“Wir machen Boden wieder gut!” Sustainability Slam für ein besseres Klima.
Warum ist der “Dreck” unter unseren Füßen so wertvoll? Wie arbeiten Künstler*innen für Erde, Klima und Nachhaltigkeit? Gibt es Commons in der City? Und wie wäre es mit einer fünften Jahreszeit für unseren Planeten?
Alle reden über die Klimakrise.... wir slammen! Am Donnerstag, den 23. Mai 2026 war es wieder so weit: das beliebte Format des Sustainability Slam ging in die nächste Runde. Das gelungene Format – eine Mischung aus Science und Poetry Slam – wurde dieses Mal in Kooperation des Kompetenzzentrums für Nachhaltige Entwicklung mit dem Ernährungsrat Region Tübingen Rottenburg e.V. veranstaltet und hat ca. 35 Anwesenden begeistert.
Oliver Meckes, von eye von science, dokumentierte mit Hilfe des Raster-Elektronenmikroskops das Leben in einer Handvoll Dreck aus dem Nationalpark Nordschwarzwald. Er führte uns auf einen Kurztrip durch die Welt der Bakterien, Einzeller, Pilze und Bärtierchen, die wir so noch nie gesehen hatten und der ein wahrer ästhetischer Augenschmaus war.
Gaytri Easwaran erläuterte das Verständnis der vielfältigen Sichtweisen auf ökologische Gemeingüter am Beispiel der Feuchtgebiete am Ennore Creek in Chennai, Indien. Durch die Erzählungen verschiedener Akteur*innen, wie der Stadtverwaltung, der damit befassten Expert*innen, der dort lebenden Fischergemeinden und der in der Umgebung ansässigen Stadtbewohner*innen, wurde diese Perspektive wunderbar anschaulich.
Levi Lay, ein geübter Poetry Slammer, malte uns poetisch aus, dass jede Jahreszeit eine Zeit für sich ist und mit jeder Jahreszeit die Welt in einem anderen Licht erstrahlt. Doch die getragenen Kleider unserer Natur scheinen nicht mehr zu passen. Er stellte die Frage in den Raum, was wäre, wenn es eine fünfte Jahreszeit gäbe? Eine fünfte Jahreszeit, die unsere Erde mehr denn je bräuchte.
Angharad Dean, Resident Artist an der Universität Tübingen, nutzte das indigene australische Konzept des „Country“ und Beispiele indigener Kunst als Ausgangspunkt, um die Verbindungen des Menschen zur Erde zu verstehen. Sie sprach darüber, Kunst über Orte zu machen und dabei unseren eigenen Platz in der Welt zu schaffen, während wir mit der Natur um uns herum zutiefst verbunden sind.
Michael Weiß, Professor und Leiter des Steinbeis-Innovationszentrums Organismische Mykologie und Mikrobiologie, führte uns vor Augen, dass der Boden unter unseren Füßen immer da ist und uns doch wenig präsent. Dabei ist er im wortwörtlichen Sinne das Fundament unseres Daseins. Die größte Biodiversität der Welt findet sich in den Bodenökosystemen, das Erdreich ist eine lebendige, wimmelnde, faszinierende, vielfach noch unbekannte Welt. Beispielhaft zeigte er uns wunderschöne Bilder von Pilzen, welche die Oberfläche von Pflanzenwurzeln stark vergrößern.
Im Anschluss präsentieren Tübinger Künstler*innen und Studierende in einer kleinen Ausstellung ihre persönlichen und ergreifenden Arbeiten, die ihr Verhältnis zur Natur und dem Boden widerspiegelten.
Es war ein rundum gelungener Abend und wir bedanken und ganz herzlich bei den Slammer*innen, dem Organisationsteam, den Künstler*innen, deren Arbeiten wir bestaunen durften, und natürlich allen Anwesenden, die den Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht haben!