Uni-Tübingen

Termine, Veranstaltungen & Ausschreibungen

Lesung und Gespräch 19. September 2026, 11-13 Uhr Stadtmuseum Tübingen Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Ein Leben in Armut in Ghana, die Migration nach Deutschland, Mutter abgeschoben, geliebter Großvater verstorben und plötzlich Pflegekind. Das war nur der Anfang von Glorias aufregendem Leben. Denn ihr weiterer Weg war mit vielen anderen Hürden gepflastert: Rassistische Angriffe, Schwangerschaft in der Schulzeit, fehlende Unterstützung durch Mitmenschen u.v.m. Heute ist Gloria Lehrerin, Moderatorin, Autorin, Coachin, Mutter, eine vielseitig ehrenamtlich Engagierte und unfassbar glücklich!

Glorias Geschichte ist eine, die zeigt: Vielfalt ist ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft, für uns alle! Die Lesung mit Musik und west-afrikanischer Verpflegung macht den Schatz erlebbar, der in unsererer Vielfalt steckt. Gemeinsam finden wir im Gespräch heraus, was unsere vielfältige Gesellschaft braucht und was jede*r von uns beitragen kann.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Stadtmuseum Tübingen statt. Sie wird gefördert im Rahmen von TAKT – Tübingen aktiv gegen Diskriminierung.

Ausschreibung Essay*

Zählen meine Worte?

Schreiben an der Universität bedeutet oft: Hausarbeit, Protokoll, Leistungsnachweis. 

Aber was passiert danach mit dem Text? Und mit dem, was darüber hinausgeht? Mit Gedanken, die nicht abschließen wollen? Mit Stimmen, die nicht zitiert, sondern gehört werden möchten? Ist die Hausarbeit für die Schublade, nur eine unerfreuliche Hürde, bis zur nächsten Hausarbeit? 

Wir fragen: Zählen Eure Worte? Zählen meine Worte? 

Und laden euch ein, diese Frage in einem Essay zu erkunden. Was zählt im akademischen Raum? Wer bestimmt, was Relevanz hat? Zählen Worte nur, wenn sie benotet oder veröffentlicht werden – oder beginnt Bedeutung schon im Formulieren selbst? 

Gesucht wird: Ein Essay. Ein Versuch. Ein Text, der sich tastend, kritisch oder poetisch mit dieser Frage auseinandersetzt.

Wir laden ein, das Schreiben (auch an der Universität) neu zu denken – persönlich, politisch, theoretisch, literarisch, performativ. 

Einsendeschluss: 1.Oktober,
an: contactspam prevention@lab-lea.de

Was danach mit eurem Text geschieht, entscheidet ihr: Lektorat? Veröffentlichung? Gespräch? 

Diese Ausschreibung ist Teil des Forschungsprojektes: [‘LEA]: Laboratorium für experimentelle Autor*innenschaft Tübingen - Weimar

* Der Essay interessiert uns als Form, aber nicht der leitfadengerichtete, wissenschaftlich strukturierte Essay. Mit Theodor W. Adorno „ […] ähnelt der Essay einer ästhetischen Selbständigkeit, die leicht als der Kunst bloß entlehnt angeklagt wird, von der er gleichwohl durch sein Medium, die Begriffe, sich unterscheidet und durch seinen Anspruch auf Wahrheit […]“

Dorothea Grünzweig – Erfasst von dieser Nachtverwandlung

Lesung mit Musik

Samstag, 17. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Lyrikhandlung, Bursagasse 15
Eintritt für Lesung, Brot und Wein: 20 € (15 € ermäßigt)

Ein großer Gesang über die Natur, ihre Schönheit und ihre Gefährdung, den Empfindungskosmos von Tier und Mensch – oszillierend zwischen den Sprachen, schwebend zwischen Tag und Nacht.
Den aus der Fülle des Lebens in Finnland schöpfenden Gedichten – seiner reichen, immer gefährdeteren, bewahrungswürdigen Natur, ihrer Licht- und Dunkelheitsdramatik und ihrer Mythenwelt – wohnt eine imaginäre, bisweilen utopisch-visionäre Leuchtkraft inne. Bilderreiche Poesie geht über in die suggestiven Improvisationen und Kompositionen der Geigerin Laura Kokko, die durch elektronische Looptechnik Stimmen übereinanderlegt und z.B. Laute der Vogelwelt zum Tönen bringt, eine Bach-Arie oder die Kalevala-Melodie aufruft.

