Uni-Tübingen

Termine, Veranstaltungen & Ausschreibungen

Sperrfrist ab SoSe 26

Liebe Student*innen,

aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre, sehen wir uns leider dazu genötigt, folgende Neuerung einzuführen: Um eine faire Teilnahme für alle Student*innen zu gewährleisten und auch jenen auf der Warteliste eine Chance zur Teilnahme zu geben, müssen Sie bei Verhinderung, bzw. Nicht-Teilnahme Ihre Kurs-Anmeldung schriftlich per E-Mail an elisabeth.bohley@uni-tuebingen.de eine Woche vor Kursbeginn stornieren. 

Jede unentschuldigte Abwesenheit führt zu einer einsemestrigen Sperrfrist, bedeutet, Sie werden im Folge-Semester nicht für einen SLT-Kurs zugelassen.

© Martha Sappler

Ausschreibung für den LeseLenz 2026

Für den diesjährigen LeseLenz (Motto: W:andersprachen) suchen wir durch die Sprachen wandernde Texte zu folgendem Zitat:

"Arbeitsklamotten, Dessous, Hausmantel, Tränentuch: zweite Haut.

Persephones Überwurf
ist nicht
unbedingt flugtauglich

im April umhüllt er
die ganze Substanz der Hölle
glänzende Manschetten, tintenschwarze Kälte, abgewetzte Ellenbogen,
tote Morgenstunden, Kaffeesatz. Ein Fleck auf dem Revers
ohne zu wissen, woher. In den Hosensäcken Papiertaschentücher.

[…]

Das Ritual der Kore ist es, die Kittelschürze zu reinigen,
an der Wäscheleine die Auferstehung zu verkünden."

Aus: Carmen Camacho – Domizil der Worte, Einschreibung ins Deutsche von José F.A. Oliver, “Kittelschürzen reinigen und wegräumen”, S. 81

Welche Geschichten stecken zwischen den Fasern, in den Säumen und Innentaschen der Klamotten in deinem Gepäck? Welches Kleidungsstück trägt die Zermürbung der letzten Monate? Welche Text/ilien verkörpern welche Räume, Unter/Über/Zwischenwelten? Welches poetische Ritual verwandelt Verzweiflung in Zuversicht? Welche Form der Carearbeit erlaubt es, endlich anzukommen? Über-setzt Du vorsichtig oder fällst Du plötzlich aus dem Alltag? Oder geht es darum, in Bewegung zu geraten, Flugversuche zu starten, weiterzukommen? 

Mach die Dinge greifbar!

Bewerbungsverfahren

Bewerben können sich Autor*innen, die in den letzten 3 Jahren ein Seminar am SLT besucht haben.

Einsendeschluss: 30. April 2026.

Die Textauswahl wird von einer unabhängigen Jury getroffen.

Es können Texte aller literarischen Gattungen eingereicht werden: Prosa, Dichtung, Störe, Essay, Dialog, Rede und vieles mehr. Auch kollektiv geschriebene und vorgelesene Texte sind möglich.

Um dich zu bewerben, reiche bitte zwei Dokumente im PDF-Format mit dem Betreff „Leselenz 2026“ an sltspam prevention@kultur.uni-tuebingen.de ein:

  • anonymisierter Text (7 Minuten Lesezeit),  Dateiname = [Textname]_Text
  • Vita (kurze Angaben zur Person) & Kontaktdaten (Name, Mailadresse), Dateiname = [Textname]_Vita 

Kriterien zur Bewertung der Texte sind u.a.: Originalität, Kreativität, Sprachgefühl, Aufbau.  

ich kenne viele wörter und keines davon passt – Schreiben als Selbstfürsorge
© Martha Sappler

Schreiben als Selbstfürsorge – Lesung und Gespräch

16. April 2026, 19 Uhr
Ernst-von-Sieglin Hörsaal im Schloss Tübingen

Schreiben ist Arbeit an der Sprache und Arbeit am Selbst zugleich. Es ordnet Wahrnehmung, gibt inneren Zuständen Form und macht erfahrbar, wie eng poetische Gestaltung und psychische Prozesse miteinander verbunden sind. Die Lesung mit anschließendem Gespräch bringt literarische, psychologische und medizinische Perspektiven miteinander ins Gespräch. Sie widmet sich dem Schreiben als ästhetischer Strategie, als literarischem Reflexionsgegenstand und als Praxis der Selbstfürsorge.

