Uni-Tübingen

Wissenschaftskommunikation

Teilprojekt Ö | Erfahrungen – Erwartungen – Ergebnisse. ‚Bedrohte Ordnungen‘ zwischen wissenschaftlicher Analyse und öffentlicher Diskussion

Die Wissenschaftskommunikation im SFB 923 dient als Mittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in einer Zeit, in der gesellschaftliches Vertrauen in Forschung nicht mehr selbstverständlich ist. Der SFB entwickelt daher innovative Maßnahmen, die Menschen im In- und Ausland einladen sollen, sich an historisch reflektierter Weltdeutung zu beteiligen. Zudem unterstützt er die Forscher*innen im SFB dabei, Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich aktuelle Krisendiagnosen kontextualisieren und Orientierungspunkte in einer vermeintlich unübersichtlichen Welt aufspüren lassen. Wissenschaftskommunikation dient im SFB daher nicht nur der Forschungstransparenz und als ‚Outreach‘-Maßnahme, sondern nutzt die in den Maßnahmen versteckten Potenziale, neues Wissen zu schaffen. 


Wir gewinnen, wenn wir unsere Forschungsergebnisse den Erfahrungen der Gegenwart aussetzen. Anders herum kann die Öffentlichkeit gewinnen, wenn sie aktuelle Bedrohungen mit Bedrohungserfahrungen früherer Zeiten vergleicht, um das Besondere der Gegenwart besser zu bestimmen.

Ewald Frie, SFB-Sprecher (2011-16)


Die Wissenschaftskommunikation des SFB 923 verfolgt vier Ziele:

  1. Verankerung des Transfergedankens in Forschungsdesign und Forschungspraxis der Teilprojekte sowie des SFB insgesamt;
  2. Platzierung des SFB-Themas „bedrohte Ordnungen“, seiner Ziele, Inhalte und Teilprojekte in der Öffentlichkeit; Vernetzung des Gesamt-SFB mit Institutionen und Personen, die für das Thema „Bedrohte Ordnungen“ interessant und an dem Thema interessiert sind;
  3. Initiierung und Begleitung von Kommunikationsprozessen zwischen den Teilprojekten des SFB und jeweils interessierten Öffentlichkeiten;
  4. Erarbeitung und Durchführung von Maßnahmen, die die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zum Thema „Bedrohte Ordnungen“ intensivieren.
Kontakt

Roman Krawielicki

Keplerstr. 2, Zimmer 191
72074 Tübingen

07071 29 750 95
roman.krawielickispam prevention@uni-tuebingen.de

Mitarbeiter

Roman Krawielicki

Rainer Lupschina

Projekte der zweiten Förderphase

Virtuelle Ausstellung "www.bedrohte-ordnungen.de"

Mit der virtuellen Ausstellung „Bedrohte Ordnungen" macht der SFB seine geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung auf innovative Weise im digitalen Raum zugänglich. Sie ging nach zweijähriger Arbeit im April 2018 online und wurde im Mai 2019 für einen Grimme Online Award in der Kategorie "Wissen und Bildung" nominiert.

Die virtuelle Ausstellung bietet exemplarische Einblicke in Forschungsprojekte des SFB, die vom menschlichen Umgang mit Bedrohung, Bewältigung und Wandel erzählen – etwa Erdbeben in der Antike, die Belagerung Konstantinopels, Unwetterkastrophen im Mittelalter, Klosterauflösungen in der Reformationszeit, Börsencrashs im 18. Jahrhundert, Wutbürger im Habsburgerreich, Lynchmorde in den Südstaaten der USA oder gewaltfreie Unabhängigkeitsbestrebungen im heutigen Nigeria. Strukturiert wird die virtuelle Ausstellung vom Modell "re-ordering" des SFB.

Hier erhalten Sie detaillierte Informationen zur virtuellen Ausstellung

Veranstaltungsreihen zu aktuellen Krisendiagnosen

Im Winter 2015 initiierten wir im Zuge der Debatten um Migration eine Veranstaltungs- und Forschungsreihe 'Fokus:Flüchtlingskrise', um mit der universitären und städtischen Öffentlichkeit in Dialog zu treten. In weiteren 'Fokus'-Veranstaltungen ging es etwa um Rechtspopulismus und Landgrabbing.

Ausführliche Informationen zum Fokus:Flüchtlingskrise finden Sie hier.

Zusammenarbeit mit Lehrer*innen, Schüler*innen und Schulen

Seit 2011 pflegt der SFB eine intensive Zusammenarbeit mit Lehrenden und Lernenden an Schulen etwa durch  Schul- und Klassenbesuche. Mit der Fachdidaktik wurde im Rahmen von Lehrer*innenfortbildungen, Workshops, Sektionen auf den Deutschen Historikertagen 2012 und 2018 sowie durch eine neue Publikation intensiv das Potential des SFB-Modells für den Geschichtsunterricht erprobt. Dabei stießen wir auf viel positive Resonanz: Die Geschichtslehrkräfte artikulierten einen großen Bedarf nach einer unterrichtsorientierten Anwendung des SFB-Konzepts, da mit dem Re-Ordering-Modell die Offenheit und Kontingenz historischer Situationen herausgearbeitet werden können und dies den Lernenden Alteritätserfahrungen und eine eigene historische Sinnstiftung ermöglicht. 

Weitere Informationen zur Schulkooperation finden Sie hier.

Unterstützung von Pressevertreter*innen

Der SFB bemüht sich, Pressevertreter*innen bei der Berichterstattung im weiten Themenfeld von "Bedrohten Ordnungen" bestmöglich zu unterstützen. Wir bieten Experteninterviews zu aktuellen Themen, Hintergrundinformationen und eigene Beiträge in den Medien an. Seit 2016 entstanden so zahlreiche Beiträge u.a. in der ‚Welt‘, der ‚taz‘, der ‚Hamburger Morgenpost‘, der Süddeutschen Zeitung, der ‚Huffington Post‘, dem Schwäbischen Tagblatt, dem Reutlinger Generalanzeiger, und der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ sowie auf ‚heute.de‘ berichtet. In Rundfunk und Fernsehen war der SFB beim ‚Deutschlandfunk‘, ‚Deutschlandfunk Kultur‘, ‚HR2 Kultur‘, mehreren ‚SWR‘-Sendern sowie beim ‚MDR‘ und ‚ZDF‘ vertreten. Thematisiert wurden der SFB allgemein, affine Themen, die in der öffentlichen Debatte wichtig wurden, sowie Forschungsergebnisse von Teilprojekten, Veranstaltungen oder Publikationen.

Hier geht's zum Pressespiegel.

Weitere Maßnahmen

  • Initiierung und Organisation von Kooperationsprojekten mit nichtuniversitären Institutionen
    • Stadtmuseum Tübingen
    • Deutsch-Amerikanisches Institut
    • Volkshochschule Tübingen
    • Landeslehrerbildungsserver Baden-Württemberg
  • Teilnahme am Tübinger Fenster für Forschung
  • Betreuung der Homepage, des Facebook- und Twitter-Accounts des SFBs.
  • Erstellung und Gestaltung von Print- und Digitalmedien für Veranstaltungen und Präsentationen
  • Erstellung einer zentralen bibliographischen Datenbank mit Forschungsliteratur im breiteren Themenfeld "Bedrohte Ordnungen"