Uni-Tübingen

Christine Bozler M.A.

Assoziierte Kollegiatin

Anschrift:

Liebermeisterstraße 12

72076 Tübingen

Telefon:(0)7071/29-77017
E-mail:ukg-infospam prevention@uni-tuebingen.de

Akademischer Werdegang

10/2000 – 07/2001Kunststudium an der Freien Kunsthochschule Nürtingen
10/2002 – 07/2008Magisterstudium der Kunstgeschichte, Graphik&Malerei
und Religionswissenschaft an der Philipps-Universität
Marburg
seit 01/2011Doktorandin im Fach Kunstgeschichte an der Philipps-
Universität Marburg zum Thema „Süddeutsche Gnadenbilder in der religiösen Gebrauchsgraphik des
späten 18. Jahrhunderts – Gestaltung, Rezeption,
Gebrauch“

03/2012 –

03/2014

Assoziiertes Mitglied am Graduiertenkolleg 1662:
Religiöses Wissen“ an der Eberhard-Karls-Universität
Tübingen

Berufliche Stationen

06/2006 – 12/2007Studentische Hilfskraft am Institut für Bildende Kunst der
Philipps-Universität Marburg
06/ 2009 – 03/ 2011Freie Mitarbeiterin am Deutschen
Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv
Foto Marburg im DFG-Projekt „Virtuelles
Kupferstichkabinett“
04/2011 – 03/2012Wissenschaftliche Hilfskraft am Deutschen
Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg im DFG-Projekt „Emblematica Online“
04/2012 - 03/2013Wissenschaftliche Hilfskraft am Deutschen
Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv
Foto Marburg im DFG-Projekt „Digitaler Porträtindex“
04/2013 - 10/2013

Freie Autorin für die Kunsthalle Tübingen im Rahmen des Kataloges zur Ausstellung „1514 – Macht, Gewalt, Freiheit: Der Tübinger Vertrag in Zeiten des Umbruchs“

10/2013 – 03/2014

Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Lehrauftrag am Fachbereich Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

03/2014 – 08/2014

Freie Mitarbeiterin an der Kunsthalle und Kinderkunsthalle (KIKU) Tübingen in den Bereichen Kunstvermittlung und Museumspädagogik (Kinder- und Erwachsenenbildung)

seit 10/2014

Freie Mitarbeiterin am Stadtmuseum Tübingen im Bereich Kunstvermittlung (Kinder- und Erwachsenenbildung)

Süddeutsche Gnadenbilder in der religiösen Gebrauchsgraphik des späten 18. Jhs.

- Gestaltung, Rezeption, Gebrauch –

Glaube und Religion sind fest etablierte Bestandteile des täglichen Lebens, die durch sinnliche Hilfsmittel im Alltag verankert und ebenso tradiert werden können. Dabei geschehen der Transfer und die Transformation religiösen Wissens meist als dynamischer Prozess zwischen kirchlicher Dogmatik, Wissenschaft und gelebtem Alltag. Eine wichtige Rolle nimmt hier kulturübergreifend das gedruckte Bild ein, das – in Form und Funktion wandelbar – als flexibler Bedeutungsträger verstanden werden muss. Vor diesem Hintergrund ist die religiöse Gebrauchsgraphik von besonderem Interesse, kann hier doch die unmittelbare Einbindung eines Bildmediums in den Glaubensalltag verfolgt werden. Als so genanntes ‚kleines Andachtsbild‘ in der einschlägigen Literatur bekannt, ist diese Sondergattung vor allem im 18. Jahrhundert als tatsächliches Massenmedium nachweisbar. Gekoppelt an das damalige Heilsverständnis und das wiederaufblühende Wallfahrtswesen als Spätfolge der Gegenreformation, fanden die mobilen Bilder zu jener Zeit weitreichende Verbreitung; eine Entwicklung, die nicht zuletzt durch die wachsende Popularität einzelner Gnadenbilder und damit deren Präsenz in der religiösen Gebrauchsgraphik gesteuert wurde. Speziell das katholisch geprägte Süddeutschland des späten 18. Jahrhunderts zeigt sich in diesem Zusammenhang aufschlussreich; war das Spannungsfeld zwischen Kirche, aufgeklärter Wissensgesellschaft und Alltagsreligiosität zu jener Zeit doch in besonderem Maße gegeben. So ist das gedruckte Bild in dieser Sattelzeit nicht nur fest etablierter Bestandteil der Alltagskultur als Träger religiösen Wissens, sondern zugleich auch Initiator veränderlicher Prozesse der Wahrnehmung, Darstellung und Tradierung von Glaubensinhalten.

Als Sondergattung soll die religiöse Gebrauchsgraphik in Verbindung mit ausgewählten Gnadenbildern des süddeutschen Raumes deshalb zunächst auf das Verhältnis zwischen Original und Abbild sowie den Zusammenhang zwischen Rezeption und Gebrauch untersucht werden. Aus quantitativen Gründen wird dabei mit einer exemplarischen Auswahl an Gnadenstätten der Marien-, Christus- und Eucharistischen Wallfahrt gearbeitet, um spezifische Kompositions- und Reproduktionsschemata bestimmen zu können. Im Zentrum stehen hier sowohl Fragen nach Gestaltung, Authentizität und Bedeutung, als auch die Klärung von Auftraggeberschaft, Produktion und Vertrieb. Aufgrund der interdisziplinären Thematik wird ferner das Abhängigkeitsverhältnis zur barocken Wallfahrt im weitesten Sinne berücksichtigt. Darunter fällt die Positionierung und Legitimierung religiöser Druckwerke zwischen kirchlicher Dogmatik und Aufklärung im Allgemeinen sowie gelebter Alltagsreligiosität im Speziellen. Vor dem Hintergrund ritualisierten Bildgebrauchs, wird zudem besonderes Augenmerk auf die mögliche funktionale, bzw. sinnliche Besetzung einzelner Druckwerke als oftmals magisches bezeichnetes Kult- oder Andachtsbild und damit auch zugehörige Wahrnehmungs- und Performanzprozesse gelegt.