Uni-Tübingen

Kursangebot Wintersemester 2026/27

Die Unfähigkeit zu trauern: Verluste schreiben

Dozentin: Nina Lenz  
Di 10.00-12.00 c. t.  
Beginn: 20.10.26 
Ort: NN 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Optimierung und Funktionieren stehen im Alltag im Vordergrund, für Trauer ist wenig Platz. Wir sind auch gesellschaftlich mit einer zunehmenden Krisenhaftigkeit konfrontiert, verlieren Gewissheiten und Lebensgrundlagen: Gletscher schmelzen, Wälder brennen, Arten sind vom Aussterben bedroht. Berühren uns all die schlechten Nachrichten noch? In diesem Seminar schreiben wir über persönliche und kollektive Verluste und sprechen über Trauer als politische Transformationskraft. 

Antworten von jungen Dichter*innen – Schreiben in den/über die eigenen 20er.

Dozentin: Tonia Krupinski 
 Di 14.00-16.00 c. t. 
Beginn: 20.10.26 
Ort: NN  
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Was bedeutet es, als junger Mensch zu schreiben? Welche Themen beschäftigen uns und wie finden wir Worte, um auszudrücken, was uns bewegt/verunsichert/antreibt/…? Welchen Herausforderungen stellen sich Schreibende in ihren Zwanzigerndamals wie heute 

In diesem Seminar lesen wir eine Auswahl von Rainer Maria Rilkes “Briefe an einen jungen Dichter” und gehen gemeinsam den Gedanken nach, die darin bis heute nachhallen. Rilkes Briefe thematisieren Kreativität, Selbstfindung, Berufung, Zweifel und die Frage, wie das eigene Schreiben gelingen kann. 
Welche Antworten bietet er jungen Menschen? Und welche Antworten finden wir selbst?   

Neben der gemeinsamen Lektüre steht das eigene Schreiben im Mittelpunkt. Wir schreiben Texte über unsere eigenen Zwanziger: über Hoffnung, Transformation, unser Umfeld, das Erwachsenwerden und die Suche nach der eigenen Stimme.   

Das Seminar richtet sich an alle Studierenden, die Freude am Schreiben haben oder neugierig darauf sind, ihre eigene Stimme zu entdeckenVorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es gibt keine Altersbegrenzung, die Teilnahme ist auch ausdrücklich erwünscht, wenn älter/jünger als 20 ist.   

Seminarlektüre: Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter.

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen

Dozentin: Nancy Hünger  
Di 12:00-14:00 c. t. 
Beginn: 20.10.26 
Ort: NN 
Maximal :15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Ausgangspunkt dieses Seminars ist die Sammlung „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“, in der Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen die Worte finden, die ihnen lange verwehrt waren – unbequem, eindringlich, kraftvoll. Wir lesen ausgewählte Reden, analysieren ihre Sprache und gesellschaftliche Bedeutung – und nehmen sie zum Anlass, eigene Stimmen zu suchen und hörbar zu machen.  

Im Zentrum des Seminars steht das Schreiben und Halten eigener Reden. Was bewegt uns? Wofür brennen wir? Was muss – endlich – gesagt werden? In einem geschützten Rahmen arbeiten wir an Themenfindung, Aufbau, sprachlicher Gestaltung und Performance. Ziel ist es, zum Ende des Seminars eine eigene Rede öffentlich oder im kleinen Kreis zu präsentieren.  

Das Seminar richtet sich an alle, die sich mit Sprache, Geschlechterverhältnissen und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzen möchten – und Lust haben, sich selbst schreibend und sprechend auszuprobieren. Vorkenntnisse im Schreiben oder Reden sind nicht erforderlich, wohl aber Neugier, Mut zur eigenen Perspektive und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme. 

Hinweis: Alle Geschlechter sind willkommen – die Auseinandersetzung mit „ungehaltenen Frauen“ meint eine gesellschaftliche Rolle, keine biologische Kategorie. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Stiftung Brückner-Kühner und dem Format “Ungehaltene Reden”. 

