Uni-Tübingen

Stefan Leicht

Büro

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Akademischer Werdegang

09/2016
Master of Arts im Fach Philosophie

Thema der Masterarbeit: "Das Verhältnis von Staat und Religion in Hegels Rechtsphilosophie"

02/2016 – 03/2016
Exchange mit der Classics Faculty

an der University of Cambridge

10/2014 – 10/2016
Masterstudium der Philosophie

an der LMU München

09/2015
Bachelor of Arts im Fach Philosophie

Thema der Bachelorarbeit: "Der Naturbegriff bei Karl Löwith und Baruch de Spinoza"

10/2011 – 09/2015
Bachelorstudium der Philosophie

an der LMU München; Nebenfach: Sprache, Literatur, Kultur

05/2011 – 08/2011
Bachelorstudium der Informatik

an der TU München (two-in-one)

Berufliche Stationen

Seit 04/2017
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (65%, TVL 13)

im Graduiertenkolleg 1662 „Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800–1800)“ der Universität Tübingen

10/2015 – 06/2017
Wissenschaftliche Hilfskraft an der LMU München bei Herrn Prof. Dr. Günter Zöller

02 / 2017 – 05 / 2017: Tutorium an der Venice International University zu den Seminaren „Philosophy East and West. Self and Society in European and Asian Political Thought“ und „Entertainment Business. Venice and the Invention oft he Commercial Music Theater“ (Erhalt des PROSALMU-Stipendiums) WS 2016/17: Tutorium zur Vorlesung „Geschichte der Philosophie II: von Kant bis Nietzsche“ SS 2016: Tutorium zur Spezialvorlesung „Res Publica. Freiheit, Recht und Gesetz in der klassischen deutschen politischen Philosophie“ WS 2015/16: Tutorium zur Vorlesung „Geschichte der Philosophie II: von Kant bis Nietzsche“

10/2016 – 12/2016
Teilzeitkraft an der Max Planck Digital Library

03/2015 – 03/2016
Studentische Hilfskraft an der Bayerischen Staatsbibliothek

Zentrum für elektronisches Publizieren, Mitarbeit im DFG-Projekt „Erster Weltkrieg und Novemberrevolution“ und bei historicum.net

Vorträge (Auswahl)

07/2018
Vortrag in Leuven bei der Konferenz "Marsilius of Padua between History, Philosophy and Politics"

Thema: "The Intention of Hugo Grotius' Reception of Marsilius Philosophical Antitheologism"

10/2017
Vortrag in Tübingen bei der Winterschool "Luther und die Künste"

Thema: "Luther und Grotius über die Reichweite der weltlichen Macht"

06/2017
Vortrag in Stuttgart beim Internationalen Hegel-Kongress

Thema: "Religion – erste oder zweite Natur des Staates?"

10/2015
Vortrag in Salzburg bei der III. Tagung für Praktische Philosophie

Thema: "Über den Status von Lebenszielen bei Alexander Pfänder und Friedrich Nietzsche"

Forschungsschwerpunkte

Politische Philosophie, Philosophische Theologie, Geschichtsphilosophie und Geschichte der Philosophie, insbesondere Platon, Seneca, Grotius, Hobbes, Spinoza, Rousseau, Kant, Hegel, Nietzsche, Heidegger, Karl Löwith und Leo Strauss

Politische Philosophie und natürliche Theologie bei Hugo Grotius (1583-1645)

Mein Dissertationsprojekt versucht Hugo Grotius als Philosophen ernst zu nehmen und zu rehabilitieren. Dies soll dadurch erreicht werden, indem die Heterogenität der Adressaten von Grotius Aussagen verfolgt, deren innere Kohärenz aufgezeigt und Grotius eigene Intention klar herausgearbeitet wird.

Zunächst wird der explizit politisch-theologische Komplex bei Grotius in seiner Schrift De imperio potestatum circa sacra (veröffentlicht 1647) untersucht, wobei die Rezeption von Marsilius von Padua bei Grotius eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die leitende Frage hierbei ist, inwiefern es sich bei Grotius um eine Politische Theologie oder um eine Politische Philosophie handelt. Dabei sollen u.a. folgende Fragen beantwortet werden: Gibt es für Grotius eine klare Hierarchie und Differenz zwischen Vernunft und Offenbarung? Spielt Offenbarung überhaupt eine Rolle für Grotius Argumentation? Inwiefern knüpft Grotius an die funktionale Auffassung der Religion bei Platon an? Wie unterscheidet sich die theologische von der philosophischen Lebensweise?

Anhand seiner bekannten Schrift De veritate religionis Christianae (1627), soll nach der Klärung seiner explizit politisch-theologischen Schrift, eruiert werden, ob es sich bei der Wahrheit der christlichen Religion nur um eine funktionale Wahrheit handelt bzw. für wen diese Wahrheit Bestand hat. Schon die Umarbeitungen und Anfänge dieser Schrift geben Anhaltspunkte für die Differenzierung von Adressaten. So hat Grotius seine früheste theologische Schrift – Meletius (1611) – in der Form eines Briefes abgefasst, womit er offensichtlich an Seneca anknüpft. Aus dieser frühen Schrift hat er dann ein holländisches Gedicht entwickelt und erst daran anschließend die lateinische Abhandlung abgefasst, die er später wiederum durch Anmerkungen erweitert hat. Es soll gezeigt werden, dass Grotius nicht nur durch die Umarbeitung und Herausgabe verschiedene Adressaten erreichen wollte, sondern diese sind bereits in den Schriften selbst von ihm angelegt. Besonders deutlich wird diese Multiperspektivität anhand des Gottesbegriffes und der zu beantwortenden Frage: Quid sit deus? Um diese Adressaten herauszuarbeiten ist eine minutiöse Analyse der Zitationstechnik und der formalen Gestaltung der Texte von Grotius notwendig, da er absichtlich viele unorthodoxe bzw. antitheologische Aussagen kaschieren oder abschwächen will. Auch der Beachtung der Ironie von Grotius kommt bei meiner Untersuchung ein großes Gewicht zu, um seine Intention zu erhellen. Weitere leitende Fragen des zweiten Teils sind: Inwiefern knüpft Grotius an die epikureische Theologie an? Stellt er sich absichtlich in die Tradition des philosophischen Lehrgedichtes à la Lukrez? Entspricht die Herstellung eines globalen theologischen und politischen Konsenses wirklich Grotius Intention oder gehört dieser dem Mythos des Goldenen Zeitalters an und will Grotius deshalb nicht eher an die antike Tradition anknüpfen?

Abschließend werden einzelne Rezeptionsstränge von Grotius u.a. bei Hobbes, Spinoza, Locke und Wolff skizziert.