Pressemitteilung
04.09.2026
Brasilien: Schnell noch heiraten aus Angst, das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe zu verlieren
Zahl lesbischer und schwuler Trauungen stieg nach Wahl Jair Bolsonaros im Jahr 2018 zum Präsidenten vorübergehend sprunghaft an – Stärkster Anstieg vor Amtsantritt in Hochburgen Bolsonaros
Die Wahl Jair Bolsonaros, der sich wiederholt homophob geäußert hatte, im Jahr 2018 zum Präsidenten Brasiliens hat dort die Zahl gleichgeschlechtlicher Trauungen vorübergehend sprunghaft ansteigen lassen. Der Anstieg war in den Städten und Gemeinden besonders hoch, in denen zuvor besonders viele Wählerinnen und Wähler für Bolsonaro gestimmt hatten. Das zeigt eine Studie der Universitäten Tübingen und Valencia sowie der Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel, die im Journal of Population Economics erschienen ist.
„Bereits ein befürchteter Verlust von Rechten kann das Verhalten der Angehörigen von Minderheiten direkt beeinflussen – sogar dann, wenn die Furcht unbegründet ist und sich die Rechtslage wie in Brasilien gar nicht ändern kann“, sagt Mateus Maciel, einer der Autoren der Studie und Doktorand im Bereich Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Arbeitsmärkte. Für die Forschenden stellt das kein irrationales Verhalten dar, weil die Betroffenen die Kosten eines möglichen Verlusts auf ihr Recht zu heiraten höher bewerten als die Kosten einer Eheschließung. Es genüge also bereits eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Gesetzesänderung, um die spontanen Eheschließungen auszulösen.
Kontakt:
Mateus Maciel
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Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Arbeitsmärkte
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