Pressemitteilung
03.07.2026
Forschende wollen Ursachen von Veränderungen in Singvögel-Population besser verstehen
Im Botanischen Garten der Universität Tübingen werden in den nächsten zehn Jahren Vögel vermessen und beringt – Daten sollen helfen, Artenschutz zu stärken
Forschende der Universität Tübingen sammeln in einem neuen Langzeitprojekt detaillierte Informationen zur Singvögel-Population. Sie wollen unter anderem verstehen, wie sich Bestände entwickeln oder warum manche Arten zunehmen, während andere zurückgehen. Dazu beteiligt sich seit Mai das Institut für Evolution und Ökologie mit dem Botanischen Garten am bundesweiten „Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen“ (IMS).
Für das Projekt werden Singvögel im Arboretum des Botanischen Gartens der Universität Tübingen gefangen, beringt, vermessen und umgehend wieder freigelassen. Die Abläufe sind so optimiert, dass die Interaktion mit den Tieren so schnell als möglich abläuft. Insgesamt zwölf Fangtermine in der Brutzeit von Mai bis August sind geplant, an denen für die Tiere ungefährlichen Netze eingesetzt werden.
Untersuchen, warum sich Populationen verändern
Das IMS ist ein Programm der deutschen Vogelwarten nach europaweiten Standards. Ziel ist es, die Ursachen von Bestandsveränderungen bei Singvögeln besser zu verstehen. Während klassische Vogelzählungen vor allem zeigen, ob Bestände zu- oder abnehmen, liefert das Beringungsprogramm zusätzliche Informationen darüber, warum sich Populationen verändern. So können Forschende aus den Daten Rückschlüsse auf den Bruterfolg und die Überlebensraten der Vögel ziehen. Anhand der beringten Vögel, die im Folgejahr erneut eingefangen werden, erkennen die Forschenden, ob Veränderungen vor allem während der Brutzeit oder im Winterhalbjahr entstehen.
„Wenn wir Vogelarten wirksam schützen wollen, müssen wir verstehen, welche Faktoren hinter Bestandsveränderungen stehen. Das gelingt nur mit langfristigen Daten, die über reine Bestandszählungen hinausgehen“, sagt Projektleiter Dr. Nils Anthes vom Institut für Evolution und Ökologie. Das Projekt ist deshalb langfristig angelegt und soll bis zu zehn Jahre fortgeführt werden.
Kontakt:
Dr. Nils Anthes
Universität Tübingen
Institut für Evolution und Ökologie
Telefon +49 7071 29-74617
nils.anthesspam prevention@uni-tuebingen.de
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