Uni-Tübingen

Kursangebot Wintersemester 2026/27

Antworten von jungen Dichter*innen – Schreiben in den/über die eigenen 20er.

Dozentin: Tonia Krupinsky 
 Di 14.00-16.00 c. t. 
Beginn: 20.10.26 
Ort: NN  
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Was bedeutet es, als junger Mensch zu schreiben? Welche Themen beschäftigen uns und wie finden wir Worte, um auszudrücken, was uns bewegt/verunsichert/antreibt/…? Welchen Herausforderungen stellen sich Schreibende in ihren Zwanzigerndamals wie heute 

In diesem Seminar lesen wir eine Auswahl von Rainer Maria Rilkes “Briefe an einen jungen Dichter” und gehen gemeinsam den Gedanken nach, die darin bis heute nachhallen. Rilkes Briefe thematisieren Kreativität, Selbstfindung, Berufung, Zweifel und die Frage, wie das eigene Schreiben gelingen kann. 
Welche Antworten bietet er jungen Menschen? Und welche Antworten finden wir selbst?   

Neben der gemeinsamen Lektüre steht das eigene Schreiben im Mittelpunkt. Wir schreiben Texte über unsere eigenen Zwanziger: über Hoffnung, Transformation, unser Umfeld, das Erwachsenwerden und die Suche nach der eigenen Stimme.   

Das Seminar richtet sich an alle Studierenden, die Freude am Schreiben haben oder neugierig darauf sind, ihre eigene Stimme zu entdeckenVorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es gibt keine Altersbegrenzung, die Teilnahme ist auch ausdrücklich erwünscht, wenn älter/jünger als 20 ist.   

Seminarlektüre: Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter.

Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen

Dozentin: Nancy Hünger  
Di 12:00-14:00 c. t. 
Beginn: 20.10.26 
Ort: NN 
Maximal :15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Ausgangspunkt dieses Seminars ist die Sammlung „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“, in der Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen die Worte finden, die ihnen lange verwehrt waren – unbequem, eindringlich, kraftvoll. Wir lesen ausgewählte Reden, analysieren ihre Sprache und gesellschaftliche Bedeutung – und nehmen sie zum Anlass, eigene Stimmen zu suchen und hörbar zu machen.  

Im Zentrum des Seminars steht das Schreiben und Halten eigener Reden. Was bewegt uns? Wofür brennen wir? Was muss – endlich – gesagt werden? In einem geschützten Rahmen arbeiten wir an Themenfindung, Aufbau, sprachlicher Gestaltung und Performance. Ziel ist es, zum Ende des Seminars eine eigene Rede öffentlich oder im kleinen Kreis zu präsentieren.  

Das Seminar richtet sich an alle, die sich mit Sprache, Geschlechterverhältnissen und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzen möchten – und Lust haben, sich selbst schreibend und sprechend auszuprobieren. Vorkenntnisse im Schreiben oder Reden sind nicht erforderlich, wohl aber Neugier, Mut zur eigenen Perspektive und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme. 

Hinweis: Alle Geschlechter sind willkommen – die Auseinandersetzung mit „ungehaltenen Frauen“ meint eine gesellschaftliche Rolle, keine biologische Kategorie. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Stiftung Brückner-Kühner und dem Format “Ungehaltene Reden”. 

Die Lust am Scheitern, Kurs I und II

Dozenten: Volker Quandt, Harry Kienzler (Theatersportler) 

Kurs I: Di 18.00-20.00 
Beginn: 20.10.26 
Ort: LTT, Eberhardstr. 6  
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Kurs II: Di 20.00-22.00  
Beginn: 20.10.26 
Ort: LTT, Eberhardstr. 6  
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte  

 

Improvisieren heißt Scheitern. Und zwar immer wieder auf’s Neue. Aber kann man Lust am Scheitern entwickeln? Ja, man kann! Es steckt sogar ein gewisses Suchtpotential im Scheitern, denn man will es mit der Zeit immer öfter und besser tun. Volker Quandt’s IMPRO-Akademie an der Uni Tübingen gibt es seit 2007 und läuft unter dem Thema „Kommunikationskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung" und ist offen für Studierende sämtlicher Fakultäten.   

Am Ende des Kurses gibt es die Impro-Akademie-Werkschau (21.07.26, 19.30 Uhr im LTT). An diesem bunt improvisierten Abend gibt es eine öffentliche Aufführung, welche dem Publikum Einblicke in die im Kurs erlernten Impro-Techniken und -Spielformen gibt, die auch beim allseits bekannten Theatersport (von Volker Quandt 1990 nach Tübingen gebracht) zur Anwendung kommen. Dabei steht das Entwickeln von Geschichten im Mittelpunkt allen Scheiterns, denn man ahnt ja gar nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, eine Geschichte kaputt zu machen. Beispiele? Indem man negativ ist, blockiert oder annulliert, die Geschichte auf eine Seitenspur führt, originell sein will, nur schwafelt, oder sich sich einfach in so genannten „übereingekommenen Aktivitäten“ verheddert. Die Lust am Scheitern.  

Träume

Dozent*innen: Nancy Hünger und Dr. Stefan Knödler 
Mi 12.00 – 14.00 c. t.   
Beginn: 21.10.26 
Ort:  NN 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Wir alle träumen. Die meisten Träume vergessen wir sofort, andere schaffen es noch als ein Rest in das eigene Aufwachen, um dann zu verschwinden, einige merken wir uns jedoch (warum?) und wir erinnern uns noch nach Jahren an sie. Manche schreiben wir – eingedenk ihrer Flüchtigkeit – sogar auf. 
Das Seminar will sich der literarischen Form des Traumnotats auf zweierlei Weise nähern: 
1. Wir werden (die Dozierenden eingeschlossen) für die Spanne des Seminars unsere Träume notieren und reflektieren. Am Ende des Semesters wird ein kollektives (anonymisiertes) Traumbuch stehen, das alle in die Hand bekommen sollen.  
2. Werden wir uns Träumen und traumhaften Erzähltexten von einem literaturwissenschaftlichen Standpunkt aus nähern: Wie umgehen mit Texten, die ganz offensichtlich eine Geschichte erzählen, an denen aber unsere erzähltheoretischen Begriffe und Methoden nicht oder nur schwer anwendbar zu sein scheinen? 
 