Die Lust am Scheitern, Kurs I und II

Dozenten: Volker Quandt, Harry Kienzler (Theatersportler) 

Kurs I: Di 18.00-20.00 
Beginn: 20.10.26 
Ort: LTT, Eberhardstr. 6  
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Kurs II: Di 20.00-22.00  
Beginn: 20.10.26 
Ort: LTT, Eberhardstr. 6  
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte  

 

Improvisieren heißt Scheitern. Und zwar immer wieder auf’s Neue. Aber kann man Lust am Scheitern entwickeln? Ja, man kann! Es steckt sogar ein gewisses Suchtpotential im Scheitern, denn man will es mit der Zeit immer öfter und besser tun. Volker Quandt’s IMPRO-Akademie an der Uni Tübingen gibt es seit 2007 und läuft unter dem Thema „Kommunikationskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung" und ist offen für Studierende sämtlicher Fakultäten.   

Am Ende des Kurses gibt es die Impro-Akademie-Werkschau (21.07.26, 19.30 Uhr im LTT). An diesem bunt improvisierten Abend gibt es eine öffentliche Aufführung, welche dem Publikum Einblicke in die im Kurs erlernten Impro-Techniken und -Spielformen gibt, die auch beim allseits bekannten Theatersport (von Volker Quandt 1990 nach Tübingen gebracht) zur Anwendung kommen. Dabei steht das Entwickeln von Geschichten im Mittelpunkt allen Scheiterns, denn man ahnt ja gar nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, eine Geschichte kaputt zu machen. Beispiele? Indem man negativ ist, blockiert oder annulliert, die Geschichte auf eine Seitenspur führt, originell sein will, nur schwafelt, oder sich sich einfach in so genannten „übereingekommenen Aktivitäten“ verheddert. Die Lust am Scheitern.  

Träume

Dozent*innen: Nancy Hünger und Dr. Stefan Knödler 
Mi 12.00 – 14.00 c. t.   
Beginn: 21.10.26 
Ort:  NN 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Wir alle träumen. Die meisten Träume vergessen wir sofort, andere schaffen es noch als ein Rest in das eigene Aufwachen, um dann zu verschwinden, einige merken wir uns jedoch (warum?) und wir erinnern uns noch nach Jahren an sie. Manche schreiben wir – eingedenk ihrer Flüchtigkeit – sogar auf. 
Das Seminar will sich der literarischen Form des Traumnotats auf zweierlei Weise nähern: 
1. Wir werden (die Dozierenden eingeschlossen) für die Spanne des Seminars unsere Träume notieren und reflektieren. Am Ende des Semesters wird ein kollektives (anonymisiertes) Traumbuch stehen, das alle in die Hand bekommen sollen.  
2. Werden wir uns Träumen und traumhaften Erzähltexten von einem literaturwissenschaftlichen Standpunkt aus nähern: Wie umgehen mit Texten, die ganz offensichtlich eine Geschichte erzählen, an denen aber unsere erzähltheoretischen Begriffe und Methoden nicht oder nur schwer anwendbar zu sein scheinen? 
 
Ergänzt wird das Seminar durch kleine Schreibimpulse, mit denen wir uns einem „unbewussten" Schreiben annähern wollen. 

Lotte Reiniger - Scherenschnitt, Schatten, Sprache

Dozentinnen: Nancy Hünger und Dr. Evamarie Blattner 
Mi 16.00 - 18.00 c. t. 
Beginn: 21.10.26 
Ort:  Stadtmuseum / Brechtbau 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Mit “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” schuf Lotte Reiniger einen Meilenstein der Filmgeschichte: den ältesten erhaltenen abendfüllenden Animationsfilm der Welt. In filigranen Scherenschnittbildern erzählt der Film von fliegenden Pferden, Zauberern, Dämonen und mutigen Heldinnen und Helden – und eröffnet dabei eine faszinierende Welt zwischen Märchen, Orientfantasie und visueller Poesie. 

