Botanical Gardens

März 2012

29.03.2012

ein weiterer Abschnitt der Farnschlucht wird mit Natursteinen befestigt. Was in der Natur einige Jahrtausende Zeit hat, wird bei uns mit etwas Maschinen- und viel Muskelkraft innerhalb weniger Tage erledigt.

27.03.2012

Das eigentlich nicht ganz so winterharte Pfahlrohr (Arundo donax) in der Systematischen Abteilung hat den Winter unbeschadet überstanden. Allerdings neigt es dazu, sich langsam in Richtung der anderen Beete auszubreiten und schreckt auch nicht davor zurück, im Wege liegende Platten beiseite zu schieben. Da wir uns das auf Dauer nicht gefallen lassen, wird nun mit Spaten, Schaufel und Spitzhacke die aufmüpfige Pflanze zur Ordnung gerufen.

26.03.2012

Auch die zukünftigen Sommerblumen fangen klein an und müssen erst einmal mühsam aufgepäppelt werden. Durch jahrelange Übung ist der Meister in der Lage, die Sämlinge in akkuraten Linien auszurichten. (Das Strammstehenlassen der Lehrlinge funktioniert bisher allerdings nicht annähernd so gut).

Während auf den Äckern der Schwäbischen Alb die zahlreichen Steine mühsam abgesammelt werden, gehen wir den entgegegesetzten Weg. Um im Revier "Schwäbische Alb" geeignete Lebensräume zu schaffen, wird die Erde mit zusätzlichem Steinmaterial angereichert. Für den Anbau von Kartoffeln ist der Boden im Anschluss nicht mehr vernünftig einzusetzen.

Im Garten gibt es laufend etwas zu reparieren oder optimieren. Die im Laufe der Jahre verrutschte Befestigung des Bachlaufs wird mit sorgfältig ausgewählten und behauenen Natursteinen wieder in Form gebracht, um das nächste Hochwasser unbeschadet talabwärts leiten zu können.

21.03.2012

Kaum zu glauben: Auch die größten Tropenriesen beginnen einmal als winzig kleine Sämlinge. Beim Pikieren sind ruhige Hände und ein gutes Auge gefragt.

20.03.2012

Der Frühling hat angeklopft und wir entfernen die letzten Reste des Winters. Die letztjährigen Triebe der winterharten Fuchsien werden dicht über dem Boden abgeschnitten, so dass in den nächsten Wochen Platz für den Neuaustrieb entsteht.

19.03.2012

Ein bisschen wie Weihnachten: Der LKW des Werkzeuglieferanten hat mehrere große Pakete gebracht. Beim Zählen und Verteilen der Geschenke haben die Azubis kurzen Kontakt zu neuem Werkzeug, bevor wir sie wieder mit historischen Gerätschaften zur Arbeit nach draußen schicken.

12.03.2012

Für die alpinen Aussaaten werden noch spezielle Zuschlagstoffe benötigt. Der weltweite Rationalisierungszwang macht auch vor uns nicht halt, deshalb ist das Handverlesen der Bims-Körner bei Vollmond nicht mehr realisierbar. Stattdessen reicht nun zur Gewinnung der richtigen Korngröße ein handelsübliches Sieb, auch der Mond ist bereits wieder kräftig am Abnehmen. Nach ersten Beobachtungen ist keine Beeinträchtigung der Keimung zu erkennen.

Die inzwischen bewurzelten Fuchsien-Stecklinge werden nun getopft und wechseln bei dieser Gelegenheit gleich das Gewächshaus. Bei mehr Licht und frischeren Nacht-Temperaturen füllen sie bis Mitte Mai die 11-cm-Töpfe, um dann in Balkonkästen bzw. Freilandbeete umzuziehen.

05.03.2012

Die Aussaaten und Stecklinge müssen noch vor allzu starker Sonneinstrahlung geschützt werden. Zu diesem Zweck werden die im Gewächshaus installierten Schattiergewebe geschlossen. Da sich zur Zeit das Land Baden-Württemberg mit größeren Bauvorhaben beschäftigt werden für nebensächliche Kleinigkeiten wie defekte Schattierungsmotoren und ausgehendes Klopapier keine Ressourcen vergeudet. Die Bedienung der Schattierung mit Muskelkraft hat gleich mehrere Vorteile: Einzelne Segmente können individuell verstellt werden, die Stromkosten für defekte Motoren sind minimalst und das Dehnen der Rückenmuskulatur sorgt für gesunde Mitarbeiter bis ins hohe Alter.

Zum Aufstellen von Dahlien und ähnlich (zumindest im Winter) anspruchslosen Kulturen wird der Stellplatz unter der Stellage befestigt. Dazu begibt sich der Kollege ordentlich zusammengefaltet unter die Gewächshaustische, wo er sich platzsparend dem Verlegen von Gartenplatten widmet.

01.03.2012

 

Nachwuchs unter sich: Sowohl die Pflänzlein als auch der ausführende Gärtner gehören zur nachrückenden Generation. Vom Auszubildenden werden die kleinen Sämlinge in die vorbereiteten Töpfe pikiert, um ihnen den Start in eine blühende Zukunft zu ermöglichen. Dank ausreichend Übung ist auch dem zukünftigen Gärtner eine entsprechendes Aufblühen möglich.

Auch im Tropicarium müssen geltende Sicherheitsvorschriften umgesetzt werden, sobald ein Gebäude umfassend saniert wird. Nachdem die Gefahr von herabfallenden Glasscheiben vorläufig gebannt ist, wurde eine neue Gefahr ausgemacht: Was ist, wenn im schwül-heißen Tropenklima die Lianen Feuer fangen? Ein zweiter Ausgang soll die Flucht ins Freie ermöglichen. Um den Ausstieg zum Notausstiegsfenster auch für weniger athletische Leute zu ermöglichen, müssen geeignete Stufen gebaut werden. Leider ist dem ausführenden Gärtner die Flucht ins Freie nicht möglich, da bei dieser schweißtreibenden Arbeit die Brandgefahr durch spontane Selbstentzündung minimal erscheint.