Ergänzt wird das Seminar durch kleine Schreibimpulse, mit denen wir uns einem „unbewussten" Schreiben annähern wollen. 

Lotte Reiniger - Scherenschnitt, Schatten, Sprache

Dozentinnen: Nancy Hünger und Dr. Evamarie Blattner 
Mi 16.00 - 18.00 c. t. 
Beginn: 21.10.26 
Ort:  Stadtmuseum / Brechtbau 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Mit “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” schuf Lotte Reiniger einen Meilenstein der Filmgeschichte: den ältesten erhaltenen abendfüllenden Animationsfilm der Welt. In filigranen Scherenschnittbildern erzählt der Film von fliegenden Pferden, Zauberern, Dämonen und mutigen Heldinnen und Helden – und eröffnet dabei eine faszinierende Welt zwischen Märchen, Orientfantasie und visueller Poesie. 

Ausgehend von der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Film und der aktuellen Ausstellung entwickeln wir eigene Texte: poetische Miniaturen, Märchenanfänge, Figurenmonologe oder neue Abenteuer für Prinz Achmed und seine Gefährtinnen. 

Das Seminar lädt dazu ein, sich von Reinigers einzigartiger Bildsprache inspirieren zu lassen und eigene sprachliche Ausdrucksformen zu entdecken.  

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem Stadtmusuem Tübingen. 

Performing the Self. Selbstentwürfe in Kunst und Literatur

Dozentinnen: Nancy Hünger und Dr. Ariane Koller 
Do 12.00 – 14.00 c. t. 
Beginn: 22.10.26 
Ort: Graphischen Sammlung, UB Bonatzbau, 1. Stock links 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

Wer bin ich – und wie entwerfe ich mich selbst? Zwischen Selbstdarstellung, Inszenierung und Selbstbefragung entstehen in Kunst und Literatur vielfältige Formen des Selbstporträts, die ebenso individuelle wie kulturell geprägte Identitätskonzepte sichtbar machen. 

Das Seminar widmet sich der Geschichte und Ästhetik des Selbstporträts in verschiedenen Medien. Im Zentrum stehen ausgewählte Selbstbildnisse aus der Graphischen Sammlung, die gemeinsam im Original untersucht werden, sowie literarische Selbstporträts. Dabei fragen wir, wie Künstler:innen und Autor:innen ihr eigenes Bild erzeugen, welche Rollen sie einnehmen und welche Strategien sie nutzen, um Identität zu behaupten, zu erfinden oder zu hinterfragen. 

Im Dialog zwischen Bild und Text werden Themen wie Autorschaft, Performativität, Körperlichkeit, Erinnerung und Geschlecht ebenso diskutiert wie die Beziehung zwischen Selbstbeobachtung und öffentlicher Darstellung. Theoretische Ansätze aus der Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaft ergänzen die Analyse der Primärwerke und eröffnen Perspektiven auf das Selbstporträt als eine Praxis des „Performing the Self“. 

Tagebuch und Story - Journale zwischen Selbstaufschreibung, sozialen Medien und Archiv

Dozentinnen: Nancy Hünger, Heike Gfrereis, Carolin Callies & Gäste   
Kompaktkurs an 2-3 Wochenenden, Zeiten werden noch besprochen 
Beginn: 30.10.26, 10.00 Uhr s. t.   
Maximal: 15 Teilnehmer*innen                                                    
Ort: online  / https://unistuttgart.webex.com/meet/heike.gfrereis 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Das Tagebuch erlebt eine Renaissance. Ob handschriftliches Journal, Bullet Journal, Blog oder Instagram-Story – persönliche Aufzeichnungen bewegen sich heute zwischen privater Reflexion und öffentlicher Inszenierung. Wie verändern soziale Medien das Schreiben über das eigene Leben? Welche Formen des Erzählens entstehen zwischen Intimität, Routine und digitaler Sichtbarkeit?  

Im ersten Teil des Seminars steht das eigene Verfassen von Journalen im Mittelpunkt. Durch Schreibübungen und gemeinsame Diskussionen werden unterschiedliche Formen der Selbstaufschreibung erprobt und ihre ästhetischen sowie medialen Bedingungen reflektiert. Dabei fragen wir, wie sich traditionelle Tagebuchformen mit den Praktiken sozialer Medien verbinden und welche neuen Narrative daraus entstehen.  

Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf historische Zeugnisse des Journalschreibens. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach arbeiten wir mit ausgewählten Tagebüchern, Notizbüchern und Journalen aus den Beständen des Archivs. Anhand dieser Quellen untersuchen wir, wie Menschen verschiedener Epochen ihr Leben dokumentierten, welche Funktionen das Journal erfüllte und welche Perspektiven die archivalische Überlieferung auf Praktiken des Schreibens eröffnet.  

Das Seminar verbindet kreatives Schreiben, Medienreflexion und Archivarbeit. Es lädt dazu ein, Journale als literarische Form, kulturelle Praxis und historische Quelle neu zu entdecken.  

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit der Uni Stuttgart, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und Teil des Projekts “Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]”. 

Die Universität und die Lust am Text. Ein literarisches Forschungskolloquium

Dozentin: Nina Lenz  
Beginn: 23.10.26 freitags alle zwei Wochen von 14-16 Uhr c. t.  
Ort: Raum 137, Neuphilologicum 
Maximal: 7 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Dass er mich begehrt, der Text, schreibt Roland Barthes. 

Wir wollen untersuchen, was an der Universität – zwischen Anforderungen, Sekundärtexten, Schreibblockaden und Abgaben –  mit unserem Schreiben, unserer eigenen Schreibstimme passiert. Geht die Lust verloren? Wie wäre es, ganz anders zu schreiben? 

Ziel des Forschungskolloquiums ist die Veröffentlichung eines kollektiven Texts, der alles zwischen literarischem Experiment, Essay und wissenschaftlichem Artikel sein darf. 

Dieses Seminar ist Teil des Projekts Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]. 