Ausgehend von der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Film und der aktuellen Ausstellung entwickeln wir eigene Texte: poetische Miniaturen, Märchenanfänge, Figurenmonologe oder neue Abenteuer für Prinz Achmed und seine Gefährtinnen. 

Das Seminar lädt dazu ein, sich von Reinigers einzigartiger Bildsprache inspirieren zu lassen und eigene sprachliche Ausdrucksformen zu entdecken.  

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem Stadtmusuem Tübingen. 

Performing the Self. Selbstentwürfe in Kunst und Literatur

Dozentinnen: Nancy Hünger und Dr. Ariane Koller 
Do 12.00 – 14.00 c. t. 
Beginn: 22.10.26 
Ort: Graphischen Sammlung, UB Bonatzbau, 1. Stock links 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Wer bin ich – und wie entwerfe ich mich selbst? Zwischen Selbstdarstellung, Inszenierung und Selbstbefragung entstehen in Kunst und Literatur vielfältige Formen des Selbstporträts, die ebenso individuelle wie kulturell geprägte Identitätskonzepte sichtbar machen. 

Das Seminar widmet sich der Geschichte und Ästhetik des Selbstporträts in verschiedenen Medien. Im Zentrum stehen ausgewählte Selbstbildnisse aus der Graphischen Sammlung, die gemeinsam im Original untersucht werden, sowie literarische Selbstporträts. Dabei fragen wir, wie Künstler:innen und Autor:innen ihr eigenes Bild erzeugen, welche Rollen sie einnehmen und welche Strategien sie nutzen, um Identität zu behaupten, zu erfinden oder zu hinterfragen. 

Im Dialog zwischen Bild und Text werden Themen wie Autorschaft, Performativität, Körperlichkeit, Erinnerung und Geschlecht ebenso diskutiert wie die Beziehung zwischen Selbstbeobachtung und öffentlicher Darstellung. Theoretische Ansätze aus der Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaft ergänzen die Analyse der Primärwerke und eröffnen Perspektiven auf das Selbstporträt als eine Praxis des „Performing the Self“. 

Tagebuch und Story - Journale zwischen Selbstaufschreibung, sozialen Medien und Archiv

Dozentinnen: Nancy Hünger, Heike Gfrereis, Carolin Callies & Gäste   
Kompaktkurs an 2-3 Wochenenden, Zeiten werden noch besprochen 
Beginn: 30.10.26, 10.00 Uhr s. t.   
Maximal: 15 Teilnehmer*innen                                                    
Ort: online  / https://unistuttgart.webex.com/meet/heike.gfrereis 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Das Tagebuch erlebt eine Renaissance. Ob handschriftliches Journal, Bullet Journal, Blog oder Instagram-Story – persönliche Aufzeichnungen bewegen sich heute zwischen privater Reflexion und öffentlicher Inszenierung. Wie verändern soziale Medien das Schreiben über das eigene Leben? Welche Formen des Erzählens entstehen zwischen Intimität, Routine und digitaler Sichtbarkeit?  

Im ersten Teil des Seminars steht das eigene Verfassen von Journalen im Mittelpunkt. Durch Schreibübungen und gemeinsame Diskussionen werden unterschiedliche Formen der Selbstaufschreibung erprobt und ihre ästhetischen sowie medialen Bedingungen reflektiert. Dabei fragen wir, wie sich traditionelle Tagebuchformen mit den Praktiken sozialer Medien verbinden und welche neuen Narrative daraus entstehen.  

Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf historische Zeugnisse des Journalschreibens. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach arbeiten wir mit ausgewählten Tagebüchern, Notizbüchern und Journalen aus den Beständen des Archivs. Anhand dieser Quellen untersuchen wir, wie Menschen verschiedener Epochen ihr Leben dokumentierten, welche Funktionen das Journal erfüllte und welche Perspektiven die archivalische Überlieferung auf Praktiken des Schreibens eröffnet.  

