Werkstatt Übersetzung: Spurwechsel
Dagmar Leupold Beginn: 22.04.2020
Maximal 20 Teilnehmer Mi 16-18 Uhr
Ort: Raum –1.19, Wilhelmstr. 19 - 23, Beginn c.t.
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ects
Bei etwa der Hälfte des belletristischen Angebots auf dem deutschen Buchmarkt handelt es sich um Übersetzungen, überwiegend aus dem angelsächsischen Sprachraum; aber auch alle anderen Sprachen sind gut vertreten. Es wird nicht nur viel übersetzt, sondern auch prompt, gelegentlich erscheinen (erfolgreiche) Titel sogar gleichzeitig im Ursprungsland und in Deutschland. Wir wüssten also deutlich weniger von der Welt – denn die in gestalteter Sprache eröffneten Räume sind ja echte Erfahrungsräume -, gäbe es nicht die Übersetzer. Gleichwohl wird ihre Arbeit weder besonders geschätzt noch angemessen bezahlt. An letzterem kann ein Seminar nichts ändern, an ersterem sehr wohl: Wir wollen zu Anfang gemeinsam eine (noch auszuwählende) Übersetzung eines literarischen Textes in Auszügen lesen und analysieren, das Kerngeschäft aber wird sein, eine eigenständige Übersetzung eines Textes zu erarbeiten (die Ausgangssprache ist frei wählbar) und im Laufe des Semesters fertigzustellen. Über diese Arbeit hinaus werden wir uns auch mit Übersetzungstheorien und grundsätzlicheren Fragen beschäftigen wie z.B. die nach der Geschichtlichkeit von Sprache und der Umgang damit in Neuübersetzungen. Und wir werden uns fragen, ob literarisches Schreiben nicht grundsätzlich die Auseinandersetzung mit einer Fremdsprache ist.