Dozentin: Nancy Hünger
Do 14-16 Uhr
Beginn: 03.11.2022, c.t.
Maximal 20 TeilnehmerInnen
Ort: Wilhelmstraße 19-23, Seminarraum -1.19
Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ects
Ökozid, Klimawandel, Artensterben, Erderwärmung, Pandemie und Krieg. Unsere Welt ist einem dauerhaften Krisenmodus unterworfen. Davon bleibt auch die Literatur nicht unberührt. Sowohl in der Poesie, als auch in der Prosa etablieren sich seit wenigen Jahren neu Formen literarischer Krisenbewältigung, besonders unter jungen Schriftsteller*innen, zum Beispiel solche des offenen, wütenden Protests. Es wird agitiert, proklamiert, lamentiert. Literatur wird – wie selten zuvor – in die Pflicht genommen und als Teil der Lösung verstanden. Wir wollen diese „Krisen-Texte“ gemeinsam lesen und besprechen. Wollen diskutieren, ob sie gelingen oder misslingen? Welches Vokabular sie nutzen? Wir wollen Fachsprachen ob ihrer poetischen Qualitäten untersuchen. Wollen erkunden, wo angesichts der drohenden Katastrophe die Grenzen des Sagbaren, bzw. Schreibbaren verlaufen? Ob es so eine Grenze gibt, ob es sie noch geben darf? Dystopie oder Utopie? Agit oder Pop? Kunst oder Weltuntergang?
Ziel des Seminars, das auf den Ergebnissen gemeinsamer Recherche beruht, ist die „Krisenbewältigung“ anhand eigener Texte, ob Lyrik oder Prosa, privat oder politisch.
Dieses Seminar ist als Folgeseminar angelegt. Im SoSe 2023 wollen wir unsere Textarbeit vertiefen und gemeinsam an einem poetischen Lexikon der Krise arbeiten.