27.01.2025
Workshop über “Intervention Studies in Pedagogical Construction Grammar”
Interdisziplinärer internationaler Austausch in Tübingen zu neuen Sprachlernmethoden.
von Eleni Kanli
Im Dezember fand in Tübingen ein eintägiger Workshop statt, der von LEAD-Mitglied Eleni Kanli organisiert und vom IWM sowie dem wissenschaftlichen Netzwerk CoPreSpa finanziert wurde. Die Veranstaltung brachte internationale Expert:innen aus Tübingen, Barcelona, Navarra, Freiburg, Mannheim und Salzburg zusammen zum Thema Interventionsstudien, welche die Wirksamkeit der pädagogischen Konstruktionsgrammatik und des digital unterstützten Lernens im Fremdsprachenunterricht untersuchen.
Im Mittelpunkt des Workshops stand ein linguistischer Ansatz, der traditionelle Grammatiktheorien wie Chomskys Universalgrammatik in Frage stellt, indem er die Rolle von Form-Bedeutungs-Paaren entlang eines Lexikon-Grammatik-Kontinuums betont. Gestützt auf die Arbeiten von u. a. Goldberg (2006), De Knop & Gilquin (2016) und Boas (2022) wird das Verständnis des Fremdsprachenlernens als dynamischer Prozess des Konstruktionslernens gefördert. Dieser Ansatz geht über die Lehre von festen sogenannten „Chunks“ hinaus, wie es beispielsweise der Satz „I don't know“ wäre, sondern umfasst stattdessen unterschiedliche Grade an Komplexität, wie beispielsweise [I don't + verb]. Dies ermöglicht es Lernenden, Konstruktionen in der Kommunikation zu nutzen.
Der Workshop diente als Plattform für den interdisziplinären Austausch und stärkte insbesondere den Dialog zwischen Linguistik und Bildungswissenschaften. Die Teilnehmenden erkundeten die Chancen und Herausforderungen der Anwendung von Interventionsstudien im realen Fremdsprachenunterricht und die Berücksichtigung der individuellen Unterschiede der Schüler:innen, sei es im L1-Unterricht in der Grundschule oder beim angeleiteten L2/L3-Lernen von Englisch oder romanischen Sprachen in der Sekundarstufe. Das Zusammenspiel zwischen dem dynamischen linguistischen Ansatz der Konstruktionsgrammatik und den Interventionsstudien kann zu einem tieferen Verständnis von Konstruktionen beim Fremdsprachenerwerb führen, sowie zu ihrer Anwendung im Unterrichtsmaterial. Die Veranstaltung hat den Wert des interdisziplinären Dialogs und Wissensaustauschs zur Verbesserung von Sprachlehrmethoden für verschiedene Sprachen und Bildungsstufen hervorgehoben. Wir freuen uns auf einen weiteren Austausch.