Uni-Tübingen

Maximilian Nix

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Akademischer Werdegang

Frühjahr 2017
1. Staatsexamen

für das Lehramt an Gymnasien für das Fach Darstellendes Spiel

Herbst 2016
1. Staatsexamen

für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Geschichte und Deutsch

10/2010–10/2016
Studium der Fächer Geschichte, Deutsch und Darstellendes Spiel für das Lehramt

an Gymnasien an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Berufliche Stationen

Seit 04/2017
Kollegiat im Graduiertenkolleg 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa"

an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

WS 2015/2016
Tutor für die "Überblicksvorlesung Mittelalter"

04/2013–03/2017
Studentische Hilfskraft (ab 01/2017: wissenschaftliche Hilfskraft)

am Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung „Schicksal, Freiheit und Prognose“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

WISSEN UND WIDERSTAND - Zur Bedeutung religiösen Wissens bei der Legitimierung von Widerstand in theoretischen Diskursen (ca. 1050–1300) (Arbeitstitel)

Betreuer: Prof. Dr. Steffen Patzold (Tübingen), Prof. Dr. Volker Leppin (Tübingen), Prof. Dr. Klaus Herbers (Erlangen)

Die Auseinandersetzung mit Widerstand in der Vormoderne mutet zunächst einmal paradox an, da die Begründung von Herrschaft nicht selten durch die Bibel erfolgte: alle Macht komme von Gott (vgl. Röm 13, 1), wobei es schlussfolgernd weiter heißt, dass jeder Widerstand gegen die Obrigkeit auch Widerstand gegen Gottes Ordnung sei (vgl. Röm 13, 2). Dies führte jedoch nicht im Geringsten dazu, dass Widerstand von Theoretikern der Zeit grundsätzlich abgelehnt worden wäre. Nachdem die Verfasser theoretischer Schriften jedoch meist Geistliche waren und in einem religiösen Kontext zu verorten sind, bleibt die Frage, wie dieses (vermeintliche) Paradoxon durch die Verfasser aufzulösen versucht wurde. Das Dissertationsvorhaben möchte genau dieser Frage nachgehen und untersuchen, wie religiöses Wissen zur Legitimierung von Widerstand in theoretischen Texten verwendet wurde.

Bedingt durch die religiös geprägten Weltbilder ihrer Verfasser mussten Theorien des Widerstands im Prozess der Legitimierung die religiösen Autoritäten und das Offenbarungswissen einbeziehen und konnten diese Wissensbestände, da sie Teile des Selbstverständnisses betrafen, nicht unbeachtet lassen, was zu einem intensiven Wissensdiskurs führte. Die Dynamik des Diskurses war dabei nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass mit dem Themenfeld „Widerstand“ freilich auch eine Vielzahl religiöser Implikationen verbunden war (und ist). So werden dezidiert und implizit Fragen nach Ethik, Idoneität, freiem Willen, Sündhaftigkeit o. ä. durch die Diskurse aufgeworfen und sich zu diesen positioniert.

Dieser theoretische Diskurs soll als prozesshafte Form der Aushandlung verstanden, die nicht zwingend geradlinig verläuft und in der Auseinandersetzung verschiedener Akteure als Bewältigungsstrategie der zeitgemäßen Bedürfnisse gelten kann. Es handelt sich somit um einen mehrschichtigen Konstruktionsprozess der Aktualisierung, Veränderung und Neuformierung religiöser Wissensbestände, der jedoch keineswegs zielgerichtet auf den modernen Staat verweist. In diesem Diskurs zeigen sich exemplarisch die Dynamisierungsprozesse, die in der Vormoderne stattfanden: Zwar wurde selbstverständlich das vorhandene religiöse Wissen als Autorität anerkannt, doch wurden kreativ neue Wege gesucht, altes und neues (Wissen) in Einklang zu bringen. Gerade die Anbindung an religiöses Wissen ist somit an der Dynamisierung der Widerstandsdiskurse und der Veränderung und Erweiterung der religiösen Wissensbestände selbst hauptverantwortlich beteiligt.