Wie zusammen Leben – Exkursion

Dozent*innen: Nancy Hünger und Dr. Simon Frisch 
Beginn: 9.–14.11.26 
Maximal: 7 Teilnehmer*innen aus Tübingen 
Ort: Worpswede 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Roland Barthes entwickelt in Wie zusammen leben? Simulation einiger alltäglicher Räume im Roman das Konzept der Idiorrhythmie: Es fragt nach den Bedingungen eines Zusammenlebens, das individuelle Eigenrhythmen und Routinen respektiert und zugleich Gemeinschaft ermöglicht. 

Das Schreiben folgt eigenen Rhythmen. Es braucht Zeit, Aufmerksamkeit und einen immer wieder neu auszuhandelnden Einklang mit dem Alltag – oder es begegnet Störungen, die selbst zum Ausgangspunkt neuer Texte werden können.  

Eine Woche lang werden wir in Worpswede gemeinsam leben und schreiben. Wir verbringen vier stark strukturierte Tage mit individuellen und kollektiven Schreibphasen, Gesprächen über entstehende Texte, gemeinsamen Mahlzeiten und erkunden, wie sich Schreiben in einer geteilten Zeit gestaltet und verändert.   

Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Entwicklung einer eigenen Schreibpraxis und die Erkundung von Eigenzeiten.  

Schreiben verstehen wir als eine offenen Praxis des Erprobens, in dem theoretische Impulse, gemeinsame Erfahrungen und die Arbeit am eigenen Text produktiv ineinandergreifen.  

Zulassung per Motivationsschreiben! Bitt senden Sie Ihr Schreiben bis  zum 30.08.26 an nancy.huenger@uni-tuebingen.de. 

Dieses Seminar ist Teil des Projekts Laboratorium für experimentelle Autorschaft [˙le:a]. 

Theater denken. Spiel- und Diskursräume im zeitgenössischen Theater

Dozent: Stefan Tigges 
Beginn: N.N. Die einzelnen Termine werden noch bekanntgegeben. 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen  
Ort: Zimmertheater 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte   

 

Was bewegt eigentlich aktuell die szenischen Künste und wo liegen deren künstlerische, gesellschaftliche, politische und strukturelle Herausforderungen? Welche Rolle spielt hier das Zimmertheater Tübingen? Welche Funktionen und Bedeutungen hat eigentlich Dramaturgie im Theater? Wie lassen sich Aufführungen genauer beschreiben und analysieren? Welche Werkzeuge werden dafür benötigt und wie lassen sich diese produktiv einsetzen? Wie gestaltet sich die Arbeit am Text/Stück? 

Um uns diesen Fragen zu nähern, werden wir uns mit ausgewählten Texten und Stücken aus dem aktuellen Spielplan auseinandersetzen und uns folgende Inszenierungen im Zimmertheater gemeinsam ansehen: 

Thiago Rodrigues, Catarina oder von der Schönheit Faschisten zu töten 

Simon Stephens, Heisenberg 

Lot Vekemans, Gift 

Laurent Gaudé, Paris danach 

Die Veranstaltung findet im Zimmertheater Tübingen in Form von 4 mehrstündigen Blöcken inkl. der Aufführungsbesuche und möglicher Nachgespräche statt. 

Die Stücktexte und Termine werden frühzeitig kommuniziert. 

Mondblume, Living Forest und Venus vom Hohlefels - Eine kreative Reise auf den Spuren mutiger und mythischer Frauenfiguren

Dozentin: Laura Bon 
Kompaktseminar: 06.-08.11.26 
Fr 15-18 Uhr 
Sa 10-13 und 15-18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 26.06.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: NN 
Maximal : 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Freitag und Samstag: Auf in den Amazonas! Exkursion in den Botanischen Garten der Uni Tübingen Mit vielen kreativen Schreibübungen und ein paar kleinen Körperübungen und Ritualen begeben wir uns auf die Spuren von Abenteurerinnen, Künstlerinnen und Hüterinnen des tropischen Regenwalds. Wir erfahren etwas über die (Lebens-) Geschichten dieser mutigen Frauen und lernen zugleich die Bedeutung und Vielfalt dieses faszinierenden Lebensraums kennen. 

Sonntag: Höhlenwunder auf der Schwäbischen Alb  Im Museum der Uni Tübingen erkunden wir in der Ausstellung "Dirty Science" die Höhlen der Schwäbischen Alb. Diese werden mit den modernsten Methoden der Wissenschaft untersucht und sind zugleich Orte von mythischer Strahlkraft- wie durch den Fund der Frauenfigurine "Venus vom Hohlefels", eines der ersten Kunstwerke der Menschheit. Im Museum lernen wir etwas über Frauendarstellungen von der Steinzeit über die Antike bis heute und erproben das Umschreiben alter Mythen für die Jetztzeit. 

Vom Text zum Vortrag - Vom Schreiben zum Lesen

Dozentinnen: Emilia Numidia Bouharras, Pauline Ferber, Jelis Hoedtke und Anja Lichtl 
Kompaktseminar: 06.-08.11.26  
Fr 15-19 Uhr  
Sa 10-13 und 15-19 Uhr  
So 10-14 Uhr  
Beginn: 06.11.26, 15.00 c. t. 
Ort: NN 
Maximal: 16 Teilnehmer*innen  
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Schreibende werden immer wieder eingeladen, ihre eigenen Texte vor Publikum zu lesen. Damit werden sie gleichzeitig aufgefordert, von einer Kunst in die andere zu wechseln.  

Lesen vor Publikum kann sich ungewohnt anfühlen oder auf andere Schwierigkeiten treffen, denn eine Lesung auf der Bühne erfordert Kommunikation mit den Zuhörenden. Normal ist für Schreibende der Kontakt zu Papier, Schreibmaschine oder Computer.  

Der Workshop bietet für die Lesungssituation Hilfestellungen an. Einerseits wird es um die Variabilität in den Gestaltungsmitteln des Sprechens selber gehen, aber auch Atem, Blick, Körpersprache, Gestik, Mimik und Stimme werden als Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation genauer betrachtet werden. Fremdtexte und auch eigene Texte der Teilnehmenden werden dabei eine Rolle spielen. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem Studiengang der Sprechkunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. 