Das Seminar verbindet kreatives Schreiben, Medienreflexion und Archivarbeit. Es lädt dazu ein, Journale als literarische Form, kulturelle Praxis und historische Quelle neu zu entdecken.  

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Uni Stuttgart, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und Teil des Projekts “Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]”. 

Die Universität und die Lust am Text. Ein literarisches Forschungskolloquium

Dozentin: Nina Lenz  
Beginn: 23.10.26 freitags alle zwei Wochen von 14-16 Uhr c. t.  
Ort: Raum 137, Neuphilologicum 
Maximal: 7 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Dass er mich begehrt, der Text, schreibt Roland Barthes. 

Wir wollen untersuchen, was an der Universität – zwischen Anforderungen, Sekundärtexten, Schreibblockaden und Abgaben –  mit unserem Schreiben, unserer eigenen Schreibstimme passiert. Geht die Lust verloren? Wie wäre es, ganz anders zu schreiben? 

Ziel des Forschungskolloquiums ist die Veröffentlichung eines kollektiven Texts, der alles zwischen literarischem Experiment, Essay und wissenschaftlichem Artikel sein darf. 

Dieses Seminar ist Teil des Projekts Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]. 

Wie zusammen Leben – Exkursion

Dozent*innen: Nancy Hünger und Dr. Simon Frisch 
Beginn: 9.–14.11.26 
Maximal: 7 Teilnehmer*innen aus Tübingen 
Ort: Worpswede 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Roland Barthes entwickelt in Wie zusammen leben? Simulation einiger alltäglicher Räume im Roman das Konzept der Idiorrhythmie: Es fragt nach den Bedingungen eines Zusammenlebens, das individuelle Eigenrhythmen und Routinen respektiert und zugleich Gemeinschaft ermöglicht. 

Das Schreiben folgt eigenen Rhythmen. Es braucht Zeit, Aufmerksamkeit und einen immer wieder neu auszuhandelnden Einklang mit dem Alltag – oder es begegnet Störungen, die selbst zum Ausgangspunkt neuer Texte werden können.  

Eine Woche lang werden wir in Worpswede gemeinsam leben und schreiben. Wir verbringen vier stark strukturierte Tage mit individuellen und kollektiven Schreibphasen, Gesprächen über entstehende Texte, gemeinsamen Mahlzeiten und erkunden, wie sich Schreiben in einer geteilten Zeit gestaltet und verändert.   

Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Entwicklung einer eigenen Schreibpraxis und die Erkundung von Eigenzeiten.  

Schreiben verstehen wir als eine offenen Praxis des Erprobens, in dem theoretische Impulse, gemeinsame Erfahrungen und die Arbeit am eigenen Text produktiv ineinandergreifen.  

Zulassung per Motivationsschreiben! Bitt senden Sie Ihr Schreiben bis  zum 30.08.26 an nancy.huenger@uni-tuebingen.de. 

Dieses Seminar ist Teil des Projekts Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]. 

Theater denken. Spiel- und Diskursräume im zeitgenössischen Theater

Dozent: Stefan Tigges 
Beginn: N.N. Die einzelnen Termine werden noch bekanntgegeben. 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Ort: Zimmertheater 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Was bewegt eigentlich aktuell die szenischen Künste und wo liegen deren künstlerische, gesellschaftliche, politische und strukturelle Herausforderungen? Welche Rolle spielt hier das Zimmertheater Tübingen? Welche Funktionen und Bedeutungen hat eigentlich Dramaturgie im Theater? Wie lassen sich Aufführungen genauer beschreiben und analysieren? Welche Werkzeuge werden dafür benötigt und wie lassen sich diese produktiv einsetzen? Wie gestaltet sich die Arbeit am Text/Stück? 

