Uni-Tübingen

Sommerstipendiat*innen Türmer 2026!

Das kleine Schreibtisch-Stipendium läd Schreibende ein, in ruhiger Umgebung mit Grün, Reben, Ranken, Beeren, Blick (in Neckartal und Ammertal), Inspiration und Goethes Geist(ern) ein ganzes Wochenende lang ungestört zu arbeiten. Plakat von Martha Sappler


Selin Tasdemir (geb. 2003) studiert Medienwissenschaft und Geschichte an der Universität Tübingen. Neben journalistischer Tätigkeit bei Kupferblau, dem Campus-Magazin der Universität Tübingen, schreibt sie gerne Lyrik und Prosa. In ihrem Studium und ihrer eigenen Arbeit beschäftigt sie sich mit Fotografie, Kunstinstallationen und medialen Formen. Seit einem Kurs im szenischen Schreiben interessiert sie sich zudem für dramatische Texte. Demnächst setzt sie ihr Studium im Rahmen eines Auslandssemesters in Stockholm fort.

 

Wir bedanken uns herzlich für die Textgabe aus dem Goethehäuschen!

Im Häuslein ob der Stadt
Das Holz knarrt unter meinem Schritt,
von Tür zu Tisch kaum zweie.
Die Brise trägt den Pollenstaub mit,
die Fenster steh'n ins Freie.
Acht Kanten hält das Oktogon,
der Blick geht weit ins Grüne –
auch einer ging hier einst auf und davon,
doch sprach ihm das Holz, wie es mir nun sprach?
Schon manches Frühjahr kam und ging,
still über allem Treiben.
Ich geh hinab – die Stadt, sie schreit –
und das Häuslein, das wird bleiben.


Tübingen, Frühsommer 2026
S. —


Moritz Pflomm (geb. 2002 in Pforzheim/Nordschwarzwald) studiert Internationale Literaturen und Philosophie in Tübingen, nach längeren Auslandsaufenthalten in Salon-de-Provence und Rom. Sein besonders Interesse gilt der wahrnehmungsschärfenden Kraft von Literatur und Kunst, dem Genre des Nature Writing sowie der Literaturvermittlung. Er ist freiberuflich für das Museum Hölderlinturm Tübingen tätig sowie im Team der Offenen Erzählbühne Tübingen. Seine aktuelle Abschlussarbeit schreibt er über die Darstellung von Heimat in Hölderlins Oden.

Vielen Dank an Moritz für die folgende Textspende: 

 

Auf den ersten Apfel warten (Ausschnitt)
Könnte man nicht auch?
Die Ährenwiese überwuchern lassen
Bis zur Augenhöhe
Die noch nicht reifen Pflaumen zählen
Sitzen bleiben
Vor der Haustür
Auf der Treppe
Den Kaffee mit der Handkurbel mahlen
Etwas schief auf dem eigenen Schoß
Auf den ersten Apfel warten
In kleinen Schlucken trinken
Und nach dem Mittagsschlaf
Die Ameisen im Gras suchen?