Schreiben und Mental Health

Dozentin: Birgit Kreipe 
Kompaktseminar: 27.11. - 29.11.26 
Fr 11-17 Uhr 
Sa 11-17 und 15-18 Uhr 
So 11-17 Uhr 
Beginn: 27.11.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: Hölderlinturm 
Maximal : 10 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Wie kann schreiben jenseits von Zwang und Optimierungsdruck für innere Klärung und mentale Stabilisierung sorgen? Vom einfachen Niederschreiben in Tagebuchform bis zur komplexen Reflexion, die Möglichkeiten selbstfürsorglichen Schreibens sind vielfältig und entstehen oft spontan, aus individuellen Situationen heraus. In diesem Workshop wollen wir das Verhältnis vom Fördern seelischer Stabilität und Resilienz auf der einen Seite und schreibender Selbstexploration, die auch die Konfrontation mit „Schatten“ umfassen kann, auf der anderen Seite ausloten. Das jeweilige Gleichgewicht finden zwischen einer Konfrontation mit sensiblen Inhalten und der Distanzierung von ihnen: Ein kreativer Umgang mit Übungen, die von der Traumatherapie inspiriert sind, kann dabei ebenso helfen wie die Auseinandersetzung mit ausgewählten Gedichten, z.B. von Louise Glück und Warsan Shire. Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit zum Austausch in kleinen Gruppen, es kann zwischen unterschiedlichen Schreibimpulsen für die jeweiligen Schreibphasen ausgewählt werden. 

Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem  Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG), dem Hölderlinturm und den Mental Health Days 26. 

Lange Gedichte

Dozentin: Daniela Seel 
Kompaktseminar: 11.-13.12.2026 
Fr 15-20 Uhr 
Sa 10-13 und 15-18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 11.12.26, 15 Uhr c. t. 
Ort: NN 
Maximal : 12 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Lange Gedichte atmen anders. Sie nehmen sich mehr Zeit ‒ nachzudenken, zu fragen, zu experimentieren, zu vertiefen. Sie können „Meditationen“ im Descartes’schen Sinn sein. In diesem Seminar wollen wir uns Zeit nehmen und versuchen, ein langes Gedicht zu schreiben. Aber wie komponiere und konzentriere, wie streue und setze ich Gedichte über einige oder sogar dutzende Seiten? Wir beleuchten Fragen nach Stilmitteln, Organisationsmöglichkeiten, narrativer und musikalischer Verdichtung, Dramaturgie, Recherche ... Anhand gemeinsamer Lektüre von langen Gedichten ‒ etwa von Gertrude Stein, Kurt Schwitters, Inger Christensen, Martina Hefter, Daniel Falb, Fiston Mwanza Mujila oder Frieda Paris ‒ und poetologischen Überlegungen tauschen wir uns im Gespräch über die besonderen Herausforderungen dieser Form aus. Neben Schreibzeiten wird es Einheiten geben, um den eigenen aktuellen Stand vorzutragen und in Textkritikrunden zu besprechen. Weil wir leider nur wenig Zeit haben, sollten alle schon eine Idee für ein eigenes langes Gedicht und Vorarbeiten ins Seminar mitbringen. 

Utopien

Dozentin: Hannah Burkhardt 
Kompaktseminar: 22.01.-24.01.27 
Freitag 15-20 Uhr 
Samstag 10-13 und 15 –18 Uhr 
So 10-13 Uhr 
Beginn: 22.01.27, 15 Uhr c.t. 
Ort: NN 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Die derzeitige politische Landschaft ist geprägt von dystopischen Visionen und Resignation. Es fällt schwer, von einer besseren Welt zu träumen, dabei erfordern gerade Zeiten wie diese radikale Utopien. In dem Seminar wollen wir literarisch eine andere Gesellschaft erschaffen. Wir versuchen uns an kleinen Utopien im Alltag und wagen uns an ganz große Entwürfe einer alternativen Lebensform heran – in Bezug auf Wirtschaft und Herrschaft, Gender und Liebe, kulturellen Ausdruck, Zusammenleben oder Ökologie. Fragen, die uns beschäftigen werden, sind weiterhin: Gibt es eine utopische Sprache? Muss eine Utopie unbedingt positiv sein? Als Textbeispiele dienen uns anarchistische und feministische Klassiker wie Ursula K. Le Guins „The Dispossessed“ (1974) oder Mary Piercys „Woman on the Edge of Time“ (1976). 

Kursangebot Sommersemester 2026

Crashkurs ästhetisch Lesen

Dozentin: Heike Gfrereis 

Beginn: 27.04.26, 18.30 Uhr, online   

Ort: online / https://unistuttgart.webex.com/meet/heike.gfrereis + 1 Tag im Deutschen Literaturarchiv Marbach 

Maximal: 10 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

Eignung:  Anfänger*innen und Fortgeschrittene 

Wie lesen wir einen Text, wenn wir ihn als schöne Kunst wahrnehmen und empfinden? Und wie können wir mit anderen Menschen unsere Wahrnehmungen und Empfindungen teilen? Zur Vorbereitung: Viel lesen, unter anderem „Das Wasserzeichen der Poesie“ von Hans Magnus Enzensberger alias Andreas Thalmayr. 
 
Termine:  
27. April, 18.30 bis 21 Uhr (Vorbesprechung, online) 
5. Juni, 10 bis 17 Uhr (Deutsches Literaturarchiv Marbach) 
8. Juni, 18.30 bis 21 Uhr (online) 
22. Juni, 18.30 bis 21 Uhr (online) 
13. Juli, 18.30 bis 21 Uhr (online) 

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Die ganze Welt ist Text. Abbilden, aufnehmen, unkreatives Schreiben

Dozentin: Nina Lenz  

Di 10-12 Uhr, c.t. 

