Uni-Tübingen

A2: ‚Andere‘ Ästhetik antiker Wirtschaftsräume in der späten Republik und frühen Kaiserzeit

Das Teilprojekt A2 knüpft an laufende Forschungen zur Ästhetik städtischer Wirtschaftsräume in der Neuzeit und Gegenwart an, möchte sie jedoch um die Perspektive auf die Antike erweitern.

Untersucht wird die Zeit der späten Republik und der frühen Kaiserzeit (2 Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.), in der besonders Rom mit seinen vielen Hunderttausenden, zum Teil enorm reichen Einwohnern, aber auch die umliegenden Städte Italiens Tendenzen einer teils aufwendigen formalen Ausgestaltung privilegierter Handelsräume aufweisen. Das zeigt eine Reihe neuer, für den Handel ausgewiesener Bautypen, wie Basiliken, Horrea, Macella etc., die in den letzten beiden Jahrhunderten v. Chr. erstmals einen aufwendigen Dekor aus reichen Materialien und Ornamenten aufweisen und in ihrer architektonischen Konzeption darauf berechnet sind, das Kaufverhalten zu steuern. Ziel des Teilprojektes ist es, der Entstehung und Entwicklung dieser bisher noch gar nicht gewürdigten ‚anderen‘ Ästhetik antiker Wirtschaftsräume im Spannungsfeld zwischen autologischen und heterologischen Bezügen gezielt nachzugehen, in deren Rahmen etwa Elemente des Dekors eng in ökonomische Bezüge eingebunden sind. Das Modell einer praxeologischen Ästhetik erlaubt es dabei erstmals, antike Wirtschaftsbauten und ihre einzelnen Bauglieder (unter Einschluss von Formen, Material, Farbgebung sowie der mit den gebauten Räumen verbundenen Lichtführung, Akustik etc.) als ästhetische Reflexionsfiguren zu betrachten und die mit ihnen verbundene ,andere‘ Ästhetik etwa im Verhältnis zu antiken Tempeln zu würdigen und zu erforschen.

Das Teilprojekt ist dem Projektbereich A „Praktiken“ zugeordnet, da es sich mit Alltagsorten der Wirtschaft beschäftigt. Es befindet sich an der Schnittstelle von Text- und Objekt-/Materialquellen, die gemeinsam auf eine ,andere‘ Ästhetik befragt werden.


Team

Projektleitung:

Prof. Dr. Johannes Lipps

Projektmitarbeitende:

Anna Sophie Ruhland
Linda Stoeßel


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