Uni-Tübingen

Werkstatt Störe

Störe

 

Dozentin: Nancy Hünger 

Mi 16-18 Uhr 

Beginn: 02.11.22, c.t.

Maximal 20 TeilnehmerInnen                                                                          

Ort: Wilhelmstraße 19-23, Seminarraum -1.1

Schlüsselqualifikationsseminar, 3 ects

„Dabei gibt es die Störe! Störe bewegen sich zwischen den langen Erzählweisen und den Gedichten, zwischen Essays und Novellen, szenischen Texten und Performance-Vorlagen, damit spiegeln sie die Moderne bereits seit Jahrzehnten, nur wurde ihre Bezeichnung bislang verschwiegen. Stör ist natürlich nur ein Deckname. Das ständig Neue, das nicht in die festen Rubriken passt, wird seine Identität nicht so leicht verraten. Die heißt womöglich Nonofthem – Non of them.“

Störe, so nennt sie Zsuzsanna Gahse und träumt von Störe-Regalen in allen Buchhandlungen. Prosa-Miniatur oder lyrische Prosa nennen sie all jene, die in Verlegenheit geraten, diese subversiven Textwesen benennen zu müssen. Störe sind Texte, die sich nicht unentschieden zwischen den Gattungen tummeln, wie vielfach behauptet, sondern sich bewusst entscheiden, zwischen den Gattungen zu laichen. Bei aller Liebe zu den Gattungsgrenzen, den fluiden Übergängen, sind sie dabei erstaunlich souverän, selbstbewusst und unverkennbar. Eben Störe!

Wir werden Störe lesen und ergründen: Von Nathalie Sarrautes „Tropismen“, über Günter Eichs „Maulwürfe“, bis zu den Stören von Zsuzsanna Gahse. Ziel des Seminars sind Texte, die sich entschieden zwischen den Gattungsgrenzen behaupten, sowohl poetisch, als auch prosaisch. Texte, die das Etikett Miniatur selbstbewusst von sich weisen.