Beginn: 21.04.26 

Ort: Raum 308 (Melanchthonzimmer), Burse, Bursagasse 1 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen (an Termine anpassen)  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 
 

„Ich meinerseits bin an Gegenwart interessiert.“ Rolf Dieter Brinkmann 

Die Wahrnehmung der Gegenwart ist medial vermittelt und geformt, insofern ist die Literarisierung alltäglichen Erlebens ein spannendes, vielleicht utopisches Verfahren, das unser gewöhnliches Verständnis von Kreativität und Autorschaft hinterfragt. Wir sind umgeben von Texten. Wir bewegen uns in diesem Sommersemester heraus und sammeln, bilden ab, nehmen auf, zeichnen, fotografieren, schreiben…Was schon geschrieben ist, wird kopiert, geklaut, remixed. 

Ziel des Seminars ist eine kleine intertextuelle/intermediale Arbeit. 

Keine Voraussetzungen. Dies ist ein Fortsetzungskurs, jedoch sind neue Teilnehmer:innen genauso willkommen. 

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Drop the mike III

Dozentin: Nancy Hünger  

Di 12-14 Uhr 

Beginn: 21.04.26, c.t. 

Ort: Raum 032, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal 15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Dieses Format widmet sich dem Open Mike (dem wichtigsten literarischen Nachwuchspreis für Literatur). Dabei konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Prosa. 

Wir lesen: Die Texte der Preisträger*innen gemeinsam, studieren und diskutieren. Wir befragen die Texte kritisch. Sind sie gelungen, was macht sie gegenwärtig und preiswürdig. 

Wir schreiben: Welche literarischen Strategien bzw. Kunstgriffe lassen sich übernehmen, wie wird heute erzählt? Welche narrativen Kniffe werden angewandt?  Handlung oder Monolog? Zugleich sind wir dicht am Puls der Zeit, die Texte des Open Mike bieten einen spannenden Einblick in die aktuelle Gegenwartsliteratur und einen Ausblick auf den gegenwärtigen Stand akademischer Literatur-Produktion. 

Es gilt, anhand der Lektüre, Strategien für die eigene Text-Werkstatt zu entwickeln. Wir kopieren, spielen, modifizieren oder übertragen Stile, Formen und Konstruktionen, um die eigenen Texte, die während des Kurses entstehen, auf ihre literarische Anschlussfähigkeit zu überprüfen. Die so entstandenen Texte, die durch die Lektüre der Open Mike Texte inspiriert wurden, werden gemeinsam intensiv besprochen, diskutiert und wenn möglich fortlaufend überarbeitet. Jedes Jahr erscheint anlässlich des Wettbewerbs eine Anthologie, diese bietet die Basis für den Kurs. Die Lektüre ist Voraussetzung für die Teilnahme.

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Long distance runners VIII

Dozentin: Nancy Hünger  

Di 16.00 – 18.00, c.t.  

Beginn: 21.04.26  

Ort:  Raum 137, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50

Maximal: 12 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

Eignung:  Zertifikatsabsolvent*innen und Fortgeschrittene  

 

Du arbeitest bereits an Deinem ersten Roman, ringst mit einem Gedicht-Zyklus oder verzweifelst an einer längeren Erzählung? Du verfolgst seit Monaten oder Jahren selbstständig ein literarisches Projekt und sammelst Entwürfe in der berüchtigten Schublade? Du fragst Dich, ob die Konstruktion wirklich taugt, die Figuren glaubwürdig sind, die Perspektive sitzt?   

Dieser Kurs richtet sich an alle, die bereits eigenständig ein literarisches Projekt verfolgen und gemeinsam mit Kolleg*innen Ihre Texte in einem geschützten Raum präsentieren und der kritischen Überprüfung aussetzen wollen. Der Kurs bietet ebenso Raum, um Schwierigkeiten aller Art zu besprechen: Von der Veröffentlichung bis zur Blockade, von theoretischen, ästhetischen bis zu schreibpraktischen Fragestellungen.   

Der Kurs eignet sich besonders für Zertifikatsprojekte. 

Zur Anmeldung für diesen Kurs bitte eine Textprobe (maximal 10 Normseiten als PDF) und falls vorhanden ein Exposé einreichen bei: elisabeth.bohley@uni-tuebingen.de.

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Die Lust am Scheitern, Kurs I und II

Dozenten: Volker Quandt, Harry Kienzler (Theatersportler) 

Kurs I: Di 18.00-20.00 

Beginn: 14.04.26, 18.00 Uhr 

Ort: LTT, Eberhardstr. 6  

Maximal: 16 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Kurs II: Di 20.00-22.00 

Beginn: 14.04.26, 20.00 Uhr 

Ort: LTT, Eberhardstr. 6  

Maximal: 16 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte  

Eignung: Anfänger*innen und Fortgeschrittene    
 

Improvisieren heißt Scheitern. Und zwar immer wieder auf’s Neue. Aber kann man Lust am Scheitern entwickeln? Ja, man kann! Es steckt sogar ein gewisses Suchtpotential im Scheitern, denn man will es mit der Zeit immer öfter und besser tun. Volker Quandt’s IMPRO-Akademie an der Uni Tübingen gibt es seit 2007 und läuft unter dem Thema „Kommunikationskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung" und ist offen für Studierende sämtlicher Fakultäten.   

Am Ende des Kurses gibt es die Impro-Akademie-Werkschau (21.07.26, 19.30 Uhr im LTT). An diesem bunt improvisierten Abend gibt es eine öffentliche Aufführung, welche dem Publikum Einblicke in die im Kurs erlernten Impro-Techniken und -Spielformen gibt, die auch beim allseits bekannten Theatersport (von Volker Quandt 1990 nach Tübingen gebracht) zur Anwendung kommen. Dabei steht das Entwickeln von Geschichten im Mittelpunkt allen Scheiterns, denn man ahnt ja gar nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, eine Geschichte kaputt zu machen. Beispiele? Indem man negativ ist, blockiert oder annulliert, die Geschichte auf eine Seitenspur führt, originell sein will, nur schwafelt, oder sich sich einfach in so genannten „übereingekommenen Aktivitäten“ verheddert. Die Lust am Scheitern. 

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Manchmal spür ik Lyrik

Dozentin: Nancy Hünger  

Mi 10.00 – 12.00, c.t.  

