Uni-Tübingen

C2: Kreative Aneignung. ‚Andere‘ Ästhetik in der vormodernen Architektur und Kunst nördlich der Alpen

Bei dem Teilprojekt C2 „Kreative Aneignung. ,Andere‘ Ästhetik in der vormodernen Architektur und Kunst nördlich der Alpen“ handelt es sich um ein archäologisch-kunsthistorisches Teilprojekt, das die Transferprozesse vormoderner Kunst untersuchen soll. Der interdisziplinäre Ansatz des Projekts soll es erlauben, Gemeinsamkeiten und Differenzen hinsichtlich der Funktion von Objekten innerhalb von Kulturtransferprozessen in diachroner Perspektive zu analysieren. 

Als Untersuchungsgebiet dieser Prozesse dient der Raum nördlich der Alpen, in dem die römische Architektur und die Italienrezeption in der niederländischen Malerei (‚Romanismus‘) untersucht werden sollen. Dabei wird mit Konzepten des Kulturtransfers verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen, die je nach Fachtradition und Gegenstandsbereich mit den Begriffen der ‚Übersetzung‘, ‚Adaption‘, ‚Aneignung‘, ‚Hybridisierung‘ etc. operieren, gearbeitet. Im Fokus steht die ‚andere‘ Ästhetik nordalpiner Kunstdenkmäler, die sich durch kulturelle Hybridität auszeichnet und vor dem Hintergrund der sozialen Praxis der Zeit bestehende Vorstellungen, Wertungen und Normen kritisch hinterfragt. Die Ästhetik der Objekte wird nicht wie bisher als italischen Vergleichen gegenüber defizitär betrachtet, sondern als Ergebnis eigenständiger, dynamischer Aushandlungsprozesse künstlerischen Wissens und ästhetischer Praktiken in der Region.

Gerade in diesen programmatischen Auseinandersetzungen mit und Abweichungen von dem Kanon, so die Leitthese des Projekts, werden die ästhetische Eigenständigkeit und das Reflexionspotenzial der nordalpinen Architektur und bildenden Kunst manifest.


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