Versuchsmethoden außerhalb des Organismus nehmen einen wachsenden Raum in Forschung und Forschungsförderung ein. Dazu gehören etwa Arbeiten mit Zellkulturen. Auch die Computersimulation kann eine Ergänzung zum Tierversuch sein. In der biomedizinischen Forschung wird sie eingesetzt, um Hypothesen über Lebensvorgänge abzubilden und anhand von theoretischen Modellen zu überprüfen. Dieser Ansatz kommt häufig in der Neurobiologie zur Anwendung, um Funktionen des zentralen Nervensystems zu veranschaulichen. Allerdings lassen sich nicht alle Fragen in alternativen Modellsystemen beantworten. Es ist daher wissenschaftlicher Konsens, dass sich auf absehbare Zeit nicht alle Tierversuche durch tierversuchsfreie Ansätze ersetzen lassen.
Das 3R-Prinzip: Tierversuche ersetzen, reduzieren und verbessern
Bei der Durchführung von Tierversuchen gelten die 3R-Prinzipien als ethische Richtlinien:
- Replace: Der Einsatz von Versuchstieren soll, wo immer es geht, vermieden werden, zum Beispiel durch in-vitro-Verfahren wie Versuche an Zellkulturen, Computersimulationen oder Organ-on-a-Chip-Technologien.
- Reduce: Sind Tierversuche unvermeidbar, ist es das Ziel, die Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren, zum Beispiel durch bessere Versuchsplanung und bessere statistische Auswertung
- Refine: Die Belastung der Versuchstiere soll auf ein Minimum reduziert werden, etwa durch Verfahrensoptimierung und Schmerzlinderung