Beginn: 22.04.26 

Ort:  Musikwissenschaftliches Institut, Pfleghof, Raum 1.07 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Zeitgenössische Lyrik ist vielfältig, experimentierfreudig und eng mit gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Fragestellungen verbunden. Oder nicht? Dieses Seminar bietet einen Einblick in die zeitgenössische deutschsprachige Lyrik, dabei kommt auch die eigene poetische Praxis nicht zu kurz. 

Ausgangspunkt bilden Veröffentlichungen aus den letzten fünf Jahren, die einen repräsentativen Querschnitt gegenwärtigen lyrischen Schreibens bieten. Anhand ausgewählter Bände untersuchen wir zentrale Themen, Formen, Stimmen und Schreibweisen der Gegenwartslyrik. Gemeinsam analysieren wir poetische Verfahren, Sprachhaltungen und ästhetische Konzepte. 

Auf dieser Grundlage entwickeln wir eigene Gedichte. In Schreibübungen, Werkstattgesprächen und Feedbackrunden wird das eigene Schreiben erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, sowohl das Verständnis für zeitgenössische Lyrik zu vertiefen als auch die eigene lyrische Ausdrucksfähigkeit zu stärken.

Infos zur Kursanmeldung

Kreatives Denken und Schreiben

Dozentinnen: Nancy Hünger und Carolin Führer 

Mi 14.00 – 16.00, c.t. 

Beginn: 22.04.26 
Ort: Raum 415, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal: 15 Teilnehmer*innen  

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

 

Kreatives Denken und Schreiben scheitert & gelingt...in jedem Fall ist dieses zuweilen biografisch einschneidend und findet bei jedem/ jeder Nicht-/ Wenig-/Vielleser*in im Laufe des Lebens statt. 

Kreative Ideen und Texte lassen uns alle zu Literaturliebhaber*in, Gelegenheitsleser*in, "Nichtleser"*in usw. bestimmter Genres, Gattungen usw. werden. Daher haben auf Bitten der Seminarleitung Schriftsteller/Künstler*innen der Gegenwart wie Clemens Setz, Ulrike Draesner, Ingo Schulze, Nils Mohl, uvm. Literaturvermittlungsszenen eine eigene Stimme und Sprache gegeben. Anliegen des Seminars wird es nun sein, die Texte der Autor*innen gemeinsam zu sichten, zu reflektieren, zu systematisieren sowie um eigene Texte zu erweitern. 

Dabei wird es auch darum gehen, eigenen (Nicht-) Leseerfahrungen kreativ nachzuspüren sowie „Antworten“ und Fragen zu den Texten der Autor*innen zu generieren. Ziel des Seminars ist es, an einer Anthologie mitzuwirken, in der auch die Stimmen der Seminarteilnehmer*innen Ausdruck finden können, sodass ein vielstimmiges Bild von Literaturvermittlung entsteht, das über eine gesellschaftlich funktionalisierte Erwartung von Kreativität und den Gebrauchswert von Literatur hinausgeht. 

Darüber hinaus werden im Seminar Aspekte schulischer wie außerschulischer Kreativitätsförderung und Literaturvermittlung thematisiert. 

Infos zur Kursanmeldung

Wie vermisst man eine Literaturlandschaft? Baden-Württemberg zum Beispiel. 

Dozentinnen: Nancy Hünger, Heike Gfrereis, Carolin Callies & Gäste   

Kompaktkurs an 2-3 Wochenenden, Zeiten werden noch besprochen   

Beginn: 24.04. / 10.00 Uhr s.t.   

Maximal: 10 Teilnehmer*innen aus Tübingen                                                                            

Ort: online   

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  
 

Was zeichnet eine Literaturlandschaft aus? Welche Orte, Räume und Atmosphären, Berge, Städte, Dörfer, Flüsse, Seeen, Wälder? Welche Autor*innen, Verlage und Netzwerke, Institutionen und Festivals? Welche Gattungen, Themen, Motive und Stile, welche Metaphern und Materialien, Klänge und Rhythmen?    

Die Erforschung der Literaturlandschaft Baden-Württemberg stand im ersten Teil (Wintersemster) dieses zweisemestrigen Seminars im Mittelpunkt. Im zweiten Teil (Sommersemester) entwerfen wir gemeinsam ein Programm, mit dem sich diese Literaturlandschaft öffentlich auf Buchmessen (wie Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Bad Mergentheim) präsentieren könnte.  Dabei fließen kuratorische, organisatorische und gestalterische Überlegungen ebenso ein wie Fragen der literarischen Repräsentation, Öffentlichkeitsarbeit und kulturellen Positionierung.  

Das Seminar richtet sich an Studierende mit Interesse an Literatur, Kulturarbeit und kuratorischer Praxis. Eigenständige Recherche, Teamarbeit und kreative Konzeption sind wesentliche Bestandteile des Seminars.  

 

Termine 

24.4. digital  

22.5. Marbach  

12.6. digital  

19.6.digital  

10.7. wird noch entschieden 

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Die Universität und die Lust am Text. Ein literarisches Forschungskolloquium

Dozentin: Nina Lenz  

Beginn: 24.04.26 / freitags alle zwei Wochen von 14-16 Uhr. 
Ort: Raum 137, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50,  
Maximal: 7 Teilnehmer*innen (an Termine anpassen)  
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 
Eignung:  Zertifikatsabsolvent*innen und Fortgeschrittene   

 

Dass er mich begehrt, der Text, schreibt Roland Barthes. 

Wir wollen untersuchen, was an der Universität – zwischen Anforderungen, Sekundärtexten, Schreibblockaden und Abgaben –  mit unserem Schreiben, unserer eigenen Schreibstimme passiert. Geht die Lust verloren? Wie wäre es, ganz anders zu schreiben? 

Ziel des Forschungskolloquiums ist die Veröffentlichung eines kollektiven Texts, der alles zwischen literarischem Experiment, Essay und wissenschaftlichem Artikel sein darf. 
 

Theater denken. Spielräume des zeitgenössischen Theaters.

