Uni-Tübingen

A-Bereich:

Systemimmanente Dynamik Kontextabhängigkeit und Bedeutungsvariabilität

Die Bedeutung sprachlicher Einheiten weist einen hohen Grad an Variabilität und Offenheit auf. Diese Bedeutungsunbestimmtheit wird im Sprachgebrauch über kontextabhängige Deutungen zugunsten einer nur sehr geringen Varianz aufgelöst. Wie diese Bestimmung spezifischer Bedeutungen zustande kommt, ist insbesondere für die Domäne des Satzes noch weitgehend ungeklärt. Welche sprachlichen Mechanismen sind für solche kontextabhängigen Interpretationen verantwortlich? Wie interagieren kombinatorische Prinzipien der Satzbedeutung mit pragmatischen Strategien bei der Berechnung von Bedeutung?

A-Bereich

B-Bereich:

Dynamik kognitiver Prozesse Prozessabhängigkeit und kognitive Verarbeitung

Über die Eigenschaften der kognitiven Prozesse, die auf sprachlichen Strukturen ablaufen, ist im Bereich der Syntax einiges bekannt; über Prozesse der semantischen Verarbeitung, insbesondere der Bedeutungskomposition, wissen wir weit weniger. Eine zentrale Frage ist, wie die angenommene Inkrementalität der kognitiven Prozesse mit Theorien der kompositionalen Verarbeitung in Einklang gebracht werden kann. Bestehende Deutungen des Fregeschen Kompositionsprinzips orientieren sich am Satz als Ganzem und blenden die zeitliche Dimension der semantischen Verarbeitung meist völlig aus; zu fragen ist daher u.a. nach Größe und Natur der subsententiellen Einheiten, auf die sich verschiedene Aspekte einer inkrementellen Berechnung von Bedeutung beziehen, sowie nach den Prozessen, die die eigentliche Komposition von Bedeutung in der Zeit steuern.

B-Bereich

C-Bereich:

Systemverändernde Dynamik Einzelsprachabhängigkeit und semantische Variation

Überlegungen zur Sprachvariation richten sich traditionell auf die Bereiche von Morphologie und Syntax; interpretationsbezogene Mechanismen gelten demgegenüber gemeinhin als universal. Jedoch weichen die von den Einzelsprachen bereitgestellten Strukturen zum Ausdruck desselben Sachverhalts oft stark voneinander ab, sodass auch bei den von einer Grammatik gesteuerten Interpretationsmechanismen mit Sprachvariation zu rechnen ist. Was sind die Möglichkeiten und Grenzen dieser semantischen Variation? Wo und wie sind die Optionen für derartige Variation in der Einzelsprache lokalisiert? Wie haben sich diese Formen von Sprachverschiedenheit entwickelt und in welcher Weise ist Wandel möglich? Wieweit unterliegt dieser Wandel seinerseits universalen Gesetzen oder Tendenzen?

C-Bereich