Uni-Tübingen

Martin Sinn

Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Kontakt

Universität Tübingen
SFB 1391 „Andere Ästhetik“
Keplerstr. 17
D-72074 Tübingen

Raum 26

 +49 (0)7071 29-75110
martin.sinnspam prevention@uni-tuebingen.de


Kurzvita

2020

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 1391 "Andere Ästhetik" an der Eberhard Karls Universität Tübingen

2019

Abschluss des Masterstudiums an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Literatur- und Kulturtheorie)

2019

Abschluss des Lehramtsstudiums (1. Staatsexamen) an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Französisch, Italienisch, Deutsch)

2011

Lehramtsstudium (Französisch, Italienisch, Deutsch) und Masterstudium (Literatur- und Kulturtheorie) an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Université Sorbonne Nouvelle, der École Normale Supérieure de Lyon und der Université Lumière Lyon 2


Forschung

Forschungsprojekt

Benedetto Varchis Sprachtheorie im Spannungsfeld von Ästhetik und Funktionalität

Mit Benedetto Varchi widmet sich der Teilprojektbereich Italien einer Figur, die in der Forschung zur Questione della lingua im 16. Jahrhundert bislang kaum Beachtung fand. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Sprachtheorie und -ästhetik herauszuarbeiten, die der Geschichtsschreiber, Übersetzer und Dichter unter anderem in seinem 1570 postum veröffentlichten Dialog L’Ercolano entwirft.
Vor dem Hintergrund einer im 16. Jahrhundert angestoßenen graduellen Entwicklung von einer Literatur- hin zu einer Nationalsprache soll in Varchi eine Schlüsselfigur angenommen werden, die einzelne Positionen der italienischen Sprachenfrage – so etwa die Pietro Bembos, Baldassar Castigliones oder Niccolò Machiavellis – nicht nur aufgreift und nebeneinander stellt, sondern diese modifiziert und trotz teils konträrer Standpunkte zu einem eigenen Modell zusammenfügt. Aus dieser Vermittlungsarbeit und der damit einhergehenden Fokussierung des gesprochenen Gebrauchs und des uso popolare resultiert ein Shift vom Pol der kommunikativen Distanz, wie sie etwa Bembos Modell kennzeichnet, zu dem der kommunikativen Nähe. Eben dieser Shift erweist sich wiederum als grundlegend für die von Leonardo Salviati und seiner Accademia della Crusca – im Sinne einer puristischen Praxis – vorangetriebenen Kodifizierungsarbeit.

Publikationen

Sinn, Martin/Varga, Eva: „Sprachliche Unsicherheit bei Standardsprechern. Ein Vergleich zwischen französischen und deutschen Sprechern“, in: Sprachliche Unsicherheit in der Romania, hrsg. von Eva Varga und Inga Hennecke, Frankfurt a. M.: Peter Lang 2020, S. 153–183.

Vorträge

2021: [C]ome tavole di pittura poste al suo bono e natural lume – Der Beitrag von Architektur- und Malereibezügen für die Thematisierung von Norm und Diversität in lateinischen, italienischen und französischen Sprachtraktaten der Frühen Neuzeit (gemeinsam mit Katharina Fezer), Internationale Tagung (SFB-Tagung) „Ästhetisches Aushandeln. Normen und Praktiken in der Vormoderne“, Universität Tübingen, 11.–13.11.2021. (hybrid, Vortrag in Präsenz)

2021: Akademievorträge als Anfänge fachsprachlicher Traditionen im volgare? Benedetto Varchis Lezioni sul Dante, XXXVII. Romanistenentag, Sektion: Fachsprachen, Expertenkulturen und Standardisierung in der Romania der Frühen Neuzeit. Augsburg, 04.–07.10.2021. (digital)

2020: Benedetto Varchis Sprachtheorie und -ästhetik im Spannungsfeld von Literatur- und Nationalsprache, Projektbereichstreffen des SFB 1391 Andere Ästhetik, Universität Tübingen, Neuphilologicum, 29.06.2020. (digital)

2017: „Sprachliche Unsicherheit bei StandardsprecherInnen“ (gemeinsam mit Dr. Eva Varga) auf dem XXXV. Romanistentag in Zürich.

Lehrveranstaltungen

PS I: Einführung in die Sprachwissenschaft des Italienischen (SoSe 21)