Um uns diesen Fragen zu nähern, werden wir uns mit ausgewählten Texten und Stücken aus dem aktuellen Spielplan auseinandersetzen und uns folgende Inszenierungen im Zimmertheater gemeinsam ansehen: 

Thiago Rodrigues, Catarina oder von der Schönheit Faschisten zu töten 

Simon Stephens, Heisenberg 

Lot Vekemans, Gift 

Laurent Gaudé, Paris danach 

Die Veranstaltung findet im Zimmertheater Tübingen in Form von 4 mehrstündigen Blöcken inkl. der Aufführungsbesuche und möglicher Nachgespräche statt. 

Die Stücktexte und Termine werden frühzeitig kommuniziert. 

Mondblume, Living Forest und Venus vom Hohlefels - Eine kreative Reise auf den Spuren mutiger und mythischer Frauenfiguren

Dozentin: Laura Bon 
Kompaktseminar: 06.-08.11.26 
Fr 15-18 Uhr 
Sa 10-13 und 15-18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 26.06.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: NN 
Maximal : 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Freitag und Samstag: Auf in den Amazonas! Exkursion in den Botanischen Garten der Uni Tübingen Mit vielen kreativen Schreibübungen und ein paar kleinen Körperübungen und Ritualen begeben wir uns auf die Spuren von Abenteurerinnen, Künstlerinnen und Hüterinnen des tropischen Regenwalds. Wir erfahren etwas über die (Lebens-) Geschichten dieser mutigen Frauen und lernen zugleich die Bedeutung und Vielfalt dieses faszinierenden Lebensraums kennen. 

Sonntag: Höhlenwunder auf der Schwäbischen Alb  Im Museum der Uni Tübingen erkunden wir in der Ausstellung "Dirty Science" die Höhlen der Schwäbischen Alb. Diese werden mit den modernsten Methoden der Wissenschaft untersucht und sind zugleich Orte von mythischer Strahlkraft- wie durch den Fund der Frauenfigurine "Venus vom Hohlefels", eines der ersten Kunstwerke der Menschheit. Im Museum lernen wir etwas über Frauendarstellungen von der Steinzeit über die Antike bis heute und erproben das Umschreiben alter Mythen für die Jetztzeit. 

Vom Text zum Vortrag - Vom Schreiben zum Lesen

Dozentinnen: Emilia Numidia Bouharras, Pauline Ferber, Jelis Hoedtke und Anja Lichtl 
Kompaktseminar: 13.-15.11.26  
Fr 15-19 Uhr  
Sa 10-13 und 15-19 Uhr  
So 10-14 Uhr  
Beginn: 06.11.26, 15.00 c. t. 
Ort: NN 
Maximal: 16 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Schreibende werden immer wieder eingeladen, ihre eigenen Texte vor Publikum zu lesen. Damit werden sie gleichzeitig aufgefordert, von einer Kunst in die andere zu wechseln.  

Lesen vor Publikum kann sich ungewohnt anfühlen oder auf andere Schwierigkeiten treffen, denn eine Lesung auf der Bühne erfordert Kommunikation mit den Zuhörenden. Normal ist für Schreibende der Kontakt zu Papier, Schreibmaschine oder Computer.  

Der Workshop bietet für die Lesungssituation Hilfestellungen an. Einerseits wird es um die Variabilität in den Gestaltungsmitteln des Sprechens selber gehen, aber auch Atem, Blick, Körpersprache, Gestik, Mimik und Stimme werden als Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation genauer betrachtet werden. Fremdtexte und auch eigene Texte der Teilnehmenden werden dabei eine Rolle spielen. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem Studiengang der Sprechkunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. 