Dozent: Stefan Tigges 

Beginn: Donnerstag, 07.05.26, 17.00 Uhr, weitere Termine siehe unten

Maximal 15 Teilnehmer*innen  

Ort: Zimmertheater 

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte  

 

„Komischerweise sieht man den Menschen, der spielt, deutlicher, als wenn er nicht spielt.“ 

Jette Steckel 

  

Was bewegt eigentlich aktuell die szenischen Künste und wo liegen deren gesellschaftliche, künstlerische und strukturelle Herausforderungen? Welche Rolle spielt hier das Zimmertheater Tübingen? Wie lassen sich Aufführungen genauer beschreiben und analysieren? Welche Werkzeuge werden dafür benötigt und wie lassen sich diese produktiv einsetzen? Und welche Funktionen und Bedeutungen hat eigentlich Dramaturgie im Theater? 

Um uns diesen Fragen zu nähern, werden wir uns mit ausgewählten Texten auseinandersetzen und uns folgende Inszenierungen im Zimmertheater gemeinsam ansehen: 

 

Suzie Miller, Prima Facie, Donnerstag, 07.05.26, 17-22 Uhr

William Shakespeare, Der Sturm, Donnerstag, 21.05.26, 17-22 Uhr 

Anat Gov, Oh Gott!, Freitag, 29.05.26, 17-22 Uhr

Anton Tschechow, Johanna Engel, Temptation (Eine Platonov Collage), Freitag, 26.06.26, 17-22 Uhr 

  

Zudem werden wir Nachgespräche mit SchauspielerInnen führen oder auch einmal Regisseure zu uns in die Veranstaltung einladen. 

Bei Interesse können wir uns im Vorfeld ebenso genauer mit Stücken/Spielfassungen beschäftigen oder anknüpfend an die Vorstellungsbesuche kurze Theaterkritiken verfassen, um diese dann im Seminar vorzustellen als auch zu diskutieren. 

  

Die Veranstaltung findet im Zimmertheater Tübingen in Form von 4 mehrstündigen Blöcken statt. Die Termine werden frühzeitig kommuniziert. 

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Schreiben als Selbstfürsorge

Dozent: Farhad Showghi 

Kompaktseminar: 17.-19.04.2026 

Fr 15-20 Uhr 

Sa 10-13 und 15-18 Uhr 

So 10-13 Uhr 

Beginn: 17.04., 15 Uhr, c.t. 

Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal :15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Ein Seminar über Selbst- und Realitätserleben im Gedicht– also auch: Poesie und Wahrnehmung, denn über letztere dringt die Wirklichkeit in die Landschaft des Gedichts ein. Wir üben das Schreiben ins Offene hinein, suchen den Bogen von einem minimalen, präreflexiven bis hin zu den ersten, noch nicht begrifflich zugerüsteten Ansätzen eines narrativen Selbsterlebens. Anders gesagt: Ich schreibe nicht ein Gedicht, ich lasse mich es schreiben.  Dieser Prozess zielt darauf ab, unser unmittelbares Erleben befreit von all den Einklammerungen, von Annahmen, Meinungen, Erfahrungen und Vorurteilen auch der Sprache und ihrer Indifferenzen einzufangen. Wir erfahren das Gedicht auch als eine affektiv-kognitive Organisationseinheit des mentalen Systems. Als Simulationsraum, wo Körper, Landschaft, Handlungen und Affekte in Beziehung zueinander treten und  über Sprache einen Aufenthaltsort generieren, der uns selbst überrascht - bestenfalls auch Unbewusstes aufleuchten und die psychische Balance halten lässt. 
 

Das Seminar schließt an die Lyrik-Veranstaltung „ich kenne viele Wörter und keines davon passt. Schreiben als Selbstfürsorge“ an und findet in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) und dem Museum Hölderlinturm statt. Beide Formate stehen in Voraussicht auf die Sonderausstellung „Schreiben für die Seele“, die ab dem 11. September 2026 im Museum Hölderlinturm zu sehen sein wird.

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Hip-Hop und Rap – Literatur, Kultur und Haltung

Dozenten: Toni Landomini und Bryan Vit 

Kompaktseminar: 26.06.-28.06.2026 

Fr 15-18 Uhr 

Sa 10-13 und 15-18 Uhr 

So 10-13 Uhr 

Beginn: 26.06.26, 15 Uhr, c.t. 

Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 

Maximal :15 Teilnehmer*innen 

Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

In diesem Kurs geht es darum, mutig deine Stimme zu nutzen, deine Geschichte zu erzählen und dabei spielerisch mit Sprache und Schrift zu experimentieren.  

  

Gemeinsam mit Hip-Hop Pionier und Rap-Literat Toni Landomini aka Toni-L und Bryan Vit vom Freien Hip-Hop Institut Heidelberg erfährst du in lockerer Atmosphäre Hintergrundwissen zur Philosophie und Geschichte von Hip-Hop, decodierst Lyrics und Graffiti, schreibst und rappst eigene Texte und lässt dich vom Flow des Funks mitreißen. 

  

Im Zentrum steht der individuelle Ausdruck, der gemeinsame Spaß und das praktische Spiel mit Wort, Schrift und Sprache. 

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In Wald und Flur - Kreatives Schreiben unterwegs

Dozentin: Laura Bon 
Kompaktseminar: 03.-05.07.26 

Freitag bis Sonntag, jeweils 10-18 Uhr c.t. 
Beginn: 03.07., 10 Uhr, c.t. 
Ort: Raum 033, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 
Maximal: 16 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar: 3 ECTS-Punkte 

 

Für den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft brauchen wir auch Geschichten, die Mut machen und Erzählungen von Menschen, die etwas bewegen.  Wir begeben uns auf die Spurensuche der Wiederentdeckung der einst verschollenen Alblinse durch den Hülsenfrüchte- Pionier Woldemar Mammel und erproben verschiedene Spielarten des Storytellings (z.B. Reportage). Dann machen wir eine spannende Exkursion zur Solidarischen Landwirtschaft Tübingen (Biolandhof Waldhausen) und lernen etwas über den Zusammenhang von Bohne und Boden, Klima und Ernährungswende. 

