Uni-Tübingen

Yves Herak

Wissenschaftlicher Mitarbeiter


Kontakt

Universität Tübingen
SFB 1391 Andere Ästhetik
Keplerstr. 17
D-72074 Tübingen

Raum 13

+49 (0)7071 29-75108
yves.herakspam prevention@uni-tuebingen.de


Kurzvita

2023–2024

gewähltes Vorstandsmitglied (Doktorand:innen-Vertretung)

seit 2023

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SFB 1391 "Andere Ästhetik" an der Eberhard Karls Universität Tübingen

2023

Abschluss des Masterstudiums an der Eberhard Karls Universität Tübingen (English Literatures and Cultures)

2021

Abschluss des Bachelorstudiums an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Anglistik / Geschichtswissenschaft)


Forschung

Forschungsprojekt

Aesthetics of Difference: Co-Creativity in Early Modern Royal Entertainments

An einem Tag im Mai des Jahres 1578 spaziert Königin Elizabeth I von England durch die Gärten des Wanstead-Anwesens. Dort trifft sie auf eine leidende Mutter. Ihre Tochter, so erzählt diese der Königin, hat zwei Verehrer, und sie kann nicht entscheiden, welchen der beiden sie heiraten soll. Daher hofft die Mutter, dass die Königin durch ihr Urteil die unglückliche Situation auflösen kann. Weder Mutter noch Tochter oder die beiden Verehrer sind real ­– es handelt sich bei ihnen um fiktive Charaktere eines königlichen Entertainments, aufgeführt zur Unterhaltung des Englischen Monarchen. Es gibt keine Bühne, auf der die Schauspieler ein Stück für die Königin spielen, sondern sie müssen es mit ihr aufführen: Sie ist ein wesentlicher Teil der Erzählung.

Das Beispiel verdeutlicht, was frühneuzeitliche Entertainments zu einer heiklen Angelegenheit macht: Der Dichter muss den Part des Monarchen planen, für den das Entertainment zugleich gedacht ist, aber dieser handelt nicht unbedingt nach den Plänen des Dichters. Das Dissertationsvorhaben widmet sich genau diesen Fällen, in denen die ästhetische Autorität des Dichters in Konflikt mit der ästhetischen Autorität des Monarchen gerät und damit eine Veränderung des Stückes einhergeht. Der Monarch tritt somit in eine co-kreative Beziehung mit dem Dichter, unabhängig von dessen Zustimmung. Dieser co-kreative Akt muss dann wiederum in den gedruckten Entertainment-Text integriert werden, der nicht nur den Text der Handlung selbst enthält, sondern auch eine Beschreibung des historischen Ereignisses. Somit sind Entertainments gleichzeitig autologisch (Poetik des Dichters vor der Aufführung) und heterologisch (Verschriftlichung des Dichters nach der Aufführung) betrachtbar. Der Monarch, spezifisch Elizabeth I. oder Jakob I., ist danach die ästhetische Reflexionsfigur. Durch diese verschiedenen Unterschiede – historisch / fiktional, Dichter / Monarch, Performanz / Text – ermöglicht dieser Ansatz einen neuen Blickwinkel auf das Konzept der Co-Kreativität.

Forschungsschwerpunkte

  • Autorschaft
  • Fiktionalität
  • Co-Kreativität
  • Frühneuzeitliche Entertainments
  • Elizabeth I. und Jakob I. von England

Vorträge

Simple Tools and Abstract Concepts: a Digital Approach to Annotating Co-Creativity, Emerging Digital Methodologies Conference, Cheng Kar Shun Digital Hub, Jesus College, University of Oxford, 18.11.2025. (zusammen mit Ina Berner)

Plutarch Transformed: Approaches to Diachronic Co-Creativity in Early Modern Literature, Internationale Tagung (SFB-Jahrestagung): „Wiederverwendung und Kreativität. Ästhetische Praktiken der Vormoderne“, Universität Tübingen, Alte Aula, 26.–28.06.2025. (zusammen mit Matthias Bauer, Moana Toteff, Anja Wolkenhauer und Angelika Zirker)

Co-Creating Antony and Cleopatra: Shakespeare, Plutarch, and Thomas North, Doktorandenkolloquium Mulhouse-Strasbourg-Tübingen, Université de Haute-Alsace, Mühlhausen, 20.06.2025.

From Canon to Fanon and Vice Versa: Diachronic Co-Creativity in Fanfiction, Workshop: „Lest Ihr noch oder schreibt Ihr schon? Fanfiction im Archiv“, Deutsches Literaturarchiv Marbach, 20.–21.03.2025. (zusammen mit ina Berner)

Öffentlichkeitsarbeit

Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit sind auf dieser Seite zu finden.

Lehrveranstaltungen

Networking in Early Modern England: From Common Households to the Elizabethan Court (Seminar, Mi 16–18). (zusammen mit Ina Berner)