Das eScience-Center der Universität Tübingen wird seit knapp zwei Jahren als zentrale wissenschaftliche Serviceeinrichtung für die Sozial- und Geisteswissenschaften aufgebaut. Es ist eine von insgesamt drei Core Facilities, die die Universität in ihrem erfolgreichen Zukunftskonzept „Research – Relevance – Responsibility“ im Rahmen der Exzellenzinitiative beantragt hat und die zunächst für fünf Jahre bewilligt wurden.
Einer der erklärten Schwerpunkte des eScience-Center sind die Digital Humanities. Dies umfasst die Beratung und Unterstützung sämtlicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen beim Umgang mit digitalen Ressourcen, Methoden und Werkzeugen sowie vor allem bei allen Fragen zur Datenhaltung und -archivierung. Dieser Service beginnt idealerweise bereits in der Antragsphase, damit von Anfang an für jeden Fachbereich bzw. jedes Forschungsprojekt eine optimierte Lösung gefunden und vorhandene Ressourcen effizient genutzt werden können.
„Im Endeffekt möchten wir das, was die Universitätsbibliothek für Publikationen macht, für Forschungsdaten anbieten. Unsere Kunden geben ihre Datenprodukte – auf Festplatte, Stick, CD, DVD oder per Upload – bei uns ab und können sicher sein, dass sie anschließend bis zu einem gewissen Punkt in der Zukunft dann zur Nachnutzung vorgehalten werden. Die Richtlinie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) dafür ist ein Archivierungszeitraum von mindestens zehn Jahren, aber gerade in den Geisteswissenschaften wird häufig eine höhere Haltbarkeit der Forschungsdaten gewünscht – von 70, 80 oder gar 100 Jahren. Bei neuen Projekten beraten wir, wie die Daten von Anfang an richtig verwaltet und gespeichert werden können“, erläutert Dr. Matthias Lang, der Leiter des eScience-Centers.
Der Aspekt einer nachhaltigen Sicherung sei bislang häufig vernachlässigt worden, weiß Lang: Nach der Publikation von Forschungsergebnissen in Buch- oder Zeitschriftenform gingen heute viele Daten verloren, dies habe auch mit der Kurzlebigkeit von Projekten zu tun. Um gewährleisten zu können, dass Forschungsdaten auch noch in 20-30 Jahren von anderen Wissenschaftlern ausgewertet werden können – beispielsweise mit heute noch nicht bekannten Untersuchungsmethoden oder unter neuen Forschungsfragen –, müssen die Daten zunächst gut strukturiert, in standardisiertem Format abgespeichert und mit Metadaten beschrieben werden. Solche Formate sind beispielsweise das Tiff-Format für Bilder oder das archivsichere PDF/A für Textdateien.
Die Datensicherung erfolgt beim eScience-Center dann in zwei Schritten. Zunächst bereiten die Wissenschaftler ihre Daten mit der kostenlosen Open-Source-Software Packer der Schweizer Firma Docuteam vor. Am Ende produziert die Software sogenannte Kapseln, die einerseits die Originaldaten und andererseits die automatisiert konvertierten Daten enthalten.
Anschließend werden diese Kapseln in das eigentliche Archiv überführt, das auf dem Open-Source-Produkt Fedora-Commons beruht. Zwei Informatiker aus eScience-Center und Universitätsbibliothek implementieren zurzeit dieses System und bereiten den Import der Datenkaspeln vor.
„Ganz wichtig dabei ist: Jeder Datensatz erhält einen persistenten Identifikator, das heißt er wird immer dieselbe Internetadresse behalten, auf die man daher auch in Print- oder Onlinepublikationen verweisen kann. Wir garantieren also eine langfristige Erreichbarkeit der Daten. Was wir nicht leisten können: wir können keine Funktionalitäten herstellen oder Datenbanken pflegen, hierzu sind die Anforderungen der einzelnen Fächer zu heterogen“, sagt Matthias Lang.
Parallel hat das eScience-Center mit Landesmitteln ein Kursprogramm aufgebaut, das Studierenden der Geistes- und Kulturwissenschaften neben grundlegenden IT-Kenntnissen auch Methoden und Verfahren der Digital Humanities näher bringen soll. Bei entsprechender ECTS-Zahl ist der Erwerb eines Zertifikats möglich. „Wir versuchen den Studierenden Methoden und Technologien zu vermitteln, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt innerhalb und außerhalb der Wissenschaft entscheidend verbessern sollen“, sagt Matthias Lang.
Im Herbst 2014 hatten Studierende der Universität Tübingen bei einem Lehrprojekt in Ammerbuch-Reusten erstmals die Möglichkeit, sich mit den modernsten technischen Methoden der archäologischen Feldforschung in Theorie und Praxis vertraut zu machen. Organisiert wurde diese „Field School“ gemeinsam vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, dem eScience-Center, dem Geographischen Institut, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, dem Institut für Klassische Archäologie, dem Lehrstuhl für Computergrafik und dem SFB 1070 „RessourcenKulturen“ der Universität Tübingen. „Digitale Archäologie ist im Rahmen der Geisteswissenschaften ein recht kostspieliger Bereich. „Glücklicherweise konnten wir aus Mitteln der Exzellenzinitiative einen Großteil der notwendigen Geräte vom professionellem Vermessungsgerät bis hin zu einer Drohne beschaffen, mit denen die Studierenden in ihrem späteren Berufsleben Kontakt haben werden. In der zweiwöchigen Field School hatten die Studierenden somit die Möglichkeit praktisch mit den Geräten zu arbeiten, was in der Regeln im Rahmen einer Lehrveranstaltung nicht möglich ist“, so Lang.
Die "Core Facilities" stellen generell den Forscherinnen und Forschern verschiedenster Fachrichtungen eine technische Infrastruktur der Spitzenklasse sowie exzellente Dienstleistungen zur Verfügung. Ziel ist es, die Arbeit mit den unterschiedlichen hochkomplexen technischen Geräten in verschiedenen, auch außeruniversitären, Forschungseinrichtungen zu koordinieren und dabei durch eine effizientere Nutzung Synergien in der Forschung, Ausbildung und im Wissenstransfer zu erzeugen. Zu den Core Facilities der Universität Tübingen gehören neben dem eScience Center noch das QBiC (Quantitative Biology Center) für die Lebenswissenschaften und LISA+ (Center for Light Matter Interaction, Sensors and Analytics) für die Materialwissenschaften.
Das eScience Center ist Teil des Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKM) der Universität Tübingen und soll in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek (UB) und dem Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV), die beide ebenfalls Teil des IKM sind, nachhaltige Infrastrukturen schaffen und diese dauerhaft betreiben.
Aktuell hat das eScience-Center unter anderem Projekte mit der Indologie, dem Museum der Universität Tübingen MUT (Inventarisierung der Museumsbestände) und der Empirischen Kulturwissenschaft sowie den Linguisten – gewissermaßen die „Pioniere“ der digitalen Datenhaltung an der Universität Tübingen (TUSTEP).
Am 20. Januar präsentiert das eScience Center erstmals öffentlich seine Arbeit und seine Serviceangebote. Zum Forum „Digital Humanities in Tübingen“ im Historischen Lesesaal der UB sind die Beschäftigten und Studierenden der Universität ebenso eingeladen wie die interessierte Öffentlichkeit. Dabei werden auch die ersten drei Zertifikate „Digital Humanities“ an Studierende der Universität Tübingen überreicht.
Maximilian von Platen
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