Schreiben und Mental Health

Dozentin: Birgit Kreipe 
Kompaktseminar: 27.11. - 29.11.26 
Fr 11-17 Uhr 
Sa 11-17 und 15-18 Uhr 
So 11-17 Uhr 
Beginn: 27.11.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: Hölderlinturm 
Maximal : 10 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Wie kann schreiben jenseits von Zwang und Optimierungsdruck für innere Klärung und mentale Stabilisierung sorgen? Vom einfachen Niederschreiben in Tagebuchform bis zur komplexen Reflexion, die Möglichkeiten selbstfürsorglichen Schreibens sind vielfältig und entstehen oft spontan, aus individuellen Situationen heraus. In diesem Workshop wollen wir das Verhältnis vom Fördern seelischer Stabilität und Resilienz auf der einen Seite und schreibender Selbstexploration, die auch die Konfrontation mit „Schatten“ umfassen kann, auf der anderen Seite ausloten. Das jeweilige Gleichgewicht finden zwischen einer Konfrontation mit sensiblen Inhalten und der Distanzierung von ihnen: Ein kreativer Umgang mit Übungen, die von der Traumatherapie inspiriert sind, kann dabei ebenso helfen wie die Auseinandersetzung mit ausgewählten Gedichten, z.B. von Louise Glück und Warsan Shire. Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit zum Austausch in kleinen Gruppen, es kann zwischen unterschiedlichen Schreibimpulsen für die jeweiligen Schreibphasen ausgewählt werden. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem  Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG), dem Hölderlinturm und den Mental Health Days 26. 

Lange Gedichte

Dozentin: Daniela Seel 
Kompaktseminar: 11.-13.12.2026 
Fr 15-20 Uhr 
Sa 10-13 und 15-18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 11.12.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: NN 
Maximal : 12 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Lange Gedichte atmen anders. Sie nehmen sich mehr Zeit ‒ nachzudenken, zu fragen, zu experimentieren, zu vertiefen. Sie können „Meditationen“ im Descartes’schen Sinn sein. In diesem Seminar wollen wir uns Zeit nehmen und versuchen, ein langes Gedicht zu schreiben. Aber wie komponiere und konzentriere, wie streue und setze ich Gedichte über einige oder sogar dutzende Seiten? Wir beleuchten Fragen nach Stilmitteln, Organisationsmöglichkeiten, narrativer und musikalischer Verdichtung, Dramaturgie, Recherche ... Anhand gemeinsamer Lektüre von langen Gedichten ‒ etwa von Gertrude Stein, Kurt Schwitters, Inger Christensen, Martina Hefter, Daniel Falb, Fiston Mwanza Mujila oder Frieda Paris ‒ und poetologischen Überlegungen tauschen wir uns im Gespräch über die besonderen Herausforderungen dieser Form aus. Neben Schreibzeiten wird es Einheiten geben, um den eigenen aktuellen Stand vorzutragen und in Textkritikrunden zu besprechen. Weil wir leider nur wenig Zeit haben, sollten alle schon eine Idee für ein eigenes langes Gedicht und Vorarbeiten ins Seminar mitbringen. 

Utopien

Dozentin: Hannah Burckhardt 
Kompaktseminar: 22.01.-24.01.27 
Freitag 15-20 Uhr 
Samstag 10-13 und 15 –18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 22.01.27, 15 Uhr c.t. 
Ort: NN 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Die derzeitige politische Landschaft ist geprägt von dystopischen Visionen und Resignation. Es fällt schwer, von einer besseren Welt zu träumen, dabei erfordern gerade Zeiten wie diese radikale Utopien. In dem Seminar wollen wir literarisch eine andere Gesellschaft erschaffen. Wir versuchen uns an kleinen Utopien im Alltag und wagen uns an ganz große Entwürfe einer alternativen Lebensform heran – in Bezug auf Wirtschaft und Herrschaft, Gender und Liebe, kulturellen Ausdruck, Zusammenleben oder Ökologie. Fragen, die uns beschäftigen werden, sind weiterhin: Gibt es eine utopische Sprache? Muss eine Utopie unbedingt positiv sein? Als Textbeispiele dienen uns anarchistische und feministische Klassiker wie Ursula K. Le Guins „The Dispossessed“ (1974) oder Mary Piercys „Woman on the Edge of Time“ (1976).