Dozentinnen: Nancy Hünger, Heike Gfrereis, Carolin Callies & Gäste
Kompaktkurs an 2-3 Wochenenden, Zeiten werden noch besprochen
Beginn: 30.10.26, 10.00 Uhr s. t.
Maximal: 15 Teilnehmer*innen
Ort: online / https://unistuttgart.webex.com/meet/heike.gfrereis
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte
Das Tagebuch erlebt eine Renaissance. Ob handschriftliches Journal, Bullet Journal, Blog oder Instagram-Story – persönliche Aufzeichnungen bewegen sich heute zwischen privater Reflexion und öffentlicher Inszenierung. Wie verändern soziale Medien das Schreiben über das eigene Leben? Welche Formen des Erzählens entstehen zwischen Intimität, Routine und digitaler Sichtbarkeit?
Im ersten Teil des Seminars steht das eigene Verfassen von Journalen im Mittelpunkt. Durch Schreibübungen und gemeinsame Diskussionen werden unterschiedliche Formen der Selbstaufschreibung erprobt und ihre ästhetischen sowie medialen Bedingungen reflektiert. Dabei fragen wir, wie sich traditionelle Tagebuchformen mit den Praktiken sozialer Medien verbinden und welche neuen Narrative daraus entstehen.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf historische Zeugnisse des Journalschreibens. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach arbeiten wir mit ausgewählten Tagebüchern, Notizbüchern und Journalen aus den Beständen des Archivs. Anhand dieser Quellen untersuchen wir, wie Menschen verschiedener Epochen ihr Leben dokumentierten, welche Funktionen das Journal erfüllte und welche Perspektiven die archivalische Überlieferung auf Praktiken des Schreibens eröffnet.
Das Seminar verbindet kreatives Schreiben, Medienreflexion und Archivarbeit. Es lädt dazu ein, Journale als literarische Form, kulturelle Praxis und historische Quelle neu zu entdecken.
Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Uni Stuttgart, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und Teil des Projekts “Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]”.