Kokkos und Grünzweigs Zusammenarbeit geht auf das Jahr 2014 zurück. Sie trafen bei der Frankfurter Buchmesse, innerhalb des Gastprogramms von ,,Finnland Cool", erstmalig aufeinander. Daraus ist eine langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit entstanden.

Dorothea Grünzweig, geb. 1952, studierte Germanistik und Anglistik in Tübingen. Nach einer Tätigkeit an der schottischen Universität Dundee arbeitete sie als Lehrerin in Deutschland und Helsinki, wohin sie 1989 zog. Seit 1998 lebt sie als freie Schriftstellerin und Lyrik-Übersetzerin in einem Dorf in Südfinnland.

Zuletzt erscheinen: Kaamos Kosmos (Wallstein 2014), Plötzlich alles da (Wallstein 2020).
Preise und Auszeichnungen: Lyrikpreis der Stiftung Niedersachsen (1997); Christian-Wagner-Preis (2004); Anke-Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis (2010); Kurt Sigel Lyrikpreis des deutschen PEN (2018).

Nie-wieder-vereinigung – 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit

Lesung und Gespräch mit Paula Fürstenberg


Montag, 19. Oktober 2026, 18:15 Uhr
Außenstelle Tübingen der Landeszentrale für politische Bildung (LpB)
Wilhelmstraße 8, 72074 Tübingen
Eintritt frei

Moderation: Benjamin Edelmann

Paula Fürstenberg ist wütend. Wie allen Nachwendekindern hat man ihr im Einheitstaumel blühende Landschaften und Antifaschismus versprochen. Die Realität sah anders aus: Arbeitslosigkeit, Abwanderung und rechte Gewalt. Und heute: die rechtspopulistische bis rechtsextreme Politik einer Partei, die nur zu gerne die patriotische und nationalistische Idee der inneren Einheit aufgreift.

Entlang ihrer Biografie erschreibt sie die Leerstellen unserer Erzählung der deutschen Einheit. In ihren so scharfsinnigen, mal polternden, mal zarten Zwischenrufen kommt sie zur Überzeugung: Wir müssen gar nicht zu einem Volk zusammenwachsen. Viel wichtiger ist eine Sprache, die der deutschen Vielfalt gerecht wird.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Studio Literatur und Theater (SLT) mit dem Institut für Rechtsextremismusforschung (IREX) der Universität Tübingen und der Landeszentrale für politische Bildung (LpB).

 

Sperrfrist ab SoSe 26

Liebe Student*innen,

aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre, sehen wir uns leider dazu genötigt, folgende Neuerung einzuführen: Um eine faire Teilnahme für alle Student*innen zu gewährleisten und auch jenen auf der Warteliste eine Chance zur Teilnahme zu geben, müssen Sie bei Verhinderung, bzw. Nicht-Teilnahme Ihre Kurs-Anmeldung schriftlich per E-Mail an elisabeth.bohley@uni-tuebingen.de eine Woche vor Semesterbeginn stornieren. 

Jede unentschuldigte Abwesenheit führt zu einer einsemestrigen Sperrfrist, bedeutet, Sie werden im Folge-Semester nicht für einen SLT-Kurs zugelassen.

Neu gegründet: FORUM FÜR LITERATUR, KÜNSTE UND MEDIEN DER GEGENWART

— eine Initiative von Karin Amos (Prorektorin Studium und Lehre), Nancy Hünger (Studio Literatur und Theater), Susanne Marschall (Lehrstuhl für Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen, Zentrum für Medienkompetenz) und Evi Zemanek (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Gegenwart, Deutsches Seminar)

Ziel des Forums ist es, die vielfältigen Aktivitäten an der Uni Tübingen in den Bereichen Gegenwartsliteratur, Musik, bildende und performative Kunst sowie Medienkunst sichtbarer zu machen, enger miteinander zu verzahnen und durch transdisziplinäre Kooperationen neue Impulse für Forschung, Lehre und künstlerische Praxis zu setzen. Das Forum versteht sich als offener Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Kunst – innerhalb der Universität und darüber hinaus. Es bietet Akteur*innen aus den verschiedenen Disziplinen die Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu entwickeln, Veranstaltungen zu realisieren und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. Alle sind eingeladen, mitzumachen! In absehbarer Zeit wird es eine Homepage und einen Verteiler geben.