Uni-Tübingen

Ministerien & Stadtverwaltung

Beschreibung

Lebenslang dieselbe Stelle - eine Laufbahn in einer Behörde haftet oftmals ein Negativimage mit eintönigen und wenig abwechslungsreichen Arbeitsroutinen an. Dabei handelt es sich allerdings um ein Klischee. Tatsächlich geht die Behördenlaufbahn mit der Verbeamtung einher, was jedoch nicht bedeutet, dass einen lebenslang dieselben Aufgaben “verfolgen”.  Im Gegenteil: Die Karriereverläufe sind oftmals von extremem Wechsel geprägt und erfordern eine hohe Flexibilität. Es wird oft in neuen Teams mit neuen Tätigkeitsprofilen und Aufgabengebieten gearbeitet.

In allen drei Bundesministerien insbesondere Fachhintergründe in Rechtswissenschaften gesucht. Daneben sind auch Wirtschafts-, Verwaltungs- und Politikwissenschaften gefragt. In jedem Fall werden eher GeneralistenInnen als SpezialistenInnen gesucht: Aufgrund eines Rotationsprinzips werden unterschiedliche Abteilungen durchlaufen. Dabei fallen Querschnitts- und Verwaltungsaufgaben wie Rechtsfragen, Budgetverwaltung, Berichtswesen, Personalangelegenheiten oder auch Öffentlichkeitsarbeit an. Im Landesministerium können projektbezogen auch spezialisierte Fachhintergründe (insbesondere aus den Naturwissenschaften) gefragt sein. Ebenso sind im Ministerium für Forschung häufig wissenschaftliche Qualifikationen erforderlich, was auch mit der Außenwirkung zusammenhängt. Ebenso ist in der Stadtverwaltung im Museumsbereich eine Promotion von Vorteil. Die Aussichten auf eine Führungsposition sind dabei jedoch gering.

Gehalt

Die Gehälter in Behörden richtigen sich nach dem Tarifvertrag Öffentlicher Dienst. Die genauen Gehaltsstufen können der TVöD-Entgelttabelle entnommen werden. Die Eingruppierung richtet sich dabei nach Beschäftigungsbereich, Erfahrungsstufe und geltendem Tarifvertrag.

Befristung

Dafür sind unbefristete Stellen nur in Ausnahmefällen ausgeschrieben (Elternzeitvertretungen oder Drittmittelstellen). Generell wird ein langfristiges Arbeitsverhältnis angestrebt, das auch mit d er Verbeamtung einhergehen kann.

Bewerbung

Wer eine Behördenlaufbahn anstreben möchte, sollte möglichst im Studium ein Praktikum in einer Behörde absolvieren. Das kann für eine erfolgreiche Bewerbung ausschlaggebend sein. Aber auch andere Praktika werden gerne gesehen. Zudem wird eine zweigjährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Eine Promotion ist dagegen kein Einstellungskriterium, schmälert aber auch nicht die Bewerbungsaussichten. Die Promotion bildet in der Regel nur dann eine zwingende Voraussetzung, wenn eine explizite Forschungstätigkeit mit der jeweiligen Stelle verbunden ist. Im Museumsbereich der Stadtverwaltung bildet sie ebenfalls ein relevantes Einstellungskriterium. Im Ministerium für Forschung wird dagegen nicht nur häufig eine Promotion erwartet, es wird auch interdisziplinäres Arbeiten erwartet. Andernfalls ist die Promotion eher ein Surplus, das nicht einstellungsentscheidend ist. Generell sollte ein Wechsel aus der Wissenschaft also nicht zu spät geschehen und spätestens nach der ersten Postdoc-Stelle erfolgen, da die Einstiegschancen andernfalls sehr schlecht sind.

In einigen Ministerien sollte darüber hinaus die Bereitschaft bestehen, den Dienstort zu wechseln oder sogar ins Ausland zu gehen. Die genauen Anforderungen sind prinzipiell den Stellenausschreibungen zu entnehmen. In der Regel werden Stellen in Ministerien zwei Mal im Jahr ausgeschrieben. Die Auswahlverfahren sind mehrstufig und oftmals auch mehrtägig. Dabei wird häufig ein schriftliches und mündliches Assessment-Center angesetzt.