Freitag:  Hülsenfrüchte- Ackerwunder für Planet und Mensch? Exkursion zum Biohof  

Samstag: Auf bald, lieber Wald! Waldexkursion 

  • Achtsamkeitsspaziergang durch den Wald 

  • Kreativübung: Waldwelten. Über Beobachtungen, Wahrnehmungen und Eindrücke schreiben (Nature writing, Naturlyrik) 

  • Wem gehört der Wald? Besprechung von Romanauszug zum Hambacher Forst und Input zum geplanten Bau des Schindhaubasistunnels in Tübingen 

  • Kreativübung: Waldtexte. Activist Poetry, Foto- Essay oder Fantasy- Kurzgeschichte zum Wald vor Ort verfassen 

Sonntag: Auf in den Amazonas! Exkursion zum Botanischen Garten der Uni Tübingen 

  • Exkursion zum Botanischen Garten/ Tropicarium der Uni Tübingen 

  • Interaktives Quiz zum Amazonas- Regenwald  

  • Multispecies Storytelling: Geschichten und Gedichte aus der Perspektive von Pflanzen und Tieren schreiben 

  • Gruppenarbeit zur Living Forest Declaration und zum erfolgreichen Widerstand der indigenen Gemeinschaft der Sarayaku in Ecuador. Analyse verschiedener medialer Formate (Instagram, Foto-Essay, Bilderbuch, Deklaration etc.) 

  • Texte zu Fotos verfassen 

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Masterclass mit der Songpoetin Sarah Lesch

Dozentin: Sarah Lesch

Kompaktseminar: 06.07.-07.07.26 / jeweils von 10:00 - 18:00 Uhr
Teilnehmer*innen: Maximal 12!
Ort: NN

 

Die zweitägige Masterclass mit der Songpoetin Sarah Lesch widmet sich der Kunst des Liedschreibens am Beispiel des eigenen Werkes, aber auch durch die Analyse bekannter deutschsprachiger Lieder der verschiedenen Generationen von Liedermacherinnen und Liedermachern. Im Kurs wird es u.a. um die Erarbeitung des preisgekrönten Liedes „Testament“ aus dem Jahr 2015 und um weitere philosophische Songs, um Liebes- und Protestlieder aus dem breiten Repertoire der Musikerin gehen. Die Kunst des Liedes ist ungeheuer vielfältig.

Der Fokus der gemeinsamen Arbeit liegt auf dem Liedtext, der Lyrik, die dann vertont wird. Wie gestaltet man ein Lied? Eine Strophe? Einen Refrain? Eine Bridge? Wie erzählt man eine Geschichte in Liedform? Ein Lied zu schreiben, bedeutet sich offen und verletzlich zu zeigen und dennoch auch eigene und fremde Grenzen zu respektieren. Wieviel gibt man von der eigenen Geschichte preis? Was riskiert man? Das persönliche Lied zeigt den Menschen, der es geschrieben hat, auf eine ganzheitliche Weise, dient der Selbsterkenntnis als Künstlerin oder Künstler. Immer wieder geht es auch bei einer so erfahrenen Liedpoetin wie Sarah Lesch um den besonderen Moment, in dem sich die eigene Kreativität entfalten kann. Und auch um das Überwinden von Blockaden. Dieser Prozess beginnt mit dem weißen Blatt, mit der Frage, wie das Schreiben beginnt, und vollendet sich auf der Bühne vor dem Publikum.

Der praxisorientierte Workshop eröffnet den Studierenden zudem die Möglichkeit, eigene Werke zu präsentieren und zu diskutieren. Wer möchte, kann gerne ein Instrument mitbringen, z.B. eine Gitarre, oder – wenn vorhanden – Aufnahmen von eigenen Liedern vorspielen. Die Veranstaltung endet mit einem Wohnzimmerkonzert im Club Voltaire, bei dem Sarah Lesch zusammen mit ihrem Gitarristen in familiärem Rahmen performen wird.

Mariaberg: Schreiben/Erinnern

Dozent: Luca Kieser 
Kompaktseminar: 17.-19.07.26  

Freitag 15-20 Uhr 

Samstag 10-13 und 15 –18 Uhr 

So 10-13 Uhr 
Beginn: 17.07., 15 Uhr, c.t. 
Ort: Raum 029, Neuphilologicum, Wilhelmstraße 50 
Maximal: 15 Teilnehmer*innen 
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ECTS-Punkte 

  

Mariaberg liegt auf der Schwäbischen Alb, seit Mitte des 19. Jahrhunderts leben hier Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen in einer dorfähnlichen Struktur.  

Etwa 25 Kilometer entfernt liegt die Tötungsanstalt Grafeneck, wo ab 1940 zehntausend Menschen im Zuge der „Euthanasie“ ermordet wurden, mindestens 61 Tötungen von Bewohner:innen Mariabergs sind dokumentiert. Der damalige Heimleiter hat den Tötungen zugearbeitet, andere haben sich geweigert. Wenige haben überlebt.  

  

Wie schreibe ich über einen solchen Ort? Wie schreibe ich über diese Verbrechen? Wie schreibe ich über Menschen, die hier gelebt oder gearbeitet haben? Wie recherchiere ich? Durch die gemeinsame Lektüre von fremden und Besprechung eigener Texte werden wir versuchen, Antworten zu finden. Es wird darum gehen, Worte zu finden für Dinge, bei denen wir uns zurecht die Frage stellen: Kann ich das überhaupt erzählen?  

  

Wir werden uns über Techniken und Methoden unterhalten, die bei literarischen Projekten gebraucht werden. Recherche, Notation, Routine, konzeptuelle Vorüberlegungen.  

  

Teilnahmevoraussetzungen: 

  

Zu Beginn des Semesters wird von der Seminarleitung eine Liste mit Texten geteilt, die sich mit Mariaberg oder inklusivem Schreiben beschäftigen. Die*der Studierende bereitet entweder ein kurzes Referat über einen dieser Texte vor oder schreibt zu einem Thema, das einer der Texte berührt, einen eigenen Text und stellt diesen im Seminar zur Diskussion.  

Das Seminar findet auf Deutsch statt, geschrieben werden kann in jeder Sprache.  

Infos zur Kursanmeldung