shakespeare, Der Sturm, Donnerstag, 21.05.26, 17-22 Uhr 

Anat Gov, Oh Gott!, Freitag, 29.05.26, 17-22 Uhr

Anton Tschechow, Johanna Engel, Temptation (Eine Platonov Collage), Freitag, 26.06.26, 17-22 Uhr 

  

Zudem werden wir Nachgespräche mit SchauspielerInnen führen oder auch einmal Regisseure zu uns in die Veranstaltung einladen. 

Bei Interesse können wir uns im Vorfeld ebenso genauer mit Stücken/Spielfassungen beschäftigen oder anknüpfend an die Vorstellungsbesuche kurze Theaterkritiken verfassen, um diese dann im Seminar vorzustellen als auch zu diskutieren. 

  

Die Veranstaltung findet im Zimmertheater Tübingen in Form von 4 mehrstündigen Blöcken statt. Die Termine werden frühzeitig kommuniziert. 

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Schreiben als Selbstfürsorge

Dozent: Farhad Showghi 

Kompaktseminar: 17.-19.04.2026 

Fr 15-20 Uhr 

Sa 10-13 und 15-18 Uhr 

So 10-13 Uhr 

Beginn: 17.04., 15 Uhr, c.t. 

Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal :15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Ein Seminar über Selbst- und Realitätserleben im Gedicht– also auch: Poesie und Wahrnehmung, denn über letztere dringt die Wirklichkeit in die Landschaft des Gedichts ein. Wir üben das Schreiben ins Offene hinein, suchen den Bogen von einem minimalen, präreflexiven bis hin zu den ersten, noch nicht begrifflich zugerüsteten Ansätzen eines narrativen Selbsterlebens. Anders gesagt: Ich schreibe nicht ein Gedicht, ich lasse mich es schreiben.  Dieser Prozess zielt darauf ab, unser unmittelbares Erleben befreit von all den Einklammerungen, von Annahmen, Meinungen, Erfahrungen und Vorurteilen auch der Sprache und ihrer Indifferenzen einzufangen. Wir erfahren das Gedicht auch als eine affektiv-kognitive Organisationseinheit des mentalen Systems. Als Simulationsraum, wo Körper, Landschaft, Handlungen und Affekte in Beziehung zueinander treten und  über Sprache einen Aufenthaltsort generieren, der uns selbst überrascht - bestenfalls auch Unbewusstes aufleuchten und die psychische Balance halten lässt. 
 

Das Seminar schließt an die Lyrik-Veranstaltung „ich kenne viele Wörter und keines davon passt. Schreiben als Selbstfürsorge“ an und findet in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) und dem Museum Hölderlinturm statt. Beide Formate stehen in Voraussicht auf die Sonderausstellung „Schreiben für die Seele“, die ab dem 11. September 2026 im Museum Hölderlinturm zu sehen sein wird.

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Hip-Hop und Rap – Literatur, Kultur und Haltung

Dozenten: Toni Landomini und Bryan Vit 

Kompaktseminar: 26.06.-28.06.2026 

Fr 15-18 Uhr 

Sa 10-13 und 15-18 Uhr 

So 10-13 Uhr 

Beginn: 26.06.26, 15 Uhr, c.t. 

Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal :15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

In diesem Kurs geht es darum, mutig deine Stimme zu nutzen, deine Geschichte zu erzählen und dabei spielerisch mit Sprache und Schrift zu experimentieren.  

  

Gemeinsam mit Hip-Hop Pionier und Rap-Literat Toni Landomini aka Toni-L und Bryan Vit vom Freien Hip-Hop Institut Heidelberg erfährst du in lockerer Atmosphäre Hintergrundwissen zur Philosophie und Geschichte von Hip-Hop, decodierst Lyrics und Graffiti, schreibst und rappst eigene Texte und lässt dich vom Flow des Funks mitreißen. 

  

Im Zentrum steht der individuelle Ausdruck, der gemeinsame Spaß und das praktische Spiel mit Wort, Schrift und Sprache. 

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In Wald und Flur - Kreatives Schreiben unterwegs

Dozentin: Laura Bon 
Kompaktseminar: 03.-05.07.26 

Freitag bis Sonntag, jeweils 10-18 Uhr c.t. 
Beginn: 03.07., 10 Uhr, c.t. 
Ort: Raum 033, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Für den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft brauchen wir auch Geschichten, die Mut machen und Erzählungen von Menschen, die etwas bewegen.  Wir begeben uns auf die Spurensuche der Wiederentdeckung der einst verschollenen Alblinse durch den Hülsenfrüchte- Pionier Woldemar Mammel und erproben verschiedene Spielarten des Storytellings (z.B. Reportage). Dann machen wir eine spannende Exkursion zur Solidarischen Landwirtschaft Tübingen (Biolandhof Waldhausen) und lernen etwas über den Zusammenhang von Bohne und Boden, Klima und Ernährungswende. 

Freitag:  Hülsenfrüchte- Ackerwunder für Planet und Mensch? Exkursion zum Biohof  

Samstag: Auf bald, lieber Wald! Waldexkursion 

  • Achtsamkeitsspaziergang durch den Wald 

  • Kreativübung: Waldwelten. Über Beobachtungen, Wahrnehmungen und Eindrücke schreiben (Nature writing, Naturlyrik) 

  • Wem gehört der Wald? Besprechung von Romanauszug zum Hambacher Forst und Input zum geplanten Bau des Schindhaubasistunnels in Tübingen 

  • Kreativübung: Waldtexte. Activist Poetry, Foto- Essay oder Fantasy- Kurzgeschichte zum Wald vor Ort verfassen 

Sonntag: Auf in den Amazonas! Exkursion zum Botanischen Garten der Uni Tübingen 

  • Exkursion zum Botanischen Garten/ Tropicarium der Uni Tübingen 

  • Interaktives Quiz zum Amazonas- Regenwald  

  • Multispecies Storytelling: Geschichten und Gedichte aus der Perspektive von Pflanzen und Tieren schreiben 

  • Gruppenarbeit zur Living Forest Declaration und zum erfolgreichen Widerstand der indigenen Gemeinschaft der Sarayaku in Ecuador. Analyse verschiedener medialer Formate (Instagram, Foto-Essay, Bilderbuch, Deklaration etc.) 

  • Texte zu Fotos verfassen 

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Masterclass mit der Songpoetin Sarah Lesch

Dozentin: Sarah Lesch

Kompaktseminar: 06.07.-07.07.26 / jeweils von 10:00 - 18:00 Uhr
Teilnehmer*innen: Maximal 12!
Ort: NN

 

Die zweitägige Masterclass mit der Songpoetin Sarah Lesch widmet sich der Kunst des Liedschreibens am Beispiel des eigenen Werkes, aber auch durch die Analyse bekannter deutschsprachiger Lieder der verschiedenen Generationen von Liedermacherinnen und Liedermachern. Im Kurs wird es u.a. um die Erarbeitung des preisgekrönten Liedes „Testament“ aus dem Jahr 2015 und um weitere philosophische Songs, um Liebes- und Protestlieder aus dem breiten Repertoire der Musikerin gehen. Die Kunst des Liedes ist ungeheuer vielfältig.

Der Fokus der gemeinsamen Arbeit liegt auf dem Liedtext, der Lyrik, die dann vertont wird. Wie gestaltet man ein Lied? Eine Strophe? Einen Refrain? Eine Bridge? Wie erzählt man eine Geschichte in Liedform? Ein Lied zu schreiben, bedeutet sich offen und verletzlich zu zeigen und dennoch auch eigene und fremde Grenzen zu respektieren. Wieviel gibt man von der eigenen Geschichte preis? Was riskiert man? Das persönliche Lied zeigt den Menschen, der es geschrieben hat, auf eine ganzheitliche Weise, dient der Selbsterkenntnis als Künstlerin oder Künstler. Immer wieder geht es auch bei einer so erfahrenen Liedpoetin wie Sarah Lesch um den besonderen Moment, in dem sich die eigene Kreativität entfalten kann. Und auch um das Überwinden von Blockaden. Dieser Prozess beginnt mit dem weißen Blatt, mit der Frage, wie das Schreiben beginnt, und vollendet sich auf der Bühne vor dem Publikum.

Der praxisorientierte Workshop eröffnet den Studierenden zudem die Möglichkeit, eigene Werke zu präsentieren und zu diskutieren. Wer möchte, kann gerne ein Instrument mitbringen, z.B. eine Gitarre, oder – wenn vorhanden – Aufnahmen von eigenen Liedern vorspielen. Die Veranstaltung endet mit einem Wohnzimmerkonzert im Club Voltaire, bei dem Sarah Lesch zusammen mit ihrem Gitarristen in familiärem Rahmen performen wird.

Mariaberg: Schreiben/Erinnern

Dozent: Luca Kieser 
Kompaktseminar: 17.-19.07.26  

Freitag 15-20 Uhr 

Samstag 10-13 und 15 –18 Uhr 

So 10-13 Uhr 
Beginn: 17.07., 15 Uhr, c.t. 
Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

  

Mariaberg liegt auf der Schwäbischen Alb, seit Mitte des 19. Jahrhunderts leben hier Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen in einer dorfähnlichen Struktur.  

Etwa 25 Kilometer entfernt liegt die Tötungsanstalt Grafeneck, wo ab 1940 zehntausend Menschen im Zuge der „Euthanasie“ ermordet wurden, mindestens 61 Tötungen von Bewohner:innen Mariabergs sind dokumentiert. Der damalige Heimleiter hat den Tötungen zugearbeitet, andere haben sich geweigert. Wenige haben überlebt.  

  

Wie schreibe ich über einen solchen Ort? Wie schreibe ich über diese Verbrechen? Wie schreibe ich über Menschen, die hier gelebt oder gearbeitet haben? Wie recherchiere ich? Durch die gemeinsame Lektüre von fremden und Besprechung eigener Texte werden wir versuchen, Antworten zu finden. Es wird darum gehen, Worte zu finden für Dinge, bei denen wir uns zurecht die Frage stellen: Kann ich das überhaupt erzählen?  

  

Wir werden uns über Techniken und Methoden unterhalten, die bei literarischen Projekten gebraucht werden. Recherche, Notation, Routine, konzeptuelle Vorüberlegungen.  

  

Teilnahmevoraussetzungen: 

  

Zu Beginn des Semesters wird von der Seminarleitung eine Liste mit Texten geteilt, die sich mit Mariaberg oder inklusivem Schreiben beschäftigen. Die*der Studierende bereitet entweder ein kurzes Referat über einen dieser Texte vor oder schreibt zu einem Thema, das einer der Texte berührt, einen eigenen Text und stellt diesen im Seminar zur Diskussion.  

Das Seminar findet auf Deutsch statt, geschrieben werden kann in jeder Sprache.  

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