Die drei Dichter_innen lesen aus Werken, die zentrale Fragen von Psyche, Identität und Krisenerfahrung reflektieren. Sirka Elspaß (hungern beten heulen schwimmen, 2025) und Farhad Showghi (Die nähere Umgebung, 2026) stellen ihre jüngsten Gedichtbände vor, während Nancy Hünger (4 Uhr kommt der Hund, 2020) aus einem thematisch einschlägigen ihrer früheren Werke liest. In diesen Texten der Autor_innen wird Schreiben zum Ort der Selbstbeobachtung und der Identitätsarbeit, zum Medium, in dem Erfahrungen von psychischer Belastung, Verletzlichkeit und Selbstbehauptung poetisch verhandelt werden. Dabei stehen nicht therapeutische Lösungen im Vordergrund, sondern die Frage, wie Sprache Erfahrungen formt, verschiebt und aushält.

Die Lesung mit anschließendem Gespräch findet in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) sowie dem Studio Literatur und Theater (SLT) statt und steht in Voraussicht auf die Sonderausstellung Schreiben für die Seele, die ab dem 11. September 2026 im Museum Hölderlinturm zu sehen sein wird.

Moderation: Mirek Heißenbüttel und Martha Sappler.

Organisation:  Sabrina Rosalie Rösch (Museum Hölderlinturm), Nancy Hünger (Studio Literatur und Theater) und Katrin Giel (Universitätsklinikum Tübingen, Psychosomatische Medizin & Psychotherapie).

Das Zitat stammt aus Sirka Elspaß Band “hungern beten heulen schwimmen”.

Ungehaltene Reden Ungehaltener Frauen*
© Martha Sappler

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen*

SchreibLauT in der Kulturnacht

9. Mai 2026, 18 Uhr
Buchhandlung Quichotte
Moderation: Nina Lenz

Zu oft haben sie geschwiegen, zu oft wurde ihnen nicht zugehört. Für das Erheben der eigenen Stimme, das Frauen historisch so lange verwehrt blieb, gibt es seit 2021 ein Format der Stiftung Brückner-Kühner: “Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen”. In Anlehnung an das Projekt geben wir ungehaltenen Student:innen eine Bühne, ihre Erfahrungen, ihre Visionen, ihre Wut und ihren Zweifel zu teilen.

Ausgangspunkt bildete ein Seminar am Studio Literatur und Theater, das sich mit den Reden “ungehaltener Frauen“ auseinandersetzte.

Die Student:innen haben im Umgang mit den Texten ihre eigenen Stimmen und Themen gefunden. Themen, die noch immer zu selten zur Sprache kommen. Sie verfassten eigene ungehaltene Reden, die sie zur Kulturnacht zu Gehör bringen.

Die unregelmäßig stattfindende Lesereihe SchreibLauT gewährt Einblicke in die kreative/literarische Arbeit am SLT – von der Ideenskizze bis zum fertigen Text: Student*innen lesen aus ihren aktuellen Werken und stehen bei Wein und Wasser dem Publikum Rede und Antwort. SchreibLauT ist eine Einladung, junge zeitgenössische Stimmen zu entdecken, zuzuhören, Fragen zu stellen und gemeinsam über Schreiben und Handwerk ins Gespräch zu kommen.

Neu gegründet: FORUM FÜR LITERATUR, KÜNSTE UND MEDIEN DER GEGENWART

— eine Initiative von Karin Amos (Prorektorin Studium und Lehre), Nancy Hünger (Studio Literatur und Theater), Susanne Marschall (Lehrstuhl für Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen, Zentrum für Medienkompetenz) und Evi Zemanek (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Gegenwart, Deutsches Seminar)

Ziel des Forums ist es, die vielfältigen Aktivitäten an der Uni Tübingen in den Bereichen Gegenwartsliteratur, Musik, bildende und performative Kunst sowie Medienkunst sichtbarer zu machen, enger miteinander zu verzahnen und durch transdisziplinäre Kooperationen neue Impulse für Forschung, Lehre und künstlerische Praxis zu setzen. Das Forum versteht sich als offener Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Kunst – innerhalb der Universität und darüber hinaus. Es bietet Akteur*innen aus den verschiedenen Disziplinen die Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu entwickeln, Veranstaltungen zu realisieren und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. Alle sind eingeladen, mitzumachen! In absehbarer Zeit wird es eine Homepage und